Gestern wurde das Weizenfeld abgeerntet, heute früh nutzte ein Storch die Gelegenheit zur Futtersuche. Für ihn ist hier das Futter erreichbar. Auf den Wiesen steht nach dem Regen der letzten Wochen das Gras kniehoch. Da kann er keine Regenwürmer, Schnecken oder Käfer fangen. Und bevor es in drei Wochen nach Spanien oder sogar bis Afrika geht, muss er sich noch ein paar Reserven zulegen.
Am Nachmittag, als die Stoppeln umgebrochen wurden, war er (oder sie - die Frau Störchin) wieder zur Stelle auf der Suche nach Würmern oder einigen größeren Tieren.
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Die Kieler können sich nicht über einen Mangel an Theaterstätten in der Stadt beklagen.
Sogar der Innenhof des Rathauses wird für derlei genutzt.
Am 4.8. um 20.00 Uhr wir dort zum Beispiel der kleine Prinz gegeben. Wird ja auch immer wieder gern genommen.
“U be 40″ - wie übersetzen wir das am besten?
Vielleicht mit: Wenn Du auch vierzig bist und Dich dazu bekennst - Du kannst immer noch Spaß wie ein Zwanzigjähriger haben.
Ein wenig vestörend ist die englische Wortwahl aber schon: Natürlich spielt sie an auf den Namen der britischen Band UB 40; die aber hatte sich nach einem Formular der britischen Arbeitsämter, das für Arbeitslose vorgesehen war, benannt.
“Sei 40″ wird hier also in die Nähe von “Sei arbeitslos” gerückt.
Aber von solcherlei Erwägungen sollte man sich die Stimmung am Samstag ab 22.00 Uhr im Holsteiner nicht verderben lassen.
Die waren am vergangenen Wochenende, und es waren dort immerhin 20 Oldtimer-Flugzeuge von unten, außen und innen zu bestaunen. Und abheben durfte man auch mit ihnen.
Wenn auch selbstredend nur als Passagier.
Ich blieb zwar aus Gründen, auf die wir hier nicht näher eingehen wollen, am Boden, aber beim nächsten Mal bin ich dabei, denn mit geht nicht aus dem Kopf, was ein Pilot der Lufthansa einmal sagte, als ich mit dem Kielius von Kiel nach Hamburg fuhr.
Er sagte doch tatsächlich mit Bezug auf die Flugzeuge der vierziger und fünfziger Jahre:
“Das war noch richtiges Fliegen!”
Das ist es heute also nicht mehr. Das leuchtet ein. In den heutigen Flugzeugen hat man so viel Material und Technik um sich, daß man das Fliegen nicht mehr spürt.
In vielen Situationen ist das ja auch ganz angenehm so, aber wenn es einem nicht in erster Linie darum geht, von einem Ort zum anderen zu kommen oder die Landschaft unter sich zu beobachten, sondern um das Fliegen selbst, dann sind die alten Maschinen den neuen offenbar allemal vorzuziehen.
Also, Herrschaften, findet auch Ihr Euch bei nächster Gelegenheit ein.
Testen wir doch einfach mal wieder die Kieler Chronik in den Kieler Nahrichten an. In der Ausgabe vom 30. Juli lesen wir auf Seite 19:
“Es ist ein Moment des Schreckens. Der Selbstvorwürfe. Ein Moment, der eigentlich wenig Hoffnung macht. So jedenfalls hat die 67-Jährige, wie sie sagt, empfunden, als sie den Verlust ihrer Geldbörse bemerkte.”
“67jährige”, bitte! Das sagt die Sprachlogik. Aber leider haben KN-Redakteure zu der keinen Kontakt. Weiter im Text:
“110 Euro waren weg. Keine Kleinigkeit. Sie war auf dem Weg zum Wochenmarkt auf dem Exer gewesen, als das Portemonnaie vermutlich beim Griff zum Einkaufskorb unter ihr Auto gerutscht war. Am Tag danach klingelte das Telefon. Eine Mitarbeiterin eines ambulanten Pflegedienstes aus der Ringstraße habe sich gemeldet. `Ob jemanden etwas passiert ist?´, (Jemandem, Mensch! Anmerkung des Verfassers) habe sie gedacht, sagt die 67-Jährige.”
