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Unter dem Titel “Bielefelder Volksbank: nach der Fusion in Schwierigkeiten” schreibt Michael Diekmann im Westfalen-Blatt über die großen Probleme im Brackweder Teil der “neuen” Volksbank:
Nach der im Mai rückwirkend vollzogenen Fusion mit Brackwede steckt die neue Bielefelder Volksbank in Schwierigkeiten. Der Brackweder Teil der Bank verzeichnete offenbar Einlagenverluste und Ertragsausfälle in zweistelliger Millionenhöhe. Der amtierende Vorstand Michael Kittel ist um Einheit bemüht. Einzelne der mehr als 40 000 Gesellschafter fordern bereits einen kompletten Neuanfang.
Bevor am Samstag, 18. Oktober, mit der Gleichschaltung der Datenverarbeitungsnetze beider Banken der letzte wesentliche Schritt der Fusion vollzogen werden soll, war allen im Führungskreis längst klar, dass sich die wirtschaftliche Situation in Brackwede anders darstellt als angenommen und stets plakativ verkauft. Die Bank wollte auf WESTFALEN-BLATT-Nachfrage nicht Stellung nehmen.
Montag vor einer Woche setzte der Vorstandsvorsitzende Reinhard Eikel (52) seinem Leben bei Delbrück selbst ein Ende (wir berichteten). Am Sonntag zuvor war Eikel in der Bank vom Aufsichtsratsvorsitzenden Jürgen Becker über seine Freistellung unterrichtet worden. Eikel informierte seinen Brackweder Vorstandskollegen, erledigte offenbar noch persönliche Dinge im Büro. Montag hatte er sich krank gemeldet. Wie man jetzt weiß, hatte er die vom Aufsichtsrat vorgeschlagene Variante von seinem vorzeitigen Abschied aus gesundheitlichen Gründen nicht akzeptiert.
Die Brackweder Volksbank hatte sich schon länger in einer angespannten wirtschaftlichen Lage befunden. An der Hauptstraße wurde kein Geld verdient, die Bank, die sich selbst gern als »Perle Westfalens« innerhalb des Genossenschaftslagers präsentierte, lag mit ihrem Betriebsergebnis weit hinter dem Branchenschnitt und den Bielefelder Kollegen am Kesselbrink zurück. Die Kundenstruktur mit vergleichsweise wenig Privatkundschaft drückte auf den Verdienst. Den versprach man sich wohl aus der wackeligen Spekulation mit Kurzfrist-Langfrist-Krediten.
In der internen Vorbereitung der im vergangenen Jahr von Brackweder Aufsichtsräten eilig angestrebten Fusion beider Häuser wurde offensichtlich allen Beteiligten klar, dass die Brackweder Situation weit hinter den Erwartungen zurücklag. Insider versichern jetzt, dass es dem Brackweder Vorstandschef Reinhard Eikel nicht gelang, das Ruder in der Geschäftspolitik entsprechend herumzureißen. Eikel investierte in Umbau, Einrichtung und wichtige elektronische Ausstattung der Brackweder Bank.
Für die letzte Alleinbilanz der Brackweder Volksbank 2007 gab es bereits von Wirtschaftsprüfern schlechte Noten. Innerhalb des Aufsichtsrates der neu fusionierten Bielefelder Volksbank, zusammengesetzt aus den Kräften beider Banken, platzte die Bombe vor drei Monaten bei einer turnusmäßigen Sitzung. Kittel und Eikel, Bielefelder und Brackweder Vorstandsposition, lieferten sich einen verbalen Schlagabtausch vor versammelter Mannschaft. Hintergrund: Während sich das Geschäft am Kesselbrink bis Mai 2008 positiv entwickelte, verbuchte man in Brackwede im gleichen Zeitraum den Verlust eines erheblichen zweistelligen Millionenbetrages bei den Einlagen. Eine Erklärung für diesen Verlust soll es bislang nicht gegeben haben. Zwei Mitarbeiter im Controlling-Süd sind gegangen. Über einen Zusammenhang wird spekuliert.
Am Sonntag, 5. Oktober, zog Aufsichtsratschef Becker die Reißleine und stellte Eikel frei. Die verbliebenen Akteure im Vorstand halten sich in der Öffentlichkeit zurück. Die große Verantwortung für 330 Mitarbeiter des fusionierten Instituts und möglicher Imageschaden lassen sie behutsam agieren. Die Zukunft der Bielefelder Volksbank sieht man zumindest am Kesselbrink im geschlossenen Auftreten aller Beteiligten. Aber: Machtkämpfe zwischen Bielefelder und Brackweder Aufsichtsräten sind programmiert. Und immer deutlicher wird, wie riskant die im Mai rückwirkend zum Januar vollzogene Fusion war. Als die Defizite in der Brackweder Bilanz offensichtlich wurden, war der Fusionszug bereits nicht mehr zu stoppen.
Aufsichtsratsmitglied Hans-Günter Lamm, erst seit Montag aus dem Urlaub zurück: »Wir müssen erreichen, dass die neue Bielefelder Volksbank erhalten bleibt. Am Kesselbrink, versichert der Kreishandwerksmeister, habe die Bank ihre Schularbeiten vor der Fusion gemacht. Nach Eikel und dem Bekannt – werden erster Hintergründe sehen sich Verantwortliche der Genossenschaftsbank vor einer Stunde Null. Zitat eines Insiders: »Die Fusionsgeschichte beginnt jetzt neu.«
Danke Frank! Das hatte ich glatt überlesen. Da brennts aber gewaltig in der Hütte. Und die Frage tut sich auf, wer von den Genossen da wen nicht richtig. Halb wahr oder gar falsch über die Bilanzen informiert hat. Oder sollte es an der Brackweder Hauptstraße gar noch gar keine EDV geben? Oder sind die Kesselbrinkler noch auf Hollerith-Karten ein geschworen, die Brackwede ihnen vorlegte? Fragen über Fragen. Nicht nur im verschwippten. versifften, Verlobbyisteten Berlin. Verdammt, ich mag Banker einfach nicht.
Ein so genannter Automarder, der seit einigen Wochen die Polizei in und um Würzbrug beschäftigt, hat am letzten Mittwoch erneut zugeschlagen. Diesmal ließ der Täter aus einem Firmenwagen ein Navigationssystem und ein Handy mitgehen. Bislang fehlt leider von dem Unbekannten jede verwertbare Spur.
Gegen 08.30 Uhr hatte ein Autofahrer seinen Volkswagen auf dem Parkdeck eines bekannten Möbelhauses im Wiesenweg abgestellt. Als er nach Ladenschluss zurück kam, realisierte er, dass die Seitenscheibe kapuut war. Augenscheinlich hatte es der Täter nur auf die hochwertigen Elektroartikel im Wert von gut 300 Euro abgesehen, da sonst nichts in dem Fahrzeug fehlte.
Auch in diesem Fall hat die Kripo Würzburg die weiteren Ermittlungen übernommen. Zeugen werden gebeten, sich unter Tel.-Nr. 0931/457-1732 zu melden.
Verbraucherschützer weisen in der Passauer Neuen Presse darauf hin, dass Behörden immer häufiger nur über Service-Rufnummern erreichbar seien. Darin sehen die Verbraucherschützer allerdings keine Abzocke in den kostenpflichtigen Hotlines. Die Rufnummern werden meist nach einem Kostenteilungsmodell funktionieren – die Gebühren würden somit vom Kunden und der Behörde gemeinsam getragen. Außerdem haben die Verbraucher durch derartige Hotlines auch einen Vorteil: Im Gegensatz zu konkreten Durchwahlnummern sei hier fast immer ein Gesprächspartner verfügbar, wenngleich dann natürlich im Regelfall weiterverbunden werden muss. Flatrate-Nutzer sind nach Angaben der Verbraucherschützer nicht besonders benachteiligt. Negativ sindn kostenpflichtige Hotlines aber für Leute, die nur ein Handy besitzen. Bei ihnen werden bis zu 1,80 Euro pro Minute auf der Telefonrechnung verbucht. In diesen Fällen schlagen die Verbraucherschützer vor, eine Email mit der Bitte um Rückruf an die Behörde zu schreiben. Sicherlich wäre es aber sinnvoller, wenn die Behörden die Festnetznummern auf die die Servicerufnummern geroutet werden auch öffentlich zu kommunizieren.
