
Im Telekom-Laden gegenüber Karstadt/Bahnhofstraße. 19 jährige langschlankdünne Elitesse, Typ “Höhere Tochter”, tippt mit langschlanken Fingerchen auf einem iPhone-Touchscreen aus der Apfelfabrik herum. Ein Telekom-Verkäufer, Typ “Banlieu-entkommen, etwas aufgestiegen, Wella-das-Haar-hält-Gel”, wieselt um Tochter und Mutter herum. Kobert, was das Zeug hält. “Gibts nur bei uns” und läßt seine leicht öligen Händen über das Display des Apfelproduktes gleiten. “Du Mami? Das hätte ich gern. Hat noch keine bei uns”. Mami guckt gelangweilt – und zahlt per Karte.
Der ältere Herr, Typ “beige Windjacke, gut situiert, vielleicht Marketing” guckt der Szenerie interessiert zu. Ölhaar kommt auf ihn zu. “Was kann ich für Sie tun?”. Windjacke lächelt ihn an, schiebt die Lesebrille aufs leicht angegraute Haar. “Diese SIM-Karte aus diesem Handy geht nicht mehr”. Ölhaar “Ach? Dann ist wohl Ihr Handy defekt”. Beige Windjacke drückt auf ein grünes Telefonhörer-Symbol seines asiatischen Produktes. Es klingelt im magentafarben überladenen Telekom-Laden. “Hier Telekom Bielefeld….”. Ölhaaar stutzt. Was sein geschultes Ohr erreicht, ist grad einen Meter neben ihm. Windjackens Stimme. “Na glauben Sie nun, das mein Handy geht?”.
Nun dreht Ölhaar auf. “Wie wär´s mit dem iPhone, was ich der jungen Dame eben verkauft habe?”. Windjacke verzieht keine Miene. Er will eine neue SIM-Karte. Sonst nichts. Schließlich hat er noch gespeichert, was der Blogger “Herr Paulsen” über das Ei Phone schrieb:
Diese iPhone-Hysterie erschließt sich mir nicht. Das Ding ist zu doof zum SIM-Karten lesen, meine angelegten Telefonnummern der letzten Jahre darf ich jetzt händisch eingeben. E-Mail geht auch noch nicht, weil ich auf meinem Rechner ein anderes E-Mail-Programm habe als die von iPhone für flott kompatibel erklärten. Drei Tage iPhone. Nichts als Fingerpatscher und Fettschlieren.
Richtig. Mann muß ja nicht in jeden Apfel auf der Bahnhofstraße beißen.
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