StadtBlogs: Regionale deutsche Weblogs

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Mai 2007
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Die neuesten Artikel aus den StadtBlogs

Mi
9
Mai '07

Erfurt-Blog: Heute in Erfurt gesehen

Tankstelle
Die Spritpreise steigen nun auch in Erfurt.
Wo soll das noch hinführen?

Duisburg-Blog: Reggae Benefizveranstaltung für Kinder in Afrika !! HINKOMMEN!!

hey Leutz,
am 1.Juni findet meine Benefizveranstlatung statt.

[IMG]http://i166.photobucket.com/albums/u99/MrsValium/fertig-1.jpg[/IMG]

Kommt alle hin!!! genießt reggae und das alles für einen guten Zweck !!

infos gibts unter:

www.myspace.com/charityroots

Peace and LOVE

Brandenburg-Blog: Brandenburg-Blog rettet Rene Weller!

Wenn er sich helfen läßt.

Aber von Anfang an:

Am 23. Dezember 2005 sprach Günther Jauch in der TV-Show “Wer wird Millionär?” den auf Rene Weller bezogenen Satz:

“Der sitzt ja dauernd im Knast.”

Weller forderte daraufhin  Schadensersatz, Schmerzensgeld sowie einen Widerruf, und klagte, da Jauch zu einer außergerichtlichen Einigung nicht bereit war, vor dem Landgericht Potsdam.

Da diese Klage abgewiesen wurde, ging Weller, der lediglich einmal, nämlich zwischen 1999 und 2003, Strafgefangener war, in die nächste Instanz.

Vor zwei Tagen wies auch diese (das Oberlandesgericht Brandenburg) Wellers Klage ab.

Richter Wolf Kahl berief sich in seiner Urteilsbgründung auf den Duden: Diesem zufolge könne “dauernd” auch “lange andauernd” bedeuten. Daher sei Jauchs Aussage ein “Werturteil mit Tatsachenkern”. Daraus wiederum folge, daß es sich bei Jauchs umstrittenem Satz um eine zulässige Meinungsäußerung handle (vgl. Tagesspiegel vom 8.5.).

Daß dies falsch ist, läßt sich zweifach beweisen – und da doppelt besser hält, werden wir das hier auch tun:

1. Wenn “dauernd” “lange andauernd” bedeuten kann, dann können wir in Jauchs Satz dieses für jenes einsetzen.

Ergebnis:

“Der sitzt ja lang(e) andauernd im Knast.”

Jauchs Satz, ob in dieser Version oder der ursprünglich geäußerten, steht im Präsens. Das Präsens kann im Deutschen zweierlei bezeichnen:

a) Außerzeitlichkeit / Überzeitlichkeit

Beispiel: Eisen ist ein Metall.

Der Satz

“Der sitzt ja lange andauernd im Knast”

enthält einen Zeitbezug.

Daraus folgt, daß das Präsens in diesem Satz nicht dazu dient, Außerzeitliches / Überzeitliches zu bezeichnen.

b) Gegenwart (Moment oder gegenwärtige Situation)

Bezeichnet das Präsens in diesem Satz die Gegenwart – und nur diese Möglichkeit bleibt übrig -, dann schließt er die Aussage ein, daß Weller sich gegenwärtig (zur Zeit der Aussage) im Gefängnis befinde.

Jauchs Satz würde demnach bedeuten:

Weller befindet sich derzeit im Gefängnis, und zwar lange andauernd.

Die Aussage hat demnach keinen Wahrheitskern.

“Dauernd” kann nur entweder”lange andauernd” oder “immer wieder” bedeuten. Es bleibt uns also, “immer wieder” in Jauchs Satz einzusetzen:

 ”Der sitzt ja immer wieder im Knast.”

Der Kern der Aussage ist demnach, daß gegen Weller sehr viele Haftstrafen verhängt worden sein.

 Auch in diesem Fall kann also von einem Wahrheitskern keine Rede sein.  

2. “Dauernd” KANN hier nicht “lange andauernd” bedeuten, sondern ausschließlich “immer wieder”.

