Der Küchenchef des Landeshauses, Helmut Zipner, hat Ähnlichkeit mit dem genialen US-amerikanischen Filmregisseur John Carpenter. Das macht ihn sympathisch. Jetzt haut er in den Sack.
Er ließ zum letztenmal seine Kochkunst den Politikern zugute kommen.
Aber was heißt schon “zugute kommen”?
Die meisten Politiker verstehen nichts von Kunst, also auch nichts von der kulinarischen.
Natürlich hatte Zipner in den letzten Jahren vielfach Gelegenheit, Kubicky zu vegiften.
Er unterließ es.
Damit muß er jetzt leben. (War doch nur Spaß.)
Die neuesten Artikel aus den StadtBlogs
Matthias Krell, künftiger Leiter der Wirtschaftsförderungsgesellschaft, hat ein hübsches Gesicht.
Es wirkt nicht eben skrupulös auf mich, sondern ölig, aalglatt.
Also eben der richtige Mann für den Job.
Auf Seite 24 der Kieler Nachrichten vom 15. Dezember finden wir einen Artikel mit der Überschrift “Kultur-Etat ohne Kürzungen”.
Darin heißt es:
“Als der Haushaltsplan für Kultur im Rat an die Reihe kam, herrschte bei allen Zufriedenheit: Denn mit den Ausgaben von 42 Millionen Euro blieb die Stadt auf dem Niveau des vergangenen Jahres. Also keine Kürzungen, registrierte Günter Mix (CDU) erfreut. Cathy Kietzer (SPD) ließ es sich nicht nehmen, noch mal die Streichungen bei den Stadtbüchereien zu registrieren, doch als der Vertrag mit dem Büchereiverein zur Abstimmung kam, hoben alle die Hände.”
Frau Kietzer von der SPