Und weil ich gerade dabei bin, mir es wieder mal mit einigen Stadtoberen zu versauen und die nächste Klage schon auf mich wartet, gleich noch ein Wort zum Prime Inter Pares: Da stand in der letzten Woche im Vereinsblatt der Lippstädter Christdemokraten doch tatsächlich, man sollte den Gerüchten nicht glauben, dass unser Langholzimport aus dem Sauerland zum Ende der Periode das Weite sucht. Er habe halt nur keinen Spaß daran, Sieben Säcke Flöhe zu hüten. Dazu Folgendes: Wer seine eigene Partei nicht im Griff hat, ist an der Fraktionsvermehrung selbst schuld. Zweitens geht es nicht darum, Mehrheiten am Telefon zu organisieren, sondern den Wählerwillen umzusetzen. Und wem das zu anstrengend ist, der darf gerne gehen; ich persönlich glaube nicht an Gerüchte, eher schon an fromme Wünsche.
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Interessante Hypothese, die der Gutachter von der GMA da aufstellt: 14% Kaufkraft wandern aus Lippstadt ab (wohin eigentlich?), daher sollte man schnellstens 17.000m² an zusätzlicher Einzelhandelsfläche schaffen, um diesen Verlust zu kompensieren. Natürlich stimmt es, dass man bei einer prozentualen Berechnung zusätzliche Kaufkraft in Lippstadt generiert, aber warum lässt man die 14% abwandern, ohne sich mal zu fragen, wie man dieses Problem lösen könnte? Wenn ich mir einige Erfahrungen im Lippstädter Einzelhandel in Erinnerung rufe, bin ich zumindest froh, dass ich als Eingeborener Alternativen mit ansprechendem Service und guter Sortimentierung innerhalb der Stadtgrenzen kenne. Übrigens handelt es sich dabei meist nicht um die “Großen Namen”, die wir ja auch, wenn auch nicht im gleichen Maße wie Soest oder Städte des Ruhrgebiets, in unserer Stadt finden, sondern um die kleinen Betriebe, die den Servicegedanken noch ausleben.
Jedenfalls leuchtet mir nicht ein, warum wir die Einzelhandelsfläche Lippstadts mal eben um wahnwitzige 17.000m² aufstocken sollen. Allerdings ist der zweckdienliche Ansatz dieser Empfehlung ein paar Zeilen später ersichtlich: Dort wird nämlich klargestellt, dass die Innenstadt diese Flächen nur am Güterbahnhof freisetzen kann. Und damit niemand auf die Idee käme, das Südertor wäre eine Alternative, wird dieses schon mal ohne weitere Begründung ausgeschlossen und als Zusatzoption ohne großes Potential deklariert.
Meiner Meinung nach handelt es sich bei der GMA- Nummer um ein Gefälligkeitsgutachten, welches wichtige Einflüsse (Internet, Bevölkerungsstruktur) und strukturelle Tatsachen (Distanz Bernhardbrunnen/Südertor und Distanz Bernhardbrunnen/Güterbahnhof) ignoriert. Einigermaßen intelligente Zeitgenossen würden wohl zu dem Ergebnis kommen, dass man vielleicht eher die Probleme des Leerstands (Miet/Pachthöhe in 1a und 1b Lagen!!!), die Organisation der Einzelhändler (Zusammenarbeit und stringentes Marketing zum Wohle Aller und nicht auf Kosten Einzelner) und die Überarbeitung der Sortiments-, Verkaufsraum- und Servicekonzeption (Drecksladen ohne Auswahl mit unfreundlichem Verkaufspersonal) forcieren sollte, anstatt teure Gutachten zweifelhafter Sachlichkeit in Auftrag zu geben. Nur weil das Güterbahnhofsprojekt nun auf die Zielgerade des Orkus einschwenkt muss sich die Stadt nicht blindem Aktionismus unter dem Leitmotiv “Seht! Wir haben es immer gewusst!” ergehen. Die Gretchenfrage lautet immer noch: Wie soll ein Supermarkt mit 5.000m² den Kaufkraftverlust in Lippstadt verringern und Käufer aus dem Umland nach Lippstadt locken? Gibt es im näheren Umkreis etwa keine Tiefkühlkost zu kaufen?
50 Millionen schwirren heute Gerüchteweise durch die Metropole. Arminia denkt über den Verkauf der AlmSchücoArena mit der völlig fehlgeplanten neuen Haupttribüne nach. Wer kauft sowas? Vielleicht wird das, was die bekannt bösen Zungen von immer noch leicht schneebedeckten Dächern wispern bald Wirklichkeit:
Aus Alm wird AlmSchücoTechnischesRathaus
Ungeahnte Möglichkeiten auf 50 x 100 Meter Fläche mit 28.000 Zuschauerplätzen ringsum und ein paar unverkäuflichen “Sky-Offices”. Da können 28.000 Bürger den technisch Planenden der Metropole auf dem Rasen zugucken. Wenn die Almdudler dann ihre herzzerreißenden Spiele absolvieren, werden die Schreibtische vom Rasen geräumt. Dafür sollte man doch wohl 50 Millionen haben. Oder? Man könnte ja die Stätte insgesamt Schücosolarmäßig überdachen und den erzeugten Strom “Original Almstrom aus ökologisch einwandfreieer Erzeugung” mit Aufschlag vertreiben.
“Bau auf Blau” hieß es ja mal zu Zeiten eines Roland-Kentsch-Gott-hab-ihn-selig. “Bau auf blauen Strom” wäre endlich mal was Kreatives und das ewige Dauerthema “Technisches Rathaus” vom Tisch. Weltweit ebenso einmalig wie der Kredit eines hoch verschuldeteten Städtischen Klinikums an einen ebenfalls hoch verschuldeten Profiverein, der nicht in der Lage war, satte 6 Millonen Mehrkosten eines Tribünenbaus zu übersehen.
Merke: Wenn Amateure sich mit Amateuren paaren, sind 6 Millionen gemessen an der Ewigkeit praktisch nichts.
Knietief ist die Metropole verschuldet. Besserung nicht in Sicht. Dennoch träumt die Verwaltungsspitze einen teuren Traum: Ein neues Technisches Rathaus soll her, koste es, was es wolle. Sozusagen ein Taj Mahal der städtischen Technik. Fast 27 Millionen sind dafür angedacht und OBPit - für was ist er eigentlich nicht? - nebst Baudezernent Mross natürlich Feuer und Flamme. Hurra, wir leben noch. Bevor die Damen und Herren weiter von ihrem teuren Taj Mahal der Technik träumen, sei eine Bollerwagenfahrt von Jöllenbeck im hiohen eisigen Norden bis in den tiefen alten Süden der Senne mit Abstechern nach Gadderbaum, Sieker und Altenhagen an geraten. Wenn dann noch alle Achsen heil sind, kann man ja gleich weiterrumpelen auf der Suche nach Geld.
Wie schon mal hier breitgetreten, waren die Steaks im La Pampa nebst Beilagen und freundlicher Bedienung gestern Abend wirklich gut. Gegenüber im Neuen Bahnhofsviertel lauert das “Puccinis” auf Gäste und verheißt per Schild neben der Tür “Servisekräfte gesucht”. Niedlich. Dann nehmt doch bitte die drei Ausrufezeichen ernst und verdingt euch dort.
Xaverl: Im Stammtisch am Sunnta (TV BR3 ) hot er gsagt dass eahm am meistn gfreit hot, dass da Ramsauer de Dengisch-Wörta obschaffa wui. Da konnst sched song: Respekt.
Übersetzung: Im Stammtisch am Sonntag (TV BR3) hat Markwort als seine Freude bezeichnet, dass der Minister Ramsauer die Denglischbezeichnungen abschaffen will. Das kann man nur loben.
Bereits erschienen:
Guido Westerwelle - Blog 02.10.2009
Peter Ramsauer - Blog 01.02 2010




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