StadtBlogs: Regionale deutsche Weblogs

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Die neuesten Artikel aus den StadtBlogs

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Sep '08

Bielefeld-Blog: Was für ein Glück, das der den Bundestag verlassen wird…

Im parteiinternen Streit um die Forderung SPD-linker Funktionäre und Gewerkschafter nach einem radikalen Kurswechsel der Partei gerät auch der SPD-Vorsitzende Kurt Beck zunehmend in die Kritik. Vertreter der Parteirechten warfen Beck vor, sich nicht ausreichend von den Vorschlägen distanziert zu haben. “Angesichts solcher Vorschläge gibt es für einen Parteivorsitzenden nur eines: Die unmissverständliche Ansage, dass das definitiv falsch ist”, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Rainer Wend, dem “Kölner Stadt-Anzeiger” (Mittwoch-Ausgabe”). “Es gab kein Donnerwetter, aber es hätte eines geben müssen”, sagte ein Vertreter des Seeheimer Kreises der Zeitung. Beck hatte ein von 60 Parteilinken unterzeichnetes Papier, das unter anderem höhere Hartz-IV-Sätze und eine Rücknahme der Rente mit 67 enthält, in der SPD-Vorstandssitzung am Montag ohne inhaltliche Distanzierung zur Kenntnis genommen. Berichte, nach denen Beck das Papier sogar als “wichtigen Beitrag” für das SPD-Wahlprogramm bezeichnet haben soll, wurden am Dienstag von SPD-Sprecher Lars Kühn dementiert. Vielmehr sei das Papier “einer von vielen Beiträgen im Rahmen der innerparteilichen Diskussion”, so Kühn. Auch diese Formulierung kritisierte Wend scharf: “Man darf das nicht auf eine Stufe mit ernst zu nehmenden Debattenbeiträgen stellen, die Eingang in unser Wahlkampfprogramm finden. Es wäre doch das allerletzte, wenn etwas von diesem Unsinn aufgenommen würde.”

Finales Aufbäumen eines der Mitarchitekten jener wundervollen Einrichtungen “Agenda 2010″ und “Hartz 4″ des ins GAZ geflüchteten Altkanzlers Gerhard S. Man fragt sich, warum Rainer W. nicht mitsamt seinem ebenso charakterlosen wie unsozialen Seeheimer Kreis gleich geschlossen in die CDU eintritt. Brüder und Schwestern im Geiste sind sie doch ohnehin. Und die SPD auf ihr heutiges Niveau herabdemontiert haben sie doch auch. Menschen wie Rainer W. haben offensichtlich ihr Ohr so weit weg von denen, die ihnen gutgläubig ihre Stimme gegeben haben, das sie nur noch die Schalmeienklänge derer hören, die ihnen die vollen Hafertröge versprechen. Bald Rainer, bald. Aber es hätten nur wenige etwas dagegen, wenn Sie bereits früher den Bundestag verließen.

Bielefeld-Blog: Neue Bank

Wenn jemand, anders als ich, dieser Tage mit Kamera durch die Stadt fährt, könnte er (sie) vor der Commerzbank-Filiale in der Stapenhorststraße die gelbe Bank mit der Aufschrift “wenn Sie eine neue Bank suchen” ablichten.

Dazu könnte man oder frau dann etwas über die Dresdner-Mitarbeiter schreiben, die Besagtes jetzt tun müssen und das wahrscheinlich nicht lustig  finden.

Muss man aber nicht.

Bielefeld-Blog: Ob neue “Human Resources” auch OWL-Kartoffeln mögen?

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Wenn demnächst die neue “Powerbrands”-Kampagne die Region, das Land Nordrhein-Westfalen, die Bundesrepublik, Europa, ja die ganze Welt aufmischt, wird es Zeit, sich der alten Werte zu vergewissern, die die Region OWL prägen. Als da wären:

- Sehr gute Mitarbeiter, die ungern “Human Resources” sein wollen, weil das so nach “Humankapital. Schnell entsorgbar” klingt
- Klasse Kartoffeln aus dem sandigen Boden
- Fleischwaren aller Art, insbesondere Schinken
- Burgen mit oder ohne Sparren
- Elitefußball
- Die Mutter aller anrührbaren Puddinge
- Viel und dunkler Buchenwald

