
Unsichtbar, wie sich das für eine nicht vorhandene Stadt wie Bielefeld gehört, fuhr der ICE Freitagfrüh auf Gleis 2 des unsichtbaren Hauptbahnhofes ein und nahm uns pünktlich nach Berlin Hauptbahnhof mit…

… wo das Huschen und Hasten nach Roll – und sonstigen Treppen schon zur frühen Stunde gradezu orgiastische Ausmaße annahm…

… dabei sollten wir doch erst am Samstag den versifften, aufgerüschten, scheinschönen und “ach so chicen” Prenzlauer Berg mit Angela als Zitronenpresse, umschwebt von güldenem Dildo erleben. Nachdem wir uns zuvor artig am vor Dreck stinkenden S-Bahnhof Schönhauser Allee bei einem Kontrolleur der BVG (Berliner Verkehrsbetriebe) für eine 40-Euro-Strafe wegen “Schwarzfahrens” und natürlich Bürgermeister Wowi bedanken durften. Immerhin hatten wir die Hinweise an den Automaten und Fahranzeigern “Mit dem Ticket am Adventsamstag auf allen Strecken Freie Fahrt”. Pustekuchen, in Balin heisst dit anders: “Nur 3 Haltestellen und S – und U-Bahn gehören nicht zusammen”. Nun denn. Die schönere und bessere Hälfte muß dem Mann im “stylischen” Schwarzfahrer-Jagddress irgendetwas suggiert haben, jedenfalls machte er einen Deal und halbierte die Strafe.

Dennoch war die waschechte Bielefelderin auch nicht andeutungsweise vom “chicen, schönen, versifften, mit Schickimickis und Adabeis durchseuchten Prenzlauer Berg” und Nieselregen zu überzeugen. Dabei wollte ich doch eigentlich nur wissen, ob das passt, was Die Zeit mal über das komische angesagte Viertel recht zynisch geschrieben hat. Es passt. Deckungsgleich. “Bionade-Biedermeier mit Elite-Gehabe”. Was eigentlich auf so vieles in diesem Konglomerat Berlin zutrifft…

… wie zum Glück nicht unser Hotel direkt neben dem Berliner Dom. Stolz trägt es seine 5 Sterne und überzeugt ganz locker und skandinavisch lässig…

… nicht nur beim abendlichen Bestaunen des riesigen Aquariums in der Lounge und mehreren Caipirinha. Serviert von einer locker-lustigen jungen Dän/Schwedin mit leichtem Akzent “Schmeckt gut?”. Oh ja…

… allerdings muß man beim Betrachten der über die abendlichen “Linden” trabenden Kutschen recht schnelle Augen haben…

…oder einfach mal neben die obligatorischen Weihnachtsmärkte schauen, die allerdings vom Jammer, Geheul und Kirmesgedudel auf dem unsäglichen Alexanderplatz locker getoppt werden …..

… und niemals gegen Vattenfalls Lindenerleuchtung ankämen…

…der Wirtschaftsminister “Viertele” Brüderle dank eiligem Gehusche durch das Friedrichstraßenquartier 205 wohl entkommen wollte ….

…. wir ihm also nicht erzählen konnten, warum Bielefeld Berlin toppt. Nein, nicht bei den Brachflächen und Abbruchhäusern, der protzigen Pracht von Mitte und einigen anderen Quartieren, der Großkotzigkeit und dem derben Humor…

… Bielefeld toppt Berlin mit seinem “Neuen Bahnhofsviertel” und Goldbeckchens Parkhausbau. Wo Du am Samstagabend von “Außer-Betrieb”.-Parkautomat zu Parkautomat eilst, der dann keine Geldscheine annimmt, was nach 2 Tagen Parkens im Goldbeckbau schon Not tat. Erst an der Ausfahrt tut es dann ein automatischer Geldeinsammler. Wer Schilder an die Automaten hängt “Kaputt”, der kann doch wohl auch für die Reparatur sorgen? Zumal sich Auto um Auto unten stapelte.

Dagegen war die Berliner Hauptbahnhofsposse, die eine halbe Stunde lang die Einfahrt des verspäteten Abfahrts-ICE von Gleis 14 nach 13, von 13 nach 14 und schließlich per Ausruf der DB-Dame mit dem Hütchen wieder auf das ursprüngliche Gleis verlegte lediglich eine Episode aus der Nach-Mehdorn-Zeit….
Bielefeld toppt eben Berlin. Locker.
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