Der Brandner Klaus, aus dem, hinter den Bergen liegenden Gütersloh, für die SPD ins ferne Berlin, in den Bundestag entsandte, Staatssekretär a.D. und ehemalige mächtige arbeits- und sozialpolitische Sprecher der SPD-Fraktion und von eben dieser auf den schönen, aber leider absolut unbedeutenden Posten des Vorsitzende der Deutsch-Ägyptischen Parlamentariergruppe aggeschoben, fühlte sich nun genötigt seinem neuen Posten etwas Leben einzuhauchen.
Und wenn man nichts zu sagen hat, dann nimmt der erfahrene Berufspolitiker sich den Setzkasten “Sprüche für Politiker ohne jeden Sinn und Verstand” sucht sich das passenden heraus und gibt die Versatzstücke einem Redakteur der NW, der daraus einen Artikel bastelt: “..klares Signal an die Demonstranten(…) dass Deutschland an ihrer Seite ist” “…oppositionellen Gruppen schnell an einen Tisch…” unter Führung von Nobelpreisträger El Baradei, “…Muslimbruderschaft keine große Bedeutung in der Bewegung…”, “…Signal an die Menschen in Ägypten senden, dass wir an ihrer Seite sind…”, “…deutliche Worte, die klar machen, dass wir nicht auf autoritäre Regime setzen…” Das ganze inhaltsleere Politikerblabla halt.
Brandner muss sich allerdings fragen lassen, wo denn seine tief empfundeneVerbindung zur Freiheitsliebe des ägyptischen Volkes war, als dort am 28. November und am 5. Dezember letzten Jahres das Parlament unter Missachtung sämtlicher demokratischen Regeln neu gewählt wurde. So waren internationale Wahlbeobachter gar nicht erst zugelassen. Hunderte von Menschen wurden in Haft genommen, oppositionelle Journalisten wurden weggeschlossen. Nichts hat man gehört, weder von Brandnern, noch von den sonstigen üblichen Betroffenen wie Claudia Roth, Cem Özdemir und Konsorten, die, zwei Wochen später, nach den Wahlen in Weißrussland ihre Mäuler gar nicht weit genug aufreißen konnten.
Brandner muss sich auch fragen lassen, warum einem dermaßen autoritärem Regime in den letzten Jahren so viele Waffen aus Deutschland geliefert worden sind. Ägypten ist der größten Abnehmer deutscher Waffen unter allen Entwicklungsländern. So stieg der Waffenexport allein von 33,6 Mio. Euro in 2008 auf 77,5 Mio Euro in 2009. Besonderer Exportschlager sind Maschinenpistolen des Typs MP5 von Heckler & Koch, mit denen vor allen Dingen die brutale und rücksichtslose ägyptische Polizei ausgerüstet ist. 2009 wurden davon 884 Stück nach Ägypten geliefert.
Wo war Brandners Einsatz für die, in absoluter Armut lebende Bevölkerung. 40 Prozent der Bürger Ägyptens vegetieren mit weniger als 2 Dollar am Tag dahin, während eine winzig kleine Oberschicht in Saus und Braus lebt. Warum hat Brandner nichts gesagt, als die durch Wirtschaftsliberalisierung und Korruption in den letzten Jahren exorbitant gestiegenen Preise für Grundnahrungsmittel ein ganzes Volk dem Hunger ausgesetzt haben?
Der aufmerksame Beobachter bekommt den Eindruck, dass es Brandner gar nicht um das ägyptische Volk, um Demokratie und Freiheit geht, sondern um den schwindenden Einfluss des Westens auf die arabische Welt. So will Brandner und nicht nur er, den Ägyptern eine Regierung von europäisch-amerkanischen Gnaden aufzwingen. Man wird sehen wie die westliche Welt reagiert, sollten wirklich dereinst freie und geheime Wahlen stattfinden und sich die Bevölkerung mehrheitlich für die Muslimbruderschaft entscheiden. Wird dann auch um Ägypten ein Zaun gebaut wie um den Gazastreifen, nachdem sich die Palestinenser für die Hamas und gegen die durch und durch korrupte Fatah entschieden hatten?









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