Noch was? Ob das für “Young urban professionals” aus den Metropolen Hamburg, Köln/Düsseldorf, Stuttgart, München reicht? Der Mensch lebt ja schließlich nicht von Kartoffeln allein. Aber vielleicht reicht es ja für die “Human Resources” der “Powerbrands”. Bevor ich es vergesse: Eine Stärke der Region ist die relativ gelassene Bodenständigkeit. Wenn “Powerbrands” jetzt “Outtown goes”, versteht man die Ostwestfalen eventuell nur noch undeutlich im Konzert der Metropolen, Ballungsgebiete und Gebiete, die mehr zu bieten haben als reißende Lutterwasser und einen schlammigen Obersee. Empfohlen sei eine Reise nach und in das Gebiet um Leipzig, wo aus Braunkohlengruben eine ganze Seenlandschaft entsteht. Mal ganz abgesehen von München und seiner Seen- und Alpenlandschaft oder Hamburg mit Hafen, Waterkant und Nordseeinseln.

Bielefeld-Blog: Bielefeld bei Läusen mit vorn dabei

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Viele hier in der Metropole halten ja Bielefeld ohnehin für ein lausiges Pflaster. Jetzt aber ist es sozusagen beweisbar. Geben Sie mal im “Läuseatlas” unserer Bielefelder Firma Dr. Wolff die Postleitzahl “33602″ ein. Haben Sie´s? Haben Sie Schulkinder oder Kinder im Kindergarten? Dann haben Sie laut Dr. Wolff bald Läuse.

Falls es Ihnen jetzt lausig ist, könnten Sie sich aber auch die folgende Pressemeldung der Wölffe durchlesen:

Kopfläuse setzen ihren epidemischen Eroberungsfeldzug in Deutschland fort: Nach dem Ende der Sommerferien vor allem wieder in den Kindergärten und Schulen. Das Kopfläuserisiko ist jedoch von Ort zu Ort unterschiedlich. Aufpassen sollten im Moment besonders Familien in einigen Bezirken von Wuppertal und Gelsenkirchen. Wer das Kopfläuse-Risiko für sein eigenes Wohngebiet genau ermitteln möchte, bekommt jetzt im Internet Auskunft. Unter
www.Laeuseatlas.de erfährt man, wie hoch die Läuse-Wahrscheinlichkeit ist.

Es reicht die Eingabe der Postleitzahl und schon wird in Sekundenschnelle angegeben, in welchem Umfang mit diesem Problem bei Kindern zu rechnen ist. Zeigt das Läuse-Barometer zum Beispiel 50 Prozent an, bedeutet dies, dass bis zu fünf von zehn Kindern Kopfläuse bekommen könnten. Dies ist etwa zwei Mal so hoch wie der Bundesdurchschnitt, deshalb ist hier Vorsicht geboten.

In einzelnen Bezirken von Wuppertal und Gelsenkirchen liegt die Läuse-Wahrscheinlichkeit bei 90 Prozent. Wesentlich entspannter ist die Situation beispielweise in Hamburg-Blankenese und Wedel. Hier beträgt das Risiko weniger als 20 Prozent. Nicht so stark betroffen ist generell der ländliche Raum.
Der Läuseatlas basiert auf bundesweiten statistischen Angaben. Die Daten werden regelmäßig aktualisiert. Der Arzneimittelhersteller Dr. August Wolff, auf dessen Initiative der Läuseatlas entstanden ist, will mit dem Internet-Service dazu beitragen, dass drohende Gefahren rechtzeitig erkannt und bekämpft werden: eine Früherkennung des Problems ist wichtig. Für Kindergärten, Schulen, Kinderärzte, Gesundheitsämter und Eltern sind Kopfläuse keine Bagatelle, vielmehr ein ernstes Problem und für die betroffenen Kinder eine echte Quälerei.

Was krabbelt da bloß so komisch über die Kopfhaut?

Lippstadt-Blog: Shortlinks 02.09.2008

Für Dumme steht’s jetzt auch dran – Lippstadt ist betafelt
Tolle Sache, die ich aus anderen Städten schätzen gelernt habe.

Jasmin bald im Fernsehen
Ab sofort braucht man nicht mehr heimlich FHM blättern. Wofür sie wohl wirbt?

INI will Gesamtschule im Alleingang anbieten
Genügend Eltern mit eigenem Willen haben sie ja zusammen

Neue Filmproduktion mit Veronika Ferres dreht auch in Lippstadt
Titel: “Unter Bauern”. Na, herzlichen Dank auch ;o)

Lippstadt gewinnt gegen Dornberg!
Ob glücklich oder nicht, wir haben die Punkte! Sorry Tina, aber das musste erwähnt werden ;o)

Der Patriot hat Sommerloch
Eisverkäufer liest Horoskop aus dem Hörnchen? WTF!

