Wenn ich so am Südring entlang fahre, ist es wie eine sentimentale Zeitreise. Ich sehen den Ostwestfalendamm und denke stets daran, das dort einst einmal ein Bauernhaus stand, wo ich das erste Mal auf einem Pferd reiten durfte, umsonst. Wo die Bäuerin uns für umsonst Stroh gegeben hat, damit unsere Meerschweinchen einen weichen Untergrund hatten und Heu für lau damit sie etwas tolles zum Fressen hatten. Genau an dieser Stelle haben wir “zapffrische” abgefüllte Kuhmilch bekommen, durften uns an den Wildschweinen und putzigen Frischlingen erfreuen und die Welt war für uns in Ordnung. Wiesen waren dort, Pferdekoppeln, tippen würde ich alles zusammen auf 3 bis 4 Fussbalfelder groß. Heute steht Mühlenweg, Schwedenfritze und halb der OWD darauf. Was ist mit meinem Erdbeerfeld nur geschehen. Marktkauf Baumarkt hat es platt gemacht. Schmoren in der Hölle sollt ihr. Mein geliebtes Erdbeerfeld, einfach weg, noch gar nicht so lange her. Was habe ich mich dort vollgefressen, die hätten mich vorher wiegen sollen und nach der Pflückerei nicht nur den Eimer.
Einige werden es kaum glauben was ich nun schreibe, wenn man sich die Ecke heute anschaut. Zwischen McDonalds und dem Schwedenheini konnte man auf dem Südring Fussball spielen … ohne Probleme. Da kam alle Stunde mal ein Auto, das hat kaum gestört. Das müsste jetzt so über 25 Jahre her sein.
Ich mache kein Hehl raus, ich hasse IKEA und den OWD und Marktkauf. Auch wenn es gut ist für das südliche Brackwede, für die Anwohner ist es nicht gut. Auch die A33 werde ich hassen, auch wenn es gut ist für vieles und die Haller. Warum? Schon alleine weil eine Großtante ihr Haus räumen musste. Wenn man wie sie dort geboren ist, über 70 ist und weg muss, ist das schon hart. Man könnte fies sein und sagen, warum sind diejenigen, die in Halle/Westfalen an der Bundesstraße wohnen, also die Leute mit dem großen Laken aus dem Fenster “A33 jetzt” nicht umgezogen, wenn es denen doch so gestunken hat?
Aber so fies bin ich nicht, bin eher in Trauer, da einige Wäldchen niedergeschlagen werden, wo man Cowboy und Indianer, Räuber und Gendarm gespielt hat.
Aber eines hab ich den Politikern voraus, ich weiß was gut ist und die Trauer verzieht sich auch wieder … ich sollte eher sagen, meine sentimentalen Streifzüge durch die Vergangenheit sollte niemand ernst nehmen, denn wie sagte mal jemand Schlaues(?) “Wo es nicht vorwärts geht, tritt man nicht auf der Stelle, sondern man befindet sich in einer Stagnation.”
Aber Lichterketten zur Burg hat nichts mit vorwärts zu tun. Auch das sogenannte Kunstobjekt “Der Spiegel” vor der Stadthalle gehört dazu und andere von textexter’s aufgeführten Sachen. Man nennt diese Entscheidungsträger im Volksmund “Schwachsinnige” oder simple ausgedrückt “Korrupt”. Ab und zu glaube ich, die Bodelschwinghschen Anstalten haben wir nicht umsonst in Bielefeld. Da ist der Weg extra kurz gehalten…. vom Rathaus …. direkt dorthin.
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