
Immobilien und Möbel – lateinisch: mobiles – sind nicht nur sprachgeschichtlich miteinander verbunden. Wo die Immobilienbranche boomt, weil Neubauten aus dem Boden schießen und die Menschen häufig umziehen, da werden auch viele Möbel verkauft. In Deutschland war dies, abgesehen vom Mehrwertsteuer-Vorzieheffekt-Ausnahmejahr 2006, lange nicht der Fall. Der Wohnungsbau und mit ihm der inländische Möbelmarkt schleppen sich
nur dahin. Wenn die Branche, allen voran die ostwestfälisch-lippische Küchenindustrie, trotzdem positive Zahlen erwirtschaftete, dann, weil
sie rechtzeitig mobil wurde und die Tür in den Export aufstieß. Das zahlt sich bis heute aus, auch wenn spätestens seit Juni die Bestellungen in vielen Ländern West-, Nord- und Südeuropas zurückgehen. Die Warnsignale aus dem Wohnungsbau kamen rechtzeitig, wenn auch nicht einheitlich aus einer Richtung. So ist der Krise des spanischen Immobilienmarktes ein langer und am Ende überhitzter Boom vorausgegangen. Demgegenüber hat die stockende Konjunktur in Frankreich, Benelux und vor allem England ihre Ursachen mehr in der internationalen Finanzkrise und der Kreditklemme, unter der mehrere nationale Märkte leiden. Zum Glück trifft dies nicht auf alle Länder zu. Die Welt ist groß. Vor allem in Russland und anderen ost – europäischen Staaten haben Immobilien und Mobiliar auch weiter Konjunktur.
Liebes Westfalen-Blatt. Dein Wort in Gottes Ohr und ein paar tausend Arbeitsplätze in OWL sind gesichert. Leider leben die osteuropäischen Staaten nicht auf einem eigenen Stern. Die amerikanische Zockerkrise wird sie sie in irgendeiner Form ebenso erreichen wie die restliche Welt.
Artikel kommentieren »