Als ich vor ein paar Monaten erstmalig von schiefgegangenen Spekulationsgeschäften einiger nordrhein- westfälischer Kommunen gegen den Franken gehört habe, dachte ich mir noch: “Das wäre doch auch was für Lippstadt” – Im Geldausgeben sind wir doch super.
Voilá, da haben wir den Salat: Natürlich war Lippstadt dabei! Der Kämmerer Strotmeier (“gilt über die Parteigrenzen hinweg als Finanzfachmann, allzeit bemüht um eine solide Haushaltspolitik”, Zitat aus dem Patriot vom 1. Dezember 2011) hatte dann auch mal Lust, mit “anderer Leute” Geld ins Casino zu gehen. Nun ist der Franke hoch und an den Euro gekoppelt, dumm gelaufen, konnte Herr Strotmeier nicht vorhersehen.
Hätte er wahrsagerische Fähigkeiten, hätte er bestimmt sein eigenes Erspartes verwendet. So mussten aber unsere sauer verdienten Peanuts herhalten.
Ich darf mal weiterzitieren und kommentieren, ja? “Seit dem Jahr 2004 arbeitet die Stadt beim Schulden-Management mit der Westdeutschen Landesbank (West LB) zusammen.” Die ist ja nun für solides Wirtschaften bekannt, daher auch pleite. Das ist auch schon seit Jahren bekannt, nur in Lippstadt verlässt man sich wohl noch gerne auf das Werturteil der Mitarbeiter dieses Institutes.
“Ein Geschäft, bei dem laut Stadt bisher alles gut ging. Unterm Strich konnte in den zurückliegenden Jahren sogar ein Plus erzielt wurde. “Bislang konnten rund eine Million Euro per Saldo als Vorteil erwirtschaftet werden”, heißt es in der Sitzungsvorlage.” Da hätte man dann auch aufhören sollen, denn jetzt werden 1,1 Million für den Fall der Fälle zurückgestellt. Weil die Anlage so “Relativ risikoarm abgeschlossen” wurde. Erfahrungsgemäß ist die Lücke ja dann doch größer. Per Saldo macht das aber jetzt schon mindestens 100.000,- € Verlust, So genau weiß man das aber nicht, weil berufsmäßige Zocker so etwas im Spielrausch nicht mehr im Blick behalten.
Gratuliere Herr Strotmeier! Einer Kommune, die kurz vor der Haushaltssanierung steht und sich nicht einmal mehr die sechste Bahn im Schwimmbad oder das vierte Gymnasium leisten kann, mit einer “Wette auf einen fallenden Kurs des Schweizer Franken” unter die Arme greifen zu wollen, ist eine super Idee. Hat ja auch in anderen Kommunen so gut geklappt. Was machen wir denn, wenn die Kohle futsch ist? Streichen wir den Umbau der Feuerleitstelle zum Sitzungssaal für schlappe 344.000,- €? Oder verkaufen wir das öffentliche Plumpsklo am Postpark für die 106.000,- €, um das Geld wieder reinzuholen? Oder wollen Sie einen Teil ihres Ersparten (bestimmt ein klassisches Sparbuch, maximal Bundesschatzbriefe) als Wiedergutmachung zur Verfügung stellen?
Rücktritt wäre auch schon mal ein Anfang. Damit ein potentieller Nachfolger die Möglichkeit bekommt, Aufklärung zu stiften. Sich- mal- schämen, wäre auch toll. Und die Blindgänger im Rat sollten mal überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre wenn man Schulden hat, diese zu bedienen, anstatt die Kohle zum Jahrmarkt zu tragen in der Hoffnung, sie würde sich an der Losbude vermehren (Leider verloren!).
Die Linke hat zum letzten Kommunalwahlkampf gefordert, man solle das städtische Zocken sofort unterlassen. Was haben wir damals gelacht.




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