Ein herrlicher Wintermorgen war erwacht. Straßen sind aber schon wieder nass, es ist mild, aber mein Blick gilt nur dem Himmel. War schön anzuschauen. Jedenfalls so um 9 Uhr. So erlebte ich es auch schon am Montag, ein geniales Wetterchen war das hier. Und gestern hatte mich auch die Sonne angeblinzelt.
Ich mag eben das perfekte Blau am Himmel. Und wie ich das hier so schreibe, erinnere ich mich gerne an meinen Nachbarn. Wir lagen des Sommers im Garten und (un)sinnierten über Steaks, Bratwürstchen und Hähnchenschenkel, während wir grillten. Irgendwann sagte er dann “Wenn die runterfallen, landen die genau auf unserem Kopf.” Ich war ein bissel verwirrt, was meinte er damit? Vogelkacke? Hähnchenschenkel? Was denn nun. Hauptsache die treffen den Grill nicht. Ich hatte nämlich hunger. Also nachgefragt und mir wurde auch prompt geholfen. “Flugzeuge!”, war seine Antwort. Ich erwiderte: “Aha, Flugzeuge. Mies wenn dich eins als Landezone missbrauchen würde.” Gedacht und nicht ausgesprochen habe ich aber: “Vielleicht sollte er keine 10 Stunden am Stück mehr arbeiten, tut ihm nicht so gut.” Ich muss gestehen, ich habe danach über Tage hinweg das Geschehen am Himmel betrachtet.
Es soll jetzt nicht der Verdacht aufkommen, das ich es damals mit der Angst zu tun bekommen hätte, das so ein Flieger auf meinem Kopf landen könnte. Eher hatte ich überlegt, warum ziehen die unzähligen Kondensstreifen über Bielefeld, und einige genau über unsere angemietete Doppelhaushälfte? Zufall? Oder schaut die Altstadt-Form, (nur erkennbar von oben) wie ein riesiger Hufabdruck eines Dinoauriers aus und die Fluggesellschaften packen Bielefeld extra und mit voller Absicht mit auf die Route? Ihr wisst schon, wir als Zirkusattraktion. Fakt ist, wir, also Bielefeld, ist die “Eine-Stunde-Stadt” wenn es um Flughäfen geht. Im Selbstversuch (z. B. lästige Bekannte und Verwandte von Flughäfen abholen) konnte ich feststellen, das die Flughäfen in Hannover (ohne A2-Stau), Paderborn/Lippstadt, Dortmund und Münster/Osnabrück jeweils ca. 1 Stunde Autofahrt entfernt liegen.
Irre. 4 Flughäfen gleich nah oder gleich weit entfernt, wenn man nur von der Zeit ausgeht.
Aber zurück zu den Kondensstreifen. Im Sommer 2007 waren sie die Saat des Bösen. Warum? Weil ich selbst gesehen habe, wie ein Kondensstreifen breiter und immer breiter wurde, bis dieser Streifen eine Art Wolke bildete, der die Sonne verdunkelte. Ok, war reißerisch ausgedrückt. Wenigstens kam von der Kondenswolke kein Regen. Der purzelte Sommer 2007 eh später aus anderen Öffnungen. Fortlaufend. Fast den ganzen Sommer. Eigentlich immer. Höre ich mich verbittert an? Auch egal.
Jetzt, da ich endlich wieder im Süden Bielefelds wohne, also vor’m Berg (nein, nicht wegen der Flugzeuge), kreuzen die Jets auch nicht mehr wirklich meinen Kopf. Die Anzahl der Kondensstreifen ist auch nicht merklich gesunken bzgl. Nordwest Bielefeld und dem Süden der Stadt. Aber irgendwie lassen die Flieger Bielefeld-Süd in Ruhe und nerven eher Gütersloh oder den Norden der Stadt. Will damit sagen, kein kreuzen des Kopfes mehr.
Ich glotz derweil noch ein klein wenig in den Himmel und bereue jedenfalls kein bisschen, das ich zurück in den Bielefelder Süden gezogen bin. Mit oder ohne Kondensstreifen, es ist einfach besseres Wetter vor dem Berg, auf der südlichen Seite der “Eine-Stunde-Stadt”.
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