Vielen Deutschen ist ist nach Angaben von verivos das eigenen Handy zu kompliziert. Im Durchschnitt würden lediglich 42 Prozent der technisch verfügbaren Möglichkeiten eines Handys genutzt. Dies ergab eine repräsentative Umfrage des Nürnberger Marktforschungsunternehmens «Puls» unter 1135 Probanden. Bei Fernsehern und Hausgeräten würden immerhin knapp zwei Drittel der Funktionen von den Kunden auch angewandt, teilte das Unternehmen am gestrigen Dienstag in Nürnberg mit. Teilweise stellen sich die Anbieter auf diesen Trend ein und bieten z.B. mit speziellen Seniorenhandys Zielgruppen spezifische Endgeräte an.
Am Samstag spielen die Heroes von Arm. Bielefeld bei den Wolfsburger Konzernkickern. So richtig große Chancen räumt man ihnen nicht ein. Beim Betrachten der Arminia-Webseite kommen einem auch absurde Gedanken. Wo steht die Arminia eigentlich? Das Sagen bei den Almdudlern hat ja bekanntlich ein Banker, der Kentsch R. Präsident ist ein eher unauffälliges Männchen, ein Rechtsanwalt. Auch schon lange. Gemeinsam haben sie eine Riesentribüne für x Millionen aufgebaut, die selbst bei Topspielen viele kahle Stellen zeigt. Wen man dann einfach mal eine Grade zur aktuellen Banken- krise zieht, was fällt einem da ein? “Richtig. Trau keinem Banker”. Genügt ja, wenn das die “Rose der Uckermark” mit großem hohlem Brimborium im Reichstag tut und den ehemaligen Bundesbnankpräsidenten und Aufsichtsrat der Hype-Ral.-Estate, die ja auch mit Milliarden gerettet werden mußte, zum Chef einer neuen Komission macht, die “neue Finanzregeln aufstellen” soll. Einem Gerücht zufolge plant Inneminister Wolfgang “Rolli” S. eine neue sogenante Kronmörderregelung, wonach der Mörder zukünftig selbst die Aufklärung der tat überwachen soll. Kann aber auch nur eisn dieser bösen Gerüchte sein, die sich um eine Regierung rankt, die vor 36 Stubnden noch der Meinung war, Deutschland habe keine Krise wie USA und jetzt 500 Milliarden in ein Schwarzes Loch wirft. Macht aber auch nichts, weil “die Rose der Uckermark” mit ihrem Sparbuch aus DDR-Zeiten haftet.
Über wen wollte ich doch grad noch schreiben? Ach ja. Den blutleeren Bankomaten an der Arminen-Spitze, der lieber Sitzplätze teuer leer läßt, anstatt günstiger eine Tribüne voll zu machen. Politiker und Banker sind sich sehr ähnlich: Sie sind weder die Klügsten, noch die Cleversten, noch die Ehrlichsten, noch haben sie Charakter.
Xaverl: D Weit is ungerecht. Mit de oiden Karrn sans ganz narrisch, d Weiber. Mit uns oide Mona …..
Übersetzung: Die Welt ist ungerecht. Die Oldtimer versetzen die Damen in Entzückung. Mit uns alten Männern….
PS. Heinz Vogl. Ich glaube da hat sich der Xaverl geirrt. Diese Oldtimer versetzen die Damen nicht mehr in Verzückung. Da müssten schon alte Porsche oder Jaguare stehen. Aber schön sind sie trotzdem.
Das oben rechts ist Bielefelds bekanntestes Gesicht. Ralph. Kreativer Kopf einer Teppich- und Stoffdynastie. Findet sich in nahezu jeder Anzeige und in jedem bunten, goldenen, silbernen und sonstwie-Klatschblatt der Republik. Das Heidi H-P von der NW lüftet heute ein wenig das Geheimnis seines Aussehens. Nein, nicht die Schnitzel von Kreisel-Helmut aus Quelle sind es. “Marita” heißt es, ist Visagistin und Lebensgefährtin von Ralph. Daneben hält sich der kreative Kopf der Stoffmacher aus Oldentrup noch mehr Blondinen. Beim jährlichen “Ladies Cup”. Das hat was mit Golf zu tun. Heidi H-P hat sich heute lang und breit darüber ausgebreitet. Siehste. So wirds was mit der PR. Schließlich kann man Ralphs Stoffe auch in vielen Bielefelder Geschäften kaufen.
