Xaverl: Wenn ma unbedingt wui, schafft ma fast ois.
Übersetzung: Wenn man es unbedingt will, dann schafft man auch einen Schneemann fast ohne Schnee.
Xaverl: Wenn ma unbedingt wui, schafft ma fast ois.
Übersetzung: Wenn man es unbedingt will, dann schafft man auch einen Schneemann fast ohne Schnee.
… und Eilhoff im Arminen-Tor war der bessere Adler. Etwas Luft auf der Alm für die “Zeckis”. Bochum, Karlsruhe, Cottbus, M.gladbach verloren. Hoppenheim jetzt wieder vor Bayer Leverkusen.

Straßenglätte, Absatzkrisen und verkalkte Perlatoren lassen ihn kalt.
Seine Nase wäre allerdings als Tierfutter (ohne Rabatt) geeignet.
Es hätte alles so schön werden können, bei der Marke mit dem “Blitz” vorne an dran. Doch wo früher die Massen an Kadett, Astra, Manta, Kapitän und Olympia, ja Rekord, vorbeipilgerten – da ist heute – am Tag des neuen “Insignia” – nichts. Keine Schnittchen, keine Bierken, keine Musik (Chopins Trauermarsch hätt schon gepasst). Schüchtern steht Europas “Auto des Jahres” hinter einem Pfeiler beim Händler und träumt von seiner ungewissen Zukunft. “Das erste Auto, das denkt” – so wirbt Opel für das neue Mittelklasse-Modell Insignia. Dann sollte er sich schleunigst eine neue Heimat jenseits der fast schon toten GM – Mamma suchen.
PS: Wären das nicht tolle Dienstwägen für die Spieler von Arm. Bielefeld?
Nur drüber reden nutzt nichts. Man muss es tun. Und weil zumindest im Lippstadt-Blog die Anfragen immer heftiger werden, berufe ich hiermit am Donnerstag, 04. Dezember 2008 um 19 Uhr das erste loggere Lippstädter Bloggertreffen ein (bitte weitersagen).
Treffpunkt zum gegenseitigen Beschnuppern bei leggerem Glühwein wird der Lippstädter Weihnachtsmarkt sein. Wie vorgeschlagen (das Wort Peinlichkeit ist mir bekanntermaßen fremd), werde ich um 19 Uhr mit einer roten Kopfbedeckung samt Blinklicht am Bürgerbrunnen stehen und Euch einsammeln. Wer’s mir gleichtut, bekommt ‘nen bekömmlichen Glühwein ausgegeben ;o) Einen Tisch am Glühweinstand reservieren wird sicher nicht leicht, muss aber denke ich auch nicht sein.
Bin gespannt, wer alles dabei ist.
Kurz nach zehn am Teuto. Es schneit immer noch ausgiebig unter den gewaltigen Gipfeln des umgebenden Mittelgebirges. Auf der AlmSchücoArena laufen Beherzte einige Meter neben der Mittellinie her. Noch ist sie nicht sichtbar.
“Du schaffst es!”, “Gib niemals auf!”, “Sorge dich nicht – lebe!” Die Entertainer der Erfolgsgesellschaft locken Verzagte, Berufsmüde und Karrieresüchtige zu Tausenden auf ihre Motivationskongresse. Begegnungen mit den Predigern der Erschöpfungslehre
Und dann sagt er ihnen, sie seien in den Hühnerstall hineingeboren. Zu Hühnern habe man sie erzogen. Und er sagt ihnen, sie seien Adler, und sie schweigen und lauschen. Und der Hühnerstall, das sagt er ihnen nicht, ist die Gesellschaft, und Hühner sind schwach. Und die allermeisten Menschen seien Hühner, und du, sagt er ihnen, du schaffst alles, wenn du nur willst, DU, sagt er, DU kannst Adler werden! Und 1100 Adler jubeln. Der Redner heißt Jürgen Höller. Es ist Samstagnachmittag. Draußen regnet es.
So beginnt ein Essay über die “Diktatur der Optimisten” in der ZEIT Mitte 2001. Am 8. April 2003 wurde er vom Landgericht Würzburg wegen Meineid, Untreue und vorsätzlichem Bankrott zu drei Jahren Haft verurteilt. Heute versucht er wieder auf die Beine zu kommen. Ach, Sie kennen Jürgen Höller und sein “Tschaka!” gar nicht?
Das können wir ändern. 2009 ist in der Metropole unter der Sparrenburg das Erfolgsjahr. Ihr Erfolgsjahr! Dafür sorgt das etwas größere der Lokalbättchen, die NW. Sie bietet nämlich ganzseitig als “…ideales Weihnachtsgeschenk” 2009 an: “Von den Besten profitieren”. Als da sind der Körpersprachenmolcho, der Tagesthemen-immer-noch-Zehrer Wickert, der Heuschrecken-Esser Nehberg, der Berufsoptimistler Horx, der Günter-Prinzip-Frädrich, der Schreihals-Ruhleder, die Motivierer Förster/Kreuz, der Netzwerk-Scherer, der Management-Radermacher, der Unternehmens – gesunder-Fournier. “Von den Besten profitieren”. Wobei der doch gar nicht dabei ist, der Tschaka-Mann.
