Wer jeden Tag in business outfit seine Taler verdient, kennt das Problem: Die Berufskleidung ist steuerlich nicht absetzbar relativ schmutzempfindlich und anfällig für Verunreinigung, allen voran die verlängerten Phallussymbole des Mannes, die Krawatten. Ein Teller Spaghetti in der Betriebskantine lässt jede Haushaltskasse und Männerpulse höher schlagen. Und auch die intelligenten Vorsichtsmaßnahmen der Krawattenträger (z.B. das seidene Stück zur Mahlzeit am obersten Hemdknopf unter das Hemd wandern zu lassen) helfen da nichts, irgendwann ist es geschehen: der Fleck ist auf der Krawatte.
Dieses strahlende Stück ist bislang glücklicherweise nicht betroffen. In meiner letzten Lebensabschnittswohngegend in Süddeutschland gab es eine Reinigung, die für 2 Euro 90 Krawatten von jeglichem Schmutz und Dreck entfernt hat. Und das ganze in zwei Tagen. Egal ob Carbonara-Sauce oder Tannzäpfle-Bier, die Krawatte wurde sauber.
In Ostwestfalen ist das offensichtlich anders, wie ich inzwischen festellen durfte. Da gibtst du dein bestes Stück für 5-6 Euro Vorkasse in die Reinigung, lässt es reinigen, es wird nicht sauber, und die Verkäuferin schaut dich mit kullernen Augen an: “Fleck nicht rausgegangen, Dienstleistung aber erbracht.”
Die Immobilienpreise liegen in OWL zwar ca. ein Drittel bis die Hälfte unter denen südlich der Mainlinie, aber die Krawattenreinigungspreise um etwa den gleichen Faktor da drüber. “Fleck nich rausbekommen” inklusive. Egal, ob ich das in Paderborn oder Detmold mache. Bei einer bekannten Reinigung in Detmold (die in halb OWL zahlreiche Filialen besitzt) verlangt man heuer 6,99 (!!!) Euro für die Reinigung einer einzelnen Krawatte!!! Heute wollte ich sie (nach einer Woche(!)) abholen, Fleck ist mal wieder nicht rausgegangen. “Können wir nachbessern, dauert nur noch mal ne Woche“(!). Entschuldigung, aber da fehlen mir echt die Worte.
Ich weiß nicht, ob in OWL die Wäsche noch auf nem alten Waschbrett von Waschweibern an der Becke oder im Donoperteich gesäubert wird, aber dieser Service ist unterirdisch. Und das schlimmste: Ich und hermine kennen keine Konkurrenz, die besser ist.






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