Der Bielefelder Historiker Hans-Ulrich Wehler fordert die Ablösung von Deutsche Bank Chef Josef Ackermann. In einem Interview in der neuen, am morgigen Donnerstag erscheinenden Ausgabe des Hamburger Magazins stern sagte er: “Wenn die Deutsche Bank Staatsgelder in Anspruch nimmt, muss Ackermann und der gesamte Vorstand weg. Diese Hasadeure in den oberen Rängen müssen zurücktreten, auch wegen der politischen Wirkung.” Schließlich seien auch die Manager im zweiten Glied in der Lage, sofort die Leitung der Bank zu übernehmen. Nach Wehler ist die “aberwitzige Fixierung auf 25 Prozent Rendite, die Josef Ackermann der Deutschen Bank verordnet hat, charakteristisch für die Phase einer fehlenden Regulierung der Finanz- märkte. In so einem überhitzten Geschäftsklima treten dann all die Eigenschaften zu Tage, die derzeit beklagt werden: die Habgier, die Fahrlässigkeit, aber auch die Dummheit der beteiligten Banker.” Der Bielefelder Historiker verwahrte sich im stern dagegen, weiter zu machen wie bisher, nachdem sich die Märkte stabilisiert haben werden: “Wir dürfen nicht in drei Jahren, wenn sich die Wall Street längst beruhigt hat, Ackermann aus seiner Schweizer Hütte zurück holen.” Enttäuscht zeigt sich Wehler über das historische Gedächtnis vieler Wirtschaftsliberaler, die in den vergangenen Jahren mitverantwortlich waren für die Deregulierungswelle. “Als Historiker konnte man da nur sagen: Leute, ihr glaubt doch nicht im Ernst, dass es einen
staatsfreien funktionierenden Markt gibt.” Wenn er mit Bankern und Unternehmern diskutiere, sei er oft “erstaunt, wie wenig historisch die denken”, sagt Wehler. “Die haben einen Zeithorizont, der maximal ein paar Wochen zurück reicht und dann weit in die Zukunft geht.” Nur mit Hilfe solcher Denkbarrieren sei es in den vergangenen Jahren möglich gewesen, an die allein selig machende Wirkung eines freien Marktes zu glauben. Mit Bezug auf den Neoliberalismus sagte Wehler: “Was wir in diesen Wochen erleben ist, dass eine mächtige Gedankenströmung radikal dementiert wird.”
Na Hans-Ulrich, “Joe” Ackermann hat aber eine “mächtige” Mentorin im Rückhalt. Immerhin ist er Mitarchitekt des “Rettungsbaukastens” von 500 Milliarden €, wie er dämlich-blumig von den Politikheroen beplappert wird. Man schickt doch nicht den “V” (“Versager”) Zeigenden weg, der grad seinen eigenen Rettungsring kreiert hat. Das würde “die Rose der Uckermark” aber heftigst verhindern. Den Joe, den braucht sie doch. Wer weiß, welche Leichen in den Kellern da gemeinsam bewacht werden müssen. Und welcher zu mehr als 3 Millionen Strafzahlung Verurteilter kann so Klasse das “V” zeigen?
In Bethel würden Fachärtze sagen: “V” = “Verrückt”.
Das ist Markus Maletz. Er hatte als Bezieher von ALG II das in den Augen dieses Agenda-2010-Pleitestaates schon regelrecht anmaßende Pech, in der Lotterie “Aktion Mensch” 500 € zu gewinnen. Wir schruben auch hier über den Fall.
Rainer R., Geschäftsführer der Arbeitplus, sitzt warm, weich und bis ans Lebensende wunderbar auf Steuerkosten versorgt in seinem Sessel am Schreibtisch. “Nicht vorhandene Arbeit verwalten, Menschen drangsalieren und bespitzeln” ist heutzutage ein guter Job. Als Rainer Maletz sich jetzt wegen der erneut drohenden und aktuell nicht möglichen Rückzahlung der – Exbanker Kopper würde sage “unbedeutenden Peanuts” – erneut an die Presse wandte, habe das “etwas hilflos” gewirkt. Er habe aber – ganz Großer Kurfürst der Agentur für Nichtarbeit – “seine Mitarbeiter angewiesen, Maletz bei der Antragstellung zu helfen.
Wunderbares und trauriges Beispiel, woran unser Staat krankt. Milliarden für unsäglich-gierige und fachlich unfähige halbstaatliche Banken, Milliarden- bürgschaften für Hütchenspieler und soziale Kälte. Die Mischpoke aus unfähigen Politikern und ihren Schergen, den beamteten Fallbeilen, tut ja nur “seine Pflicht”. Da dürfen sich “Die Rose der Uckermark” mit den welken Zügen, ihr arroganter Adlatus Peer S. und GAZgerds unsäglicher Nachlaß Frank-Walter S. nicht wundern, wenn ihnen aus vielen deutschen Blogs Eiseskälte und glasklare Abneigung entgegenwehen. Die gleichgeschalteten Medien sind ja meist nur noch willfährige scheinjournalistische Befehlsempfänger der “Weisungen” eines Ex-Kindermädchens, Ex-Telefonistin und Ex-Physikerin.
Ein stadtbekannter Banker schrieb mir eine Mail auf meine Frage, ob das geplante 500-Milliarden-Paket der Groko denn ausreiche: “Das ist nur ein Teil der Lösung. LIBOR und EURIBOR liegen noch immer weit über den offiziellen Zinssätzen, die Banken vertrauen also untereinander immer noch nicht”.
Genau dieser unterschwellige Tenor und diese Unsicherheit zieht sich heute auch durch die Kommentierungen der Blätter und den Versuch vor allem der NW, das in Windeseile durchzupeitschende Maßnahmenpaket”, zu dem es angeblich “keinerlei Alternative gäbe”. Sagen die grandios ahnungslose und offensichtlich naive “Rose der Uckermark” und ihr neoliberaler und bei der staatlichen Bankenaufsicht ganz klar gescheiterter Bundesfinami Peer S. Selbst der aus OWL stammende CDU-Haushaltsexperte Kampeter meldet ziemliche Bedenken an, sein SPD-Kollege dito.
Halten wir uns einfach mal an einen Kommentar der sicher nicht an Inkompetenz leidenden “Börsenzeitung”:
Ob die Euphorie am Aktienmarkt über das von der Bundesregierung geschnürte Paket zur Rettung der Banken etwas voreilig war? Könnte sein. Denn in den deutschen Landeshauptstädten wird – namentlich auf der Unionsseite – kräftig auf den Putz gehauen. Es sieht keineswegs so aus, als würde der Bundesrat das Finanzmarktstabilisierungsgesetz mal eben nonchalant durchwinken, wie das “neue Traumpaar der deutschen Politik” (FAZ), Angela Merkel und Peer Steinbrück, es sich vielleicht vorgestellt hat. Für Beobachter mag sich der real existierende Föderalismus im konkreten Fall auf den ersten Blick so darstellen: Die Hütte brennt lichterloh, das Feuer droht auf die Chemiefabrik überzugreifen. Und was tut die Berufsfeuerwehr? Sie beruft eine Vollversammlung ein und lässt in aller Bierruhe diskutieren, wer denn wohl die Kosten des überlebenswichtigen Löscheinsatzes zu tragen habe, sollte man je heil aus dieser Notlage herauskommen.
Aber eben nur prima facie. Auf den zweiten Blick sieht die Lage wesentlich differenzierter aus. Da könnte man durchaus auch den Eindruck gewinnen, Merkel und Steinbrück hätten die brenzlige Lage und die Dringlichkeit der Rettungsaktion dazu genutzt, einen Pakt zulasten Dritter zu schließen. Die von ihnen vorgesehene Lastenteilung muss man als Ministerpräsident oder Kassenwart eines Bundeslandes nämlich nicht unbedingt fair finden. Denn die Länder sollen gegebenenfalls doppelt zahlen: entsprechend ihrer regulären Quote für die gesamtstaatliche Aufgabe, die Finanzmarktstabilität zu
sichern, und obendrein separat, soll te ihre jeweilige Landesbank in die Bredouille geraten.
Dass ein Land als Miteigentümer einer Bank im Fall einer Schieflage in besonderem Maße gefordert ist, sollte andererseits auch selbstverständlich sein. Und dieser Verantwortung sind ja beispielsweise Bayern und Nordrhein-Westfalen bei BayernLB und WestLB gerecht geworden. Wenn es nun aber um ein Paket von einer halben Billion Euro geht, möchte man als mit zur Kasse gebetenes Bundesland verständlicherweise nicht einfach vor voll endete Tatsachen gestellt werden. Insofern passt das Bild von der Vollversammlung der Feuerwehr dann doch nicht ganz. Gewiss, die Hütte brennt lichterloh. Aber der Verteidigungsfall ist noch nicht ausgerufen – auch wenn der von Berlin beschrittene Verfahrensweg stark an die 1968 von der ersten großen Koalition verabschiedeten Notstandsgesetze erinnert.