(“Dauernd” und “immer wieder” sind unvereinbar, werden manche jetzt einwenden, die Umgangssprache unberücksichtigt lassend. Gewiß, es besteht zwischen den beiden Begriffen ein objektiver Widerspruch, aber der löst sich subjektiv auf: “Immer wieder” heißt: so oft, mit so hoher Frequenz, daß diese dem Betrachter – zumal, wenn er zu Übertreibungen neigt – als Fortdauer erscheint.)

Die Bedeutung eines Wortes ergibt sich aus dem Zusammenhang.

Dabei ist in diesem Satz die Sprachebene entscheidend. “Knast” befindet sich auf der Ebene der (niedrigen) Umgangssprache.

“Gefängnis” dagegen befindet sich auf hochsprachlicher Ebene, “Justizvollzugsanstalt” auf formeller / juristischer. 

Kein Mensch, der bei Sinnen ist, wechselt in einem kurzen Satz die Sprachebenen. Entsprechend befindet sich auch das Verb “sitzen” hier auf niedriger umgangssprachlicher Ebene (wie immer, wenn dieses Wort nicht in seiner eigentlichen Bedeutung, also als Gegensatz zu ”stehen” und “liegen”, zu verstehen ist).

Es folgt, daß auch “dauernd” von Jauch umgangssprachlich verwendet wurde.

In der Umgangssprache aber kann ”dauernd” nur “immer wieder” bedeuten.

Jedem, dem Sprachliches nicht gänzlich fremd ist, ist das klar, und jede empirische Untersuchung würde es bestätigen.

(Jauch übrigens präsentierte in den neunziger Jahren die Fernsehsendung stern TV. Die Redaktion ging damals unseriösen Journalisten auf den Leim, die in ihren Sensationsreportagen vorsätzlich die Unwahrheit vermittelten (wie Jauch selbst daraufhin unwissentlich in seinen Anmoderationen). Es wäre also Jauch selbst zufolge völlig in Ordnung, wenn man über ihn sagte:

“Der erzählt ja dauernd Lügengeschichten.”)

Wir werden Weller diese Beweise zustellen, und natürlich halten wir die Leser- und Schreiberschaft des Brandenburg-Blogs über das weitere auf dem laufenden.

Bielefeld-Blog: Der 9. Mai

Erst der routinemäßige Blick in die Mitteilungen der Stadt Bielefeld offenbarte es: Der 9. Mai ist durch Artikel IV-1 Satz 5 des Vertrages der Mitgliedstaaten der Europäischen Union über die Verfassung für Europa als Europatag bestimmt worden. Dieser Vertrag wurde am 29. Oktober 2004 von den Staats- und Regierungschefs der Mitgliedstaaten in Rom unterzeichnet.

Das entging dem Schreiber vor lauter Sarkozy, G 8-Gipfeleien, Heiligendammer 12-Millionen-Zäunen (“Niemand baut bessere Mauern und Zäune als Deutschland”) und anderen aufregenden Ereignissen außerhalb der Weltstadt am Teutoburger Wald. Eurotag. Soso. Sarkozy will das französische Volk ebenso wenig über eine Verfassung der EU abstimmen lassen wie das Kanzler. Warum auch. Was hat das Volk schon für eine Ahnung, was in den Köpfen der Wichtigen vor sich geht. Wüßte es ob der tiefen Leere vieler, es würde noch mehr erschrecken. NapoleonSarkozy sitzt noch nicht einmal im präsidialen Elysee-Sessel, da fällt er schon mit einer Luxusreise auf, die ein Industrieller bezahlt hat. Vive la France. Es lebe das grenzenlose, das neoliberale Europa. Vorsicht, das ist zynisch gemeint. Häufig muß man die geballte Faust unter der Schreibtischplatte verstecken. Selbst in Bielefeld.

Bielefeld-Blog: Klima. Wandel.

Man darf gespannt sein, wann die ersten Diskussionen um die Gründe des Apriligen-Mai-Dauerregens hier in Ostwestfalen und anderswo losgehen. Bei 16 Grad und stürmischen Böen hauts auch schon mal Dachpappen von Anbaugebäuden.