Usw. Jeder kann sich denken, wie es weitergeht.
Also, Herrschaften, auch ich habe derlei schon getan. Es ist doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit. Warum sollte das nun eine Meldung in der Zeitung wert sein?
Von dem Verdacht, daß sich irgend ein Zeilenfüller die Sache ausgedacht hat, fast zu schweigen.
Und zwar am 3.8. um 19.00 Uhr.
Es geht darum, die Schönheiten der Sprachkunst und die Schönheit der Natur gemeinsam zu genießen.
Gute Idee, und gesund ist es auch noch.
Diese Menschen haben es ja wohl auch nicht einfach: Beamte, die im einfachen Dienst tätig sind, nicht etwa im mittleren, im gehobenen oder gar im höheren Dienst.
Leute also, die nicht in warmen Büros sitzen, sondern in der Gegend herumfahren bzw. -gehen und Dreck aufsammeln oder irgend etwas säubern. So einer attackierte mich heute vormittag an der Bushaltestelle Rathaus Heikendorf. Zunächst war ich nur einigermaßen genervt: Weil ich den Bus verpaßt hatte, dachte ich: Gut, dann sonnst Du Dich eben noch eine Viertelstunde und genießt die schöne Gegend. Aber dann kam der Mensch vom unteren, Verzeihung einfachen Dienst auf einem Fahrzeug daher, das geeignet war, mittels einer riesigen kreisenden Drahtbürste Ränder öffentlicher Bauten von allem zu befreien, was sich dort angesiedelt haben konnte.
Als dabei nun erste Metallteile auf mich und andere zuflogen, verließen wir fluchtartig die Bank, auf der wir, nichts Böses ahnend, Platz genommen hatten.
Den Mann focht das nicht an. Im Gegenteil: Da wo wir saßen, mußte er sowieso noch hin mit seiner Drahtbürste.
Nun frage ich mich: Ist der Mann so dämlich, daß er von der Gefährlichkeit seines Treibens nichts bemerkt, oder so frustriert, daß er gern mal mit harten Gegenständen auf wehrlose Menschen schießt.
Daß der Mann im einfachen Dienst tätig ist, spricht für beides.
Aus der Feilenstraße kommend, blickt man über den Willy-Brandt-Platz (mit Deutschlands einziger “Verkehrsleitturbine”). Linkerhand liegt die Stadthalle mit der mächtigen Fontäne davor und rechts im grauen Gebäude ist das “Kartoffelhaus”. Im Amerikahaus hat ein Möbelramschunternehmen seine Pretiosen ausgebreitet und bietet “Alles zum 1/2 Preis”. (Außer Tiernahrung).
Während viel, sehr viel, in der Stadt am Teutoburger Wald im Argen liegt, zeigt Oberbürgermeister Eberhard David heute in den Medien den neuen “Großen Saal” des Alten Rathauses (Rochdale-Saal) her. Stolz wie Bolle berichtet man von den Pretiosen und den verbauten 1 Mio. Euro. Eine Stadt, die bis vor kurzer Zeit wegen Überschuldung dem Haushaltssicherungsgesetz unterlag, verbaut 1 Mio. in einen alten Saal? Ein Schelm, den das stört. Hunderttausende Bielefelder Bürger werden von nun an von den “hellen Fenstern” und der “Großzügigkeit der Aufteilung” profitieren. Wie viele Hartz 4 - Empfänger gibt es hier noch mal???? Mit 1 Mio. Euro hätte man z.B. auch bestimmte Brachflächen so bewerben oder neu erschließen können, das Investoren nach Bielefeld kommen, Steuern zahlen und dem heimischen Gewerbe Umsatz und Arbeitsplätze schaffen. So sitzen nun zukünftig bis zu 400 Menschen in dem neuen “multifunktionalen Konferenz - und Veranstaltungsraum”. Aha. In den Medien übrigens nur Jubel, Jubel, Jubel. Man hats ja.






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