Mich erinnert das ganze an unprofessionelles Stochern im Nebel, Kaffeesatzlesen und Herumstammeln. Die Argumente, “es ginge nicht anders” klingen eher wie Verschleierung, der einzige gangbare Weg soll in Windeseile sogar vom Bundespräsidenten – ohne intensve verfassungmäßige Prüfung – abgesegnet werden. Als ehemaliger Weltbankmann wird er sich dem ganz sicher nicht widersetzen. Wenn aber eines Tages die Rechnung über diesen Staatscoup aufgemacht wird, möchte ich nicht in Horstens, Angelas oder Peers Haut stecken. Lügen und Betrügen und Bescheißen gehen nur so lange, bis das Volk endgültig die Faust hebt. Vor derart demonstrativ von unseren Politikern zur Schau gestellter Dummheit und Unfähigkeit kann nun auch der Dümmste und politisch Uninteressierteste in diesem Lande die Augen nicht mehr verschließen. Wie sagte heute Soziologie-Professor Ulrich Beck von meiner alten Münchner Uni in der NW? “Politiker sind Quellen des Risikos” und “Aus Verbrechern werden Polizisten”.
Ich hatte mich eigentlich darauf eingerichtet, den gestrigen Abend im Brauhaus zu verbringen und mir die Diskussion zum Thema “Stadtmarketing auf dem Prüfstand” anzusehen. Kurz bevor ich dorthin aufbrach, ereilte mich aber der Anruf von Pisi. Er sein mal wieder in der Stadt und wolle jetzt auch unbedingt ganz schnell seinen Tütengras-Gewinn abholen (Achtung, überspitzte Darstellung).
Ich bin also schnell zum Brauhaus gefahren, habe mir die Eingangsplädoyers von selbsternannter SPD-Richterlichkeit und der Verteidigung angehört und habe ein paar Fotos geschossen. Diese wenigen Minuten im gute gefüllten Raum bestätigten meinen vorab gewonnenen Eindruck von der Veranstaltung:
Eine Oppositionspartei sucht sich einen möglichst angreifbaren Teil des laufenden Stadtbetriebes aus (Marketing ist ja so wunderschön schwammig, da kann jeder was zu sagen) und kloppt der öffentlichen Aufmerksamkeit wegen mal ordentlich drauf rum.
Ich kann leider nicht sagen, wie die Disskussion ausging, aber wenn sich nach den Anfangsplädoyers nicht viel getan hat, dann bleibt festzuhalten: Das Lippstadt-Marketing ist notorisch knapp bei Kasse. Was das Team trotzdem alles mit großem Einsatz auf die Beine stellt, ist teilweise preisverdächtig, mindestens aber mehr als lobenswert. Und dass es immer etwas zu verbessern gibt: Oh Wunder und siehe da, das wusste das Stadtmarketing-Team auch schon, bevor die SPD es drauf stieß. Nein, wer hätte das nur gedacht!
Ich mache aus meiner politischen Ausrichtung ja keinen Hehl, aber DAS ist eine Stadt-SPD, in die ich nicht eintreten wollte. Auch wenn es sich bei solchen Veranstaltungen anscheinend um städtisches Tagesgeschäft und das bekannte “Klappern zum Handwerk” handeln mag: Wer sich in Boulevardblatt-Manier reisserische Themen der Aufmerksamkeit wegen auf die Fahnen schreibt, hat schlicht weniger Zeit für das, wofür er im Amt und Würden ist: Politik.*
Und deshalb habe ich es kein bisschen bereut, dass ich verfrüht abgereist bin um mich mit Pisi und seiner Freundin zu treffen. Wir haben uns über die Stadt, die aktuelle Politik, die Partyszene, aber auch über private Dinge sehr nett bei einer Tasse Kaffee (Herr Thombansen kann nicht nur verzüglich Bier brauen) unterhalten. Ganz zum Schluss kam das Thema “Bloggertreffen in Lippstadt” auf. Es braut sich da was zusammen, lange kann’s nicht mehr dauern ;o)
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Im Gegensatz zu gestern erwarte ich für die Veranstaltung heute Abend richtig viele spannende Wortgefechte. Und das schöne ist: Das EVG ist nur einen Katzernsprung entfernt von Zuhause ;o)
* Der Fairness halber sei nochmal erwähnt, dass ich nur einen kleinen Teil mitbekommen habe. Bin gespannt, was der Patriot über den Ausgang berichtet.






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