
Unsere Flaneure werden drei Jahre alt. Gefeiert wird mit 140 Fotos: http://bielefelderflaneure.twoday.net/stories/diaschau/

Unsere Flaneure werden drei Jahre alt. Gefeiert wird mit 140 Fotos: http://bielefelderflaneure.twoday.net/stories/diaschau/
Was die NW kann, kann hermann auch…
Keine Sorge. Diese Überschrift wird der einzige Ausflug in die heimlichen und unheimlichen Sphären der Boulevard-Presse werden. Oder: Yellow-Press, wie die NW neulich aufklärte. Aber ich bin ja auch kein Journalist, sondern gebe nur ab und zu meine Kommentare ab.
Also doch!!! Ja was denn nun? Ja!!! Es ist hiermit also doch bewiesen: Der lange Winter, der eigentlich total unmöglich ist und Schuld an allem hat, ist auch noch dafür verantwortlich, dass die Grippe im hermann-schen Haus rumgeht. hermann junior hat sie seinem Vater vererbt. Und wem sie hermann vererbt, bleibt abzuwarten. Ein Beweis gefällig? Mit Blutspritzern und “abbem” Arm??? Oder als Erscheinung unserer modernen technischen Welt gleich mit Videobeweis? Mitnichten. Das folgende Stillleben soll reichen.
Es gibt Tage, da bleibt die Zeitung einfach mal ungelesen auf dem Wohnzimmertisch zurück. Sie liegt dann einfach nur so da. Stapelt sich mit anderen ungelesenen Postsendungen zu einem kleinen Häufchen und fristet ihr Dasein. In der Hetze des Alltags wirft man dann immer mal wieder zwischendurch einen Blick auf die Überschrift und beschließt, sie doch noch nicht jetzt lesen zu können. Irgendwann denkt man da aber. Ach komm, dann liest du sie halt schneller und gut ist! Denn eins muss einem klar sein: Wehe, wenn du die Todesanzeigen nicht gelesen hat. Oder die neuesten lokalen Meldungen verpasst. Dann ist es aus, mit dem informiert sein.
In dem Fall der auf dem Foto zu bewundernden Ausgabe des hiesigen Provinzblättchens und seiner blauen Schwester war das anders. Die Überschrift hat mich von Anfang an nicht angesprochen, erinnert sie doch zunehmend an die sehr populistischen, boulevardesken und verdummhornenden Überschriften einer Hamburger Tageszeitung. Davon ist das hiesige Provinzblättchen nicht mehr so weit entfernt. Insbesondere die Gestaltung der online-Ausgabe des roten – ja man kann inzwischen schon fast sagen – Käseblatts. Was ja auch kein Wunder ist, wo ein Teil des Unternehmens ja bereits den Norddeutschen gehört.
Süß war im übrigen, als ich bei der Durchsicht der Zeitung dann am Ende auf der allerletzten Seite (witzigerweise der gleichen Ausgabe!!!) eine Anzeige fand, die – in eigener Sache geschaltet – den Leser vom Gegenteil überzeugen sollte. Sensationsjournalismus ist also nicht das Konzept, was die NW verfolgt. Ich frage mich bei der Überschrift nur, was das noch mit seriöser Recherche, fundierter Berichterstattung oder gar journalistischer Qualität zu tun haben soll?!?
Das ist ein Duschkopf. Ein stinknormaler Duschkopf, wie man ihn bei OBI oder Toom am Südring und anderen Baumärkten bekommt. Was das Ding mit dem Brüsseler Eurokratenapparat, wo jetzscht da Oeddinga, Günther, Änglisch-parlierend zughört, zu tun hat? Nun ja. Eigentlich ist das eine Normgurke. Sieht nur anders aus. Da man aber die EU-Normierung der Gurke wieder abgeschafft hat und die Banane noch nicht so weit ist, hat es den Duschkopf erwischt. Einfach durchgewinkt hat man jetzt ein Gesetz, so gut wie keiner hat es groß bemerkt: Vorschriften für Duschköpfe – so ein Irrsinn. Aber wenn “öko” draufsteht, wird der gesunde Menschenverstand erst einmal ausgeschaltet. Und jetzt spinnen wir mal das Ding weiter. Vorschriften sind einzuhalten. Also muß eine europaweit agierende Duschkopf-Polizei her. “Dukopol”, eine neue Dienststelle. Verwaltet von Oeddinga, Günther, und nur änglishsprochig. Sozusagen ein Duko-Sondereinsatzkommando. Bei Verkalkung ist der Kopf sofort vom Schlauch zu reißen und ein Strafgeld anzusetzen.
Was uns das alles sagt? “Bürger halt das Maul. Du hast doch sowieso keine Ahnung”. Erinnert irgendwie an das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern.
Da macht uns die NW doch an diesen Rosenmontag ein schönes Geschenk, das aber auch zugleich wehmütig macht. Die heute so glitzernde Metropole hat mit Arm. Bielefeld also nicht nur nur in echt westfälischem Humor – das Heben der Oberlippe im 1 Millimeter bedeutet bereits, aus gradezu vollem Halse zu lachen – den sogenannten “Paternosterfußball” erfunden. Nein, hier stand auch mal die Wiege des Karnevals. Vor 150 Jahren, als die Kölner noch am Dom rumbauten und die Deutzer Brücke mangels Nichtvorhandenseins keine ICE-Züge trug, wurde hier unter der Sparrenburg bereits geschunkelt, zogen die Bauernkarren aus Heepen, Gütersloh und Altenhagen durch die Niedernstraße. Den anhaftenden Mist hatte man mit feinen Bändern kaschiert, die Wagen mit ostwestfälischen Närrinnen nd Narren beladen. Es muß dannn wohl auch ein Kölner Kardinal aus der frühen Erbfolge des Domfensterverdammers M eichsner gewesen sein, der hier in der Provinz die prächtigen Züge sah und das auch für Kölle haben wollte. Schließlich ergab das an Aschermittwoch, der ebenfalls hier in der Lutter erfunden worden sein muß, eine tolle Aufwertung der Beichtstuhlquoten.
Ach ja Bielefeld, Du “Mutter allen Karnervals”. Kamelle…….
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