Habt ihr euch schon mal gefragt, wie sich ein Auswärtiger, der mit dem Rad nach Heidenheim kommt, zurechtfindet ? Nehmen wir mal den Durchschnittstouristen, der mit dem Wohnmobil in Heidenheim Zwischenstopp macht und entsprechend der Info der Stadt http://www.heidenheim.de/buerger-stadt/infrastruktur/verkehr/wohnmobilstellplatz.html auf den Seewiesen ein Plätzchen gefunden hat. Er schnallt sein Fahrräder oder Pedelecs vom Heck und begibt sich am Abend in die Innenstadt um noch was von Heidenheim zu sehen. Los geht’s!
Am Stellplatz findet man einen Stadtplan und eine Kreiskarte mit Vorschlägen für Radtouren - ohne Innenstadt-Radwege. Aber die Radwegkennzeichnung beginnt ja gleich am Eck. Es geht zuerst der Kennzeichnung die Brenz entlang bis zur Brücke am Anglerheim, diese muss überquert werden, um zu Robert Bosch Straße zu gelangen. Ein Hinweis Richtung Stadtmitte wäre angebracht, da der Rad/Fußweg auch geradeaus weitergeführt ist.
Dann fährt man gemütlich am Brenzpark entlang bis ans „Badhaus“. Dort stellt sich die Frage: Über die Brücke oder nicht ? Der Verkehr auf der anderen Seite schreckt ab, also geradeaus weiter, an der WCM vorbei zur Kanalstraße. Auf einem viel zu engen Rad/Fußweg geht es bis zur piltzschen Unterführung. Hier kommt der Hinweis “Stadtmitte”. Man fährt unter der Bahn durch – und dann ? Wenn man den Stadtplan gelesen hat weiß man, dass man sich jetzt rechts halten müsste, aber die Bahnhofstrasse führt wieder zurück Richtung Bahnhof, also links halten auf dem Fuß-/Radweg bis zur Brenzstraße. Aber wie geht’s jetzt weiter ? Mit Stadtplan denkt man sich, dass man über die „Stadtwaage“ und die Christianstraße weiterkommt, denn rechts abbiegen auf die vierspurige Olgastraße sieht nicht gut aus, obwohl nach 100 m ein Radweg wäre – aber das weiß man ja nicht. Also weiter über besagte Straßen bis zur Plouquetstraße. Dort ist’s spätestens mit der geruhsamen Radfahrt vorbei. Der Christianstraße muss man mit dem Autoverkehr bis zum Rathaus folgen. Geschafft!.
Theoretisch hätte man auch über die ruhigere Ludwig-Lang Straße und den Radweg entlang der St. Pöltener bis ans südliche Ende der Graben-, bzw. Hauptstraße gelangen können. Das ist zwar ein Umweg, aber abends sehr gut zu befahren – wenn man es weiß.
Das Zentrum ist erreicht. Man findet hinter dem Rathaus oder an der FuZo ein Plätzchen für den Drahtesel. Findet man dort aber auch eine Übersicht über die gebotene Gastronomie ? Leider nicht. Also muss man die Innenstadt wohl oder übel ablaufen, um etwas Geeignetes zu finden. Ist ja nicht so groß, aber die am Rand liegenden Restaurants bleiben den meisten Touristen dadurch verborgen. Nach hoffentlich gutem Abendessen geht’s zurück. Aber das muss doch auch noch anders gehen! Also Grabenstraße rauf bis zur Commerzbank. Geradeaus ? Sieht nicht vertrauenserweckend aus. Rechts ? Da wollen wir eigentlich nicht hin, denn da waren wir bei der Herfahrt schon. Also noch mal zurück zum Jaeckleplatz, dort durch die FuZo bis zu den Schlossarkaden. Jetzt rechts herum rum könnte man nun über die Levillain-Anlagen und über die BA zum Zollamt und dort wieder über die Brücke – allerdings muss man dazu verkehrswidrig links fahren – oder schieben. Wer allerdings auf dem Radweg links fährt, den erwartet auf der Schnaitheimer Straße noch ein wenig Nervenkitzel, denn er muss regelwidrig rechts abbiegen und wird durch eine überaus enge Straße mit Gegenverkehr bestraft. Wehe es begegnen sich dort in den Abendstunden PKW, Transporter, Busse und Radfahrer! Nach, Gott sei Dank, ampelgeregelter Zollamtskreuzung ist man wieder an der Brücke zum Badhaus und wird durch den Ausblick auf Heidenheims Rotlichtviertel entschädigt.
Fazit: Es gibt noch genügend zu tun für ADFC, VCD, Gastronomen und nicht zuletzt für die Stadt Heidenheim, um den umweltbewussten Radtouristen in Heidenheim eine radfreundlichere Innenstadt zu bieten. Ein A4 Blatt mit den vorgeschlagenen Radwegen und den Restaurants der Innenstadt wäre z.B. ein einfacher, aber hilfreicher Anfang. Als Anregung mal eine kleine Vorlage.

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