In der Stadthalle wird es stattfinden, das – ja wie nennt man das? – “Festival der Gurus”. Sie werden hinpilgern, die Männer mit dunklem Dreiteiler und gestreiften Krawatten, Coat, Mantel, Ledertasche die erste Treppe hinauf, dazwischen Frauen mit Schlangenlederschuhen und Pumps, Kleidern, Lederhosen, Jeans. Der leichte Schweißgeruch des “Heut-geh-ich-zum-Guru” wird ihnen anhängen. Sie werden Glitzern in den Augen haben – und bedingungslos daran glauben, was ihnen da von der Bühne der Halle heruntergeschleudert wird. “Tschaka!”. Du schaffst das. Du mußt nur dran glauben. Du mußt nur Deinen Geldbeitrag zu meinem Vortrag leisten. Du kannst auch meine Bücher kaufen.
“Sorge Dich nicht. Klebe”, sagen die Tütenkleber in der Brackweder Justizvollzugsanstalt. Hätten sie bloß rechtzeitig Jürgen Höller besucht. “Tschaka!”. 10% gewährt auch das Guruförderblättchen NW, wenn Ihr die NW-Karte und ein Abo habt. 10%. “Tschaka!”. Wär doch gelacht.
Ach so. Einen habe ich noch. Der muß aber heute Nachmittag auf hoffentlich geheiztem Rasen auf AlmSchüco dem Leverkusener Adler zeigen, daß er das bessere Torwart ist: Eilhoff.
“Tschaka!” Du schaffst das. “Sorge Dich nicht. Halte!”. Wenn die Hütchenspiele der Banker versagen, kommt die Stunde der Gurus. Gleiches Prinzip, gleich beschissene Aussage. Gleiche Verlogenheit.
Stille Nacht, Heilige Nacht…
Und ohne Stille nicht besonders heilig – und Stille ist, was am Neuen Markt wieder fehlen wird. Fragt man dort anwohnende Kinder, was in 5 Wochen ist, bekommen sie helle Augen und sagen: “Da ist der Weihnachtsmarkt zuende!”, was bedeutet, daß sie sich in ihren Kinderzimmern wieder in normaler Lautstärke unterhalten können.
Nichts übrigens gegen die Tradition; ich bin an den Neuen Markt gezogen, obwohl ich den Weihnachtsrummel noch aus Kindertagen kenne. Aber da war diese Tradition noch stiller – nix mit Musikanlagen jenseits der gefühlten 10000 Watt mit extra fetten Bassboostern, was dann glatt durch die Häuser geht, so daß jeder Raum einer Wohnung betroffen ist.
Das ist kein Weihnachtsmarkt mehr, sondern eine Art Lifekonzert, und dies hat am Neuen Markt zur Weihnachtszeit und vier Wochen lang keine Tradition.
Und was wird überhaupt gespielt: Heino-Weihnachtsschnulzen, unterlegt mit Techno-Beat. Dann und wann noch eine Sirene dazu, damit sich der Adrenalinspiegel nach der Shopping Tour nicht so schnell wieder senkt.
Wer findet das eigentlich gut? Es mag ja Leute geben, die das nicht so stört, aber wer will denn diesen Musikbrei wirklich hören?!
Kann man Leuten mit einer Resthirnzelle (Betreiber ausgenommen, die machen das freiwillig) so etwas einen Monat von morgens bis abends zumuten? Ich meine nicht die Schallgrenzwerte. Sondern die Grenzwerte des Anstands, der auf Betreiberseite nun schon seit Jahren in eher minimalen Dosen anzutreffen ist.
Gibt es denn keine anderen Freiflächen in dieser Stadt?
Besinnlichkeit? Gleich neben einer der großen Kirchen? Fehlanzeige. Weihnachtsmarkt? Was ist daran weihnachtlich? Daß ein Fahrgseschäft, das im Sommer “American Dancer” heißt, sich nun “Christmas Dancer” nennt?
Weihnachtsmarkt und Tradition sind gut und schön. Zur Tradition gehört die Stille, sogar die innere Einkehr. Das ist angesichts des modernen Weihnachtsgeschäfts schon fast eine naive Ansicht. Wenn Stille nicht mehr zur Tradition gehört – sondern eher eine Lautstärke, die (bei Dauereinwirkung) eine einzige Quälerei darstellt, wird es Zeit, der pervertierten Tradition auch einen weniger traditionellen Ort zu suchen.
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