Das der AStA der Universität Bielefeld abundzu über das Ziel hinausschiesst ist durchaus bekannt. Eines der neuesten Glanzstücke ist nachstehend dokumentiert:
An diese frei interpretierte alte Volksweisheit fühlt man sich erinnert, wenn man an den letzten Vortrag am Mittwoch, den 28.11.2007, von Dr. Marco Arndt über die Konrad-Adenauer-Stiftung und ihre Begabtenförderung auf dem Haus unserer Burschenschaft zurückdenkt.
Den Damen und Daminnen, ähm, Herrinnen und Herren vom AStA der Bielefelder Universität kann man es einfach nicht recht machen. Lädt man vermeintlich „rechte“ Referenten ein, dann gibt es einen Aufschrei, weil man „bösen“ Referenten „eine Plattform“ bietet. Lädt man zu politisch völlig neutralen Vorträgen mit hohem Nutzwert für die Studenten ein, dann ist das auf einmal auch nicht richtig und es wird versucht, die Veranstaltung zu verhindern. Wahrscheinlich könnten wir Karl Marx höchstpersönlich einladen und die Veranstaltung würde zu einer „Vereinnahmung des Kommunismus durch Neo-Nazis“ uminterpretiert.
Für den Vortrag von Dr. Arndt hieß das, daß die AStA-Vorsitzende Mira Schneider (Juso-Hochschulgruppe) versuchte, über den Vertrauensdozenten der Konrad-Adenauer-Stiftung an der Universität Bielefeld Druck auf Herrn Arndt auszuüben. Dr. Arndt solle sich überlegen, wo er auftrete und möglichst von einem Vortrag bei uns absehen. Als Dr. Arndt daraufhin ein persönliches Gespräch mit Frau Schneider führen wollte, war diese bereits im vorgezogenen Wochenende – das Drei-Tage-Studium läßt frau zum Glück genug Zeit für den AStA-Vorsitz – und so geriet unser Referent an Herrn Janosch Stratemann, den Pressesprecher des Bielefelder AStA, seines Zeichens Mitglied der Hochschulgruppe „grüne hochschulgruppe * offene liste“, der „Grünen Jugend“ (KV Lippe) und Unterstützer der „Grünen Linken“.
Nach den Beweggründen für den Intervenierungsversuch des AStA befragt kam sogleich die wohl auswendig gelernte Antwort von Herrn Stratemann: Burschenschaften seien „rechts“, die Normannia-Nibelungen ganz besonders, frauenfeindlich und es gäbe sogar Burschenschaften, die vom Verfassungsschutz beobachtet würden.
Ganz davon abgesehen, daß neben einigen Studenten auch Studentinnen unserer Einladung zum Vortrag mit Dr. Arndt gefolgt sind, sollte gerade der Bielefelder AStA mit Schlagworten wie „autoritär“, „faschistisch“ und „Verfassungsschutz“ etwas zurückhaltender sein. Die Burschenschaft Normannia-Nibelungen hat sich bisher auf jeden Fall noch nicht angemaßt, bestimmen zu wollen, wo ein Mensch einen Vortrag halten darf und wo nicht. Und daß der Staatsschutz erst Ende letzten Jahres einen „gewählten Vertreter verschiedener Hochschulgremien“ verdächtigt hat, der Anführer der gewaltbereiten Studiengebührengegner zu sein, die das Auto von Professor Timmermann „abgefackelt“ haben, ist ja nun auch ein offenes Geheimnis. Aber es ist ja so schön einfach, die Welt in „gut“ und „böse“, „links“ und „rechts“ einzuteilen.
Dabei stellt sich allerdings die Frage, wie aus solch engstirnigen Studentinnen und Studenten, wie sie sich derzeit anscheinend im Bielefelder AStA engagieren, einmal selbstkritische und zu einem Diskurs fähige Mitmenschen werden sollen. Aber vielleicht ist das zu idealistisch gedacht und „unsere Vertreter“ im Allgemeinen Studierendenausschuß wollen das gar nicht. Viele Menschen geben beim Erhalt ihres Parteibuchs in einem Atemzug eh gleich ihr Rückgrat im Tausch dafür ab. Da braucht man sich nur den aktuellen Fall der neuen Juso-Vorsitzenden Franziska Drohsel anzuschauen, die beim geringsten Gegenwind gleich ihre langjährige und in der SPD wohlbekannte Mitgliedschaft in der „Roten Hilfe“ aufkündigte. Die „Junge Welt“ kürte sie daraufhin nicht ohne Grund zur „Opportunistin des Tages“.
Abschließend möchten wir uns an dieser Stelle nochmals bei Herrn Dr. Marco Arndt von der Konrad-Adenauer-Stiftung für seine Standhaftigkeit und dem interessanten Vortragsabend bei uns in der Schloßhofstraße herzlich bedanken.
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