
Donnalüttchen, da haben die metropolischen Damen und Herren in Geldtransporterblau ja wieder reagiert wie die “Pawlowschen Hunde”. Was würden wir bloß ohne die Staatsgewalt mit der roten Kelle machen? Ich wüßte da was: “Blockwarte” müssen wieder her. Da haben wir in Deutschland einschlägige Erfahrungen, weltweit unerreicht und niemals übertroffen in Perfektion und Ausführung. Also, das geht so:
Die Metropole wird in sogenannte quadratische “Bad Maps” aufgeteilt, also Gebiete, wo die Gewaltbereitschaft höher ist als anderswo. Das wäre dann jedes Quadrat. Auch in Deppendorf, Jöllenbeck, Sennestadt. Jedes Quadrat wird einem “Blockwart” (Nicht zu verwechseln mit “Blogwart”) zugeteilt. Rekrutiert aus dem ohnehin nutzlosen Heer der bald an die 7 Millionen Personen umfassenden und ehemals von einem gewissen Politdussel namens Clement als “Schmarotzer” bezeichneten Landsmannschaft der Hartz 4ler. Nach einem Einführungskurs von 4 Stunden wissen die Warte, was Block ist. Der Running-Gag des federführenden rollenden Paranoikers in Berlin ist aber der neue, unter strenger Einhaltung von hohen Schmiergeldzahlungen durch Siemens HÜS (“Human Überwachungs System”) entwickelte Handgelenkschip. Assistiert haben bei dieser Entwicklung die Herren Obermann (Deutsche Teledumm) und Mehdorn (“Wir stellen auch heimlich Weichen”).
Wie geht das nun in der Praxis? Einmal vom Stadtamt für paranoide Überwachung aktiviert, sendet der Chip ständige Standortsignale aus, die Im Hochhaus am Kesselbrink aufgefangen und gespeichert werden. In der sogenannten “Sicherheitszeit” von 21 Uhr bis 6 Uhr früh meldet der Chip jede Abweichung von den hochgeklappten Bürgersteigen, jedes nicht genehmigte Lachen, jedes Bierchen über den behördlichen Eichstrich hinaus. Der Alarm des ins Handgelenk implementierten Chips kommt in Echtzeit und der zuständige Quadrat-Blockwart schwärmt aus, um den/die Fehlenden zu stellen. Ein kleiner Stromstoß sorgt für Ruhe am Delinquenten.
Ein Blick auf ein Einzelüberwachungsdisplay, wie es sich den ca. 1000 Mitarbeitern des Stasi 2.0-Hochhauses am Kesselbrink darbietet (Für Gruppenüberwachung gibt es raumhohe Beameranzeigen, vor denen dann 20 Überwachungsbeamte – bezahlt nach A 12 mit Schwerstarbeiterzulage und Sonderpension aus dem ehemaligen DR-Staatsvermögen – sitzen):
Von der Geldtransporterblau-Truppe anschließend eingesammelt, werden sie im zentralen Sammellager unter dem Kesselbrink für eine Nacht ruhiggestellt und zwangsweise vom Ordnungsamt neu eingestellt. “Ruhe ist die erste Bürgerpflicht”, heißt das Programm. Entwickelt wurde es ebenfalls von der Gruppe um den rollenden Paranoiker. Aus Sicht der Berliner Irrenhausinsassen hat es den entscheidenden Vorteil, ihnen zu suggerieren, sie seien normal und nicht die Masse der Bürger.
Bielefeld wurde für den mit der “Nacht der roten Kelle” eingeläuteten Testlauf deshalb ausgewählt, weil es die einzige deutsche Großstadt ist, die es nicht gibt.
Sie brauchen also keine Angst vor dickeren Menschen in Geldtransporterblau, roten Kellen und Chips im Handgelenk zu haben. Das dient nur der Abwehr von Terroristen. Man erzählt sich, die säßen in gepanzerten Automobilen der Oberklasse, deren Kennzeichen mit “0″ beginnen. Was ja auch definitiv zutrifft.
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