Man fühlt sich nicht immer gut beraten dort, aber wenn man öfter mal da ist, dann weiß man, welche Leute man an den Informationsplätzen meiden muß.
Schmerzliche oder doch mindestens lästige Erfahrungen sind es, welche dieses Wissen hervorbringen.
Beispiel:
Ich recherchiere eines Tages am OPAC, dem per Computer einsehbaren elektronischen Katalog der Bücherei also. Das Buch, das ich entleihen will, ist leider schon entliehen. Daher gehe ich auf “Vormerken”, klicke mich da durch, ohne alles genau durchzulesen, und finde schließlich sinngemäß die folgende Bemerkung:
Sie werden, sobald das Medium abgegeben ist, postalisch informiert, wenn Sie diese Option gewählt haben.
Kostet dann natürlich 55 Cent extra. Weil die es da per Programm nicht gebacken kriegen, den Nutzer per Mail zu informieren.
Aber das nur am Rande.
Jedenfalls wollte ich über das Eintreffen des Buchs rechtzeitig informiert werden, aber ich wußte eben nicht, ob ich diese Option gewählt hatte. Soviel war mir klar. Und daher war mir eben auch klar: Ist diese Option im Programm voreingestellt, so daß man sie ablehnen kann, aber nicht bestätigen muß, dann werde ich postalisch informiert. Wenn nicht, dann nicht.
Diese doch sehr einfache Problemlage schilderte ich einer vorübergehenden Informationsbibliothekarin.
Die antwortete darauf:
“Das können Sie wählen.”
Erneut versuchte ich daraufhin, ihr zu erklären, worum es ging. Ihre Antwort aber mündete wiederum in den Satz:
“Das können Sie wählen.”
Herrschaften, ist es denn zu fassen!
In der Zeit, die ich mit dieser übrigens außerordentlich blonden Frau vergeudete, hätte ich am OPAC mittels einer Gegenprobe wohl bereits selbst die Antwort finden können. (Andererseits: Weiß man´s? Man muß dafür schließlich nach dem Zufallsprinzip ein Buch finden, das gerade entliehen ist.)
Na, jedenfalls kam nach ein paar Tagen die Nachricht, daß das Buch angekommen sei.
(Die Option ist also, um das hier mal klar und deutlich zu sagen, voreingestellt.)
Also, werte Leser: Mit der außerordentlich blonden Auskunftsbibliothekarin solltet Ihr Euch nicht einlassen (es gibt da nur eine außerordentlich blonde).
Aber es gibt andere, die noch schlimmer sind:
Leute, die wissen, daß sie mit ihrem Job geistig überfordert sind und die aus Hilflosigkeit pampig werden.
Ganz anders eine Bibliothekarin, die so wunderschön und einladend lächelt, daß man dieses ihr Lächeln sogar mißverstehen kann. Die ist tatsächlich immer hilfsbereit und freundlich und geht jeder Frage akribisch nach.
Auch der kleine Blonde und der junge Dunkeläugige mit dem Bärtchen sind Muster-Informationsexperten.
Es gibt übrigens in der Bücherei drei Informationsplätze. Man muß eben nur gucken, ob einer der gut Informierenden gerade da ist.
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