9mai-001.bmp

Dresden-Blog: Ganz großes Tennis…

Und das ist jetzt nicht sprichwörtlich oder umgangssprachlich gemeint, sondern Wort-wörtlich. Denn seit gestern ist die ATP Tour wieder in Dresden zu Gast. Pünktlich mit dem schlechten Wetter, kann man sagen. Gespielt wird im Waldpark, eben an der frischen Luft, was auch gleich mal zu Spielabsetzungen geführt hat. Rainer Schüttler, übrigens nur an 6 gesetzt, hat gleich sein erstes Match gewonnen, müsste aber nun heute gleich wieder ran, wenn das Wetter nicht ganz so bescheiden wäre. Denn bis jetzt mussten die Spiele wohl auch wieder alle verlegt werden. Wäre ja aber schön, wenn der eine oder andere bekannte Deutsche, Florian Meyer fällt mir da noch ein, hier mal etwas reißen würde…

Lippstadt-Blog: Hansefest mit echter Kogge!

Wie hier und hier und hier berichtet wird, baut die Brauerei Thombansen gemeinsam mit den beiden Zimmerern Marcus Beckstedde und Matthias Borgelt eine Kogge im Maßstab 1:5. Ich fand die Idee so geil, dass ich mittlerweile überall nur noch Koggen sehe. Wie zum Beispiel diese erst vor zwei Wochen in Stralsund:

Kogge in Stralsund

Oder ist das gar keine Kogge? Egal, Hauptsache die Jungs legen ‘ne gute Arbeit ab. Davon werde ich mich in besagter Brauerei am Donnerstag bei einem leckeren Lippstädter Bier selbst überzeugen – und allen die Lust haben, dabei ein Bierchen auf meinen Geburtstag spendieren … äh… also allen Bekannten und Freunden (puh, nochmal die Kurve gekriegt)!

Andreas

Bielefeld-Blog: Fair.Menschlich.Nah?

Wie wenig PR-Sprüche der harten Wirklichkeit trotzen können, zeigt der Kongreß der Sparkassen in Bochum, über den auch die Lokalzeitungen berichten. Da wird getönt, das das Zeug hält. Für einen Freund, mittelständischer Unternehmer, langjähriger Kunde der Sparkasse Bielefeld, muß das alles klingen wie Hohn. Leider verbietet Datenschutz, hier offen über ein Possen – und Ränkespiel, Chos und Versagen von Sachbearbeitern, Filialen und der Zentrale zu schreiben. Aber vielleicht kommt der Tag, an dem man es kann und darf.

Bielefeld-Blog: Gildemeistersche Superzahlen……

Wir schruben hier schon des öfteren mal über den Bielefelder Werkzeugmaschinenhersteller Gildemeister. Gestern nun meldete der Konzern “Vollauslastung”. Vor nicht langer Zeit hieß es, man wrde “400 neue Stellen schaffen”. Ein genauer Blick in die Konzernzahlen:

Auftragseingang: zweistellig plus 23% gegenüber Vorjahr
Gewinn vor Steuern: vervierfacht
Beschäftigte Ende 2006: 5.558
Beschäftigte Ende März 2007: 5.647
Neue Stellen nach Adam Riese: 89

Ein Schelm, wem jetzt plötzlich so schöne Regelungen wie massig Überstunden einfallen. Ein Konzern argumentiert anders: Man bekomme einfach keine Fachkräfte. Ach ja? Wie wärs mit “rechtzeitig ausbilden”?

Nochmals Schelm, wer jetzt nicht dafür ist, Großunternehmen weiter steuerlich zu entlasten. Der Standort Deutschland, insbesondere Bielefeld, ist doch sowas von daneben. “Einfach nicht wettbewerbsfähig” (O-Ton BDI). “Deutschland ist ein Sanierungsfall” (O-Ton Kanzleuse vor nicht allzu langer Zeit). “200 Milliarden höhere Steuereinnahmen bis 2010″ (O-Ton Bu-Finami Steinbrück).

Verzeihung, ich lasse es einfach bleiben, irgend etwas zu glauben und schau mir ein Zahnrad an, das auf einer Gildemeister-Maschine gefertigt wurde.

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Ein bißchen müssen wir da wohl noch an der Doppeldeutigkeit der PR-Mitteilungen feilen.