Der Chef der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, warnt davor, dass die deutschen Polizeibeamten den Anschluss bei der Verbrechensbekämpfung im Internet verlieren könnten. “Was früher die Fußstreife war, ist heute die Fahndung im Internet”, sagte Freiberg der “Rheinischen Post” (Heutige Ausgabe). Gleichgültig, ob Geldwäsche, Wirtschaftskriminalität, Kinderpornographie oder Terrorismus – überall spiele das Internet eine zentrale Rolle. Freiberg forderte: “Wir brauchen mehr Spezialisten, wir brauchen eine bessere Technik, und wir brauchen natürlich auch in der internationalen Zusammenarbeit Verbesserung. Es ist ungeheuer wichtig, dass wir den Anschluss nicht verpassen.” Sie machen einfach wütend, diese unqualifizierten Sprüche. Die Paranoiker der Nation haben das Internet als “Quelle allen Übels” herausgeguckt und verunsichern diejeningen, die mit dem Medium nicht umgehen können.
Da paßt ja mein Traum von heute Nacht wunderbar ins Kalkül des hysterisch angehauchten Polizeigewerkschaftlers (“Wir brauchen ein paar Tausend Mitarbeiter mehr”) und der ging so:
Ich fuhr auf deutschen Autobahnen und guckte zuvor im Internet auf einschlägigen Karten nach der Route. Jeder Rasthof war mit einer Nummer gekennzeichnet. Von 1 bis X. In der Erklärung bei google hieß es: “Unter der Nummer werden Sie per Chip in Ihrem Ausweis und in Ihrem Navigator gescannt und gspeichert”. Soso. Ich stelle den Navigator an und fuhr los. Rasthof Herford. Tatsächlich erschienen eine Zahl im Navigator, ein Lämpchen glimmte auf: “Sie wurden soeben gescannt und gespeichert”. Aha. Weiter Richtung Hamburg. Rasthof Garbsen. Ich stieg aus und sah eine lange Schlnage von Leuten mit ihren Ausweisen in der Hand vor einem Tischchen, dahinter Polizisten mit Scannern. Jeder Ausweis wurde erfasst und die Daten gespeichert. “Warum?”, wollte ich wissen. “Nur wenn Sie erfasst sind, dürfen Sie tanken und später weiterfahren”. Aha. Und so ging das dann immer weiter. Bis hoch an die dänische Grenze. Entgegen einschlägiger Erfahrungen wieder Grenzkrontrollen: “Sie sind 12 mal erfasst worden und beim BKA, Interpol, CIA, Mossad und Verfassungsschutz unauffällig. Sie dürfen nach Dänemark ausreisen”.
In Dänemark gab es dann weder Chiperfassungen noch Kontrollen noch sonstwas. Nur grüne Weiden,. Wasser und Buko von Arla. Schönes Gefühl.
Ausgelöst hatte diesen Traum dann wohl final ein Erlebnis gegen Mittag auf dem real, – Parkplatz an der Gütersloher. Wir hatten
sensible, tiefgefrorene Waren gekauft. Die schönere und bessere Hälfte besorgte noch eine Kleinigkeit beim Türken im Eingangs-
bereich des Marktes. Ich befüllte den Maybach und setzte mich hinter das Steuer. In 15 Meter Entfernung näherte sich die schönere und bessere Hälfte. Vor mir parkte umständlich ein min. 15 Jahre alter, aber bis in die tiefsten Poren Zahnbürsten-
gepflegter Benz ein. Zwei Gestalten, Marke “Beige Windjacke, getarnt im schwarzen Kik-Hemd und Kleidchen-Complet vom Rundständer” stiegen mühsam aus. Ich ließ den Motor an und schaltete die Klimaanlage ein. Die schönere und bessere Hälfte war schon fast am Auto. Da klopfte es heftigst an die linke Seitenscheibe: “Sauerei. Umweltschädigung, Stellen Sie sofort den Motor wieder aus”. Ich machte die Scheibenwischerbewegung und die schönere und bessere Hälfte stieg ein. Langsam parkte ich aus, während der getarnte Beige-Windjacke-Träger sich Hände seitlich in die Hüfte stemmend aufbauen wollte. Dann tat ich etwas, was ich noch nie getan hatte: Ich zeigte dem Paranoiker den Vogel. Darf man aber bei offensichtlichen Fans von Gestapo, Stasi und Blockwarterei.
So langsam habe ich das Gefühl, die paranoitischen Anfälle und Ausfälle und Ideen einer ganz bestimmten Mischpoke in diesem Lande wirken bei der dumpfen Masse. Ich hätte wohl noch in den Benz schauen sollen, wo sicher die BLÖD auf dem Rücksitz lag.
Es möge der Bielefelder Götterspeisen-Gott mal so richtig einschlagen.

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