Und zuguterletzt:
Immer schön locker bleiben! Fotoaufnahmen “Loose Jaws” mit Lippstädtern.

Bielefeld-Blog: OLW ein “europäisches Silicon Valley”?

Kaum eine Region in Europa verfügt über eine vergleichbare, exklusive Kombination aus wirtschaftlicher Potenz und unverbrauchter Umwelt. Die Rede ist von Ostwestfalen-Lippe. Auf dem Weltmarkt führende Firmen wie Miele, Schüco, Bertelsmann, Oetker oder Phoenix Contact sind hier im großstädtischen Grün zuhause. Eine innovative Kampagne soll nun bei hochkarätigen Mitarbeitern die Region am Teutoburger Wald noch bekannter machen.

Human Resources heißen Mitarbeiter im 21. Jahrhundert, das klingt fast schon wieder vertraut für deutsche Ohren. Man denkt an Ressourcen, an Bodenschätze und trifft damit ziemlich exakt den Kern des Themas. Denn so schwierig für viele die Arbeitsplatzsuche ist, so sehr sind hoch qualifizierte, jüngere Menschen gesucht. Und da stehen die Topfirmen aus Ostwestfalen (OWL) im Wettbewerb mit dem internationalen Weltmarkt.

Innovative Ideen sind für Firmen wie Schüco International, führend in der Entwicklung von Fenster-, Fassaden- und zukunftsweisender Solarsysteme, oder Phoenix Contact, weltweiter Marktführer in der elektronischen Interface- und industriellen Automatisierungstechnik, das tägliche Geschäft. Beide Unternehmen haben jetzt, als Vorreiter der gesamten Region, eine Initiative ins Leben gerufen, um auf neuen Wegen talentierte Menschen zu finden und an die Region zu binden.

Kerngedanke von Powerbrands OWL ist es, potenziell Interessierten deutlich zu machen, dass nicht nur eine spannende Weltmarke hier ihren Sitz hat, sondern ein gutes Dutzend. Folgerichtig ist die Entscheidung für Bielefeld, Gütersloh oder Lippe nicht der Weg auf die einsame Insel. Wobei das Bild der Insel auf der anderen Seite gar nicht so falsch ist. Denn angesichts einer immer unübersichtlicheren Welt, bietet OWL gerade für Menschen, die neben der Arbeit auch noch Familie haben wollen, für die Freizeit nicht erst nach ermüdenden Autobahnkilometern beginnen soll, die passenden Lebens- umstände. Ein weiteres, gutes Argument für die Region mitten in Deutschland sind die erstklassigen Bildungschancen, die OWL dem Nachwuchs offeriert.

Bettina Kraemer, 7 Jahre Personalchefin bei Schüco, will OWL gar nicht aus seinem vermeintlichen Schattendasein holen: “Wir wollen nicht die Region per se populärer machen, dafür sind andere zuständig. Wir wollen OWL beim qualifizierten Nachwuchs und bei interessierten und nach neuen Heraus- forderungen suchenden Fach- und Führungskräften bekannter machen, ” sagt die selbst aus dem Rheinland Zugereiste, die weiß wovon sie spricht, “die Region ist gerade für Menschen mit hohem Bildungsgrad und dem Wunsch ein intaktes Umfeld für die Familie und die Freizeit vorzufinden ideal – vor allem
deshalb, weil man hier auch noch wunderbar arbeiten kann, und das sogar international”.

Gemeinsam mit Bettina Kraemer zählt Klaus Lütkemeier zu den Mentoren der neuen Initiative. “Weltweit kennt uns in unserer Branche jeder. Aber bundesweit, an den Universitäten und Fachhochschulen, da müssen wir noch an unserem Image und vor allem am Bild von OWL als Zukunftsregion arbeiten”. Für ihn ist OWL eigentlich nichts anderes als ein europäisches Silicon Valley. “Auch hier dominieren viele, sehr innovative Mittelständler neben einigen Großen.”

