Vor einer NRW-Wahl in den Achtzigern trafen sich die für die Wahlkampfplanung und –umsetzung verantwortlichen Personen im Haus des Wahlkampfleiters der SPD in NRW. Nach ausführlicher Debatte und Entscheidung zu verschiedenen Projekten des Wahlkampfes warf der NRW-Wahlkampfleiter noch ein besonderes Problem und eine Frage auf: Manfred Güllner von Forsa wolle wissen, was für ein Ergebnis bei der nächsten Umfrage für die NRW-SPD gewünscht werde – ein gutes Ergebnis, um den Mitzieheffekt, den Bandwaggon, auszulösen, oder ein schlechtes Ergebnis, um die Gefährdung der SPD-Führung im Land zu signalisieren und so die eigenen Anhänger zu mobilisieren. Schreibt Albrecht Müller auf den “Nachdenk-Seiten”
Auch hier aus der geduckten Metropole unter der Sparrenburg kommen Umfragen. Von Emnid.
Müller schließt seinen aus der eigenen SPD-Erinnerung geschriebenen Beitrag zu “Politischen Umfragen” so:
An diese Erfahrungen sollten Sie denken, wenn Sie zum Beispiel bei Stern.de das Folgende lesen:
Im Gespräch mit dem stern führt Forsa-Chef Manfred Güllner die starken Zugewinne der Linken auf die Diskussion um rot-rote Bündnisse im Saarland und in Thüringen zurück. Wenn die SPD jetzt die Schleusen nach links öffne, mache sie die Linkspartei “salonfähig”, so der Meinungsforscher. Viele Wähler würden dann gleich zu den “radikalen Vereinfachern” gehen. Zudem würden nun Leute zur Linken zurückkommen, die der Partei während der Wirtschaftskrise den Rücken gekehrt hätten.
Meinungsforscher als Öffentlichkeitsarbeiter! Das sollte man immer im Hinterkopf haben.
Auf gut Westfälisch: Wie rum hätten sie es denn gerne Umfrageerlogen? Wie sonst kommt eine angebliche Beliebtheit von fast 60% für eine gescheiterte Kanzlerin zustande?






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