Erstes sichtbares Zeichen der Kampagne – neben einer unlängst gestarteten Internet-Präsenz (www.powerbrands-owl.de) – ist ein Recruiting- Event, der am 17. und 18. Oktober 2008 in Bielefeld startet. Anders als bei vergleichbaren Firmen-Veranstaltungen, sollen die interessierten Kandidaten nicht mit langen Reden über Region und Unternehmen informiert werden, sondern erleben ganz konkret die Zukunftsregion OWL. “Wir gehen dabei mit einem anderen Ansatz heran”, sagt Klaus Lütkemeier von Phoenix Contact, “schließlich suchen die Eingeladenen ja ein Lebensumfeld und keinen Hörsaal. Gewünscht ist, dass die Partner von Anfang an mit eingebunden werden, um sich ein eigenes Bild von OWL zu machen”.

Organisiert wird die gesamte Kampagne von der Bielefelder Agentur Factory. Michael Geisler weiß als gebürtiger Berliner, was einen am Ende in Ostwest- falen hält: “Es ist nicht das Image, sondern die Wirklichkeit. Hier kann man wirklich leben und gleichzeitig international arbeiten”. Der Mann bringt’s auf den Punkt. Bettina Kraemer und Klaus Lütkemeier sehen sich mit den Powerbrands OWL auf dem richtigen Weg, dass künftig noch viele Menschen wie Michael Geisler am Teutoburger Wald ihre neue Heimat finden. Mit diesem Blick nach vorn haben sich die EK/serviecgroup, eine führende Handels- kooperation, ARIArmaturen, erfolgreicher internationaler Hersteller von Industriearmaturen und itelligence, einer der international führenden IT-Komplett- dienstleister im SAP-Umfeld bereits der Initiative angeschlossen.

Dieter Schoon, seit vier Jahren Personalchef bei itelligence ist überzeugt, dass OWL wirtschaftlich eine sehr dynamische und interessante Region ist: “Die Fakten stimmen ganz einfach. Ein spannendes Umfeld, eine hohe Hochschuldichte und günstige Lebenshaltungskosten gerade für junge Talente und ihre Familien. Mit dieser gemeinsamen Aktion POWERBRANDS OWL möchten wir dieser Region das attraktive Gesicht verleihen, das sie sich schon längst verdient hat.”

“Der Anfang ist gemacht” so die energiegeladene Personalchefin von Schüco”alle anderen Unternehmen sind herzlich eingeladen, Powerbrands OWL noch stärker strahlen zu lassen.”

Aus einer Pressemeldung der Bielefelder Werbeagentur “Factory“. Klingt ja erst einmal alles nicht unwahr und nicht schlecht. Also gucken wir uns mal an, was aus dem “europäischen Silicon-Valley” werden soll….

Bielefeld-Blog: Marianne Weiß will Detmolder “rückbauen”

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Fährt sie kein Auto oder ist sie nur naiv? Marianne Weiß, grüne Hoffnung für die Bielefelder Oberbürgermeisterwahl, sah sich gestern mit einer grünen Entourage die Baulichkeiten auf der Detmolder Straße an und kam zu dem Schluß, der oben aus einer Bielefelder Gazette geklaubt wurde. Wahrscheinlich befuhr die Dame die Detmolder Marterstrecke in den letzten 20 Jahren nur mit Straßenbahnen. Und Gespräche mit Geschäftsleuten, die dort ihre Läden einem nach dem anderen schlossen, hat sie wohl auch nicht geführt. Sehr weltfremd. Könnte aber zum Schilda unter der Sparrenburg passen wie Faust auf Auge. “Vorwärts Kameraden, wir bauen zurück”. Oder: Avanti Dillettanti.

Bielefeld-Blog: Ziemlich einseitig

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Da standen sie nun gestern Mittag – wie hier auf dem NW-Bild – auf dem Jahnplatz und protestierten gegen Russland. Nett. Aber einseitig. Da fehlten nämlich Schilder gegen den durchgeknallten US-Zögling an der Spitze Georgiens, der gemäß OSZE-Untersuchung die fraglichen Provinzen mit amerikanischen, israelischen und deutschen Waffen zuerst angriff. Momentan scheint es aber in den Medien – allen voran Diekmanns BLÖD und des gehobene Halbintellektuellenblatt SPIEGEL – Mode zu sein, sich auf Russland zu stürzen. Die EU machte es ja gestern mit Sarkotzy und Templins ganzem Stolz an der Spitze vor, die grad noch so die US-Lakaien Polen und Baltenstaaten an die Leine bekamen. Da zeigte sich wieder einmal, wie zerrissen die EU wirklich ist. Hoffen wir mal, das die gemäßigten Stimmen, die für Verhandlungen statt Waffengewalt sind, sich nun endlich durchsetzen. Natürlich auch in Russland. Niemandem hilft ein Stellvertreterkrieg der imperialistischen USA um Krimöl. Europa schon gar nicht. Mehr kritische Distanz zum heutigen Nordamerika wäre angesagt. Siehe Afghanistan. Siehe Irak. Siehe Israel. Siehe Naher Osten. Leider sieht es nicht so aus, das sich unter einem möglichem kommenden Präsidenten Obama da etwas Wesentliches ändert. Die Marionette wird gewechselt. Die Fadenzieher bleiben. Mit “Change” hat das herzlich wenig zu tun.

Bielefeld-Blog: Die schwurbelnde Journaille

Heute in der Früh fanden sich keine Bielefelder Tageszeitungen im Briefkasten, warum auch immer. Da kann man stattdessen mal ein wenig online blättern, wie das so geht mit dem Journalismus. Auf “medienlese” fand sich eine nette Auflistung der mittlerweile so verquasten, aber als Versatzstücke der deutschen Sprache beliebten Klauseln. Bitteschön, unsere hiesigen Gazetten bedienen sich hier ja auch:

Warum können eigentlich Journalisten nicht so reden, dass ihr Publikum sie auch versteht? Mühsam bimsen sie sich in den Redaktionen eine diplomatisch verklausulierte Fremdsprache bei, die der arglose Bürger am Frühstückstisch erst mühsam rückinterpretieren muss. Dabei könnte alles ganz einfach sein, wie es diese kleine Übersetzungshilfe beweist:

Journalistisch: ‘[XYZ] hat [irgendetwas] scharf kritisiert’.
Alltagssprachlich: ‘[XYZ] maulte noch ein wenig herum.’

Journalistisch: ‘[Irgendetwas] sei keine leichte Entscheidung gewesen‘
Alltagssprachlich: ‘Nächtelang hätten sie sich vorher die Kante gegeben’.

Journalistisch: ‘[XYZ] werde das Thema … zum Gegenstand … machen’.
Alltagsprachlich: ‘[XYZ] will sich mit dem Thema jetzt selbst profilieren’.

Journalistisch: ‘[XYZ] strukturiert sein Geschäft um‘.

Alltagssprachlich: ‘[XYZ] schmeißt Leute raus’.

Journalistisch: ‘[XYZ] muss Antworten auf zahlreiche Fragen finden’.
Alltagsprachlich: ‘[XYZ] hat bisher nicht den Hauch von einem Plan’.

Journalistisch: ‘Ein negatives Fazit hat [XYZ] gezogen‘.
Alltagssprachlich: ‘Alles ging laut [XYZ] den Bach runter’.

Journalistisch: ‘Es wird damit gerechnet …‘
Alltagssprachlich: ‘Ich zumindest glaube …’

Journalistisch: ‘In [XYZ] nimmt der Wahlkampf an Schärfe zu …‘
Alltagssprachlich: ‘Inzwischen quasseln sich alle um Kopf und Kragen …’

Schön in ihrer Sprachwucht auch die Ergänzungen eines dortigen Lesers:

Noch ein paar Formulierungen zum o. g. Thema:

Journalisten bzw. Politiker:
“XYZ sind gut aufgestellt”
Umgangssprachlich: XYZ sind völlig konzeptionslos

XYZ gehen davon aus,dass…
In der nächsten Zeit wird erst einmal nichts passieren bzw. entschieden

Wir müssen die Menschen “mitnehmen”…
Mangels Überzeugungskraft solcher Worthülsen schaltet man am besten den Fernseher bzw. das Radio aus

Besonders schön in seiner zarten Filigranheit finde ich:
“Wir müssen die Menschen mitnehmen”

Was ja dann gestern auf dem EU-Tribunal über Rußland dank des großartigen Einsatzes von Frankreich Sarkozy und Deutschland-Angela gelungen ist. Wie meint doch die BILD-Zeitung für leicht gehobene Intellektuelle, der SPIEGEL heute:

Sarkozy und Merkel kochen EU- Hardliner weich

Nein, unsere Regierungen lassen wahrloch keine Chance aus, die Bevölkerungen “mitzunehmen”. Wohin auch immer. Koste es, was es wolle. Auch wenn es einfach nur lächerlich wirkt, was die Journaille da an Ergebenheitsadressen schreibt. An dieser Stelle meinte ein früher auch im Ostwestfälischen gewirkt habender späterer TV-Politjournalist:

“Guten Morgen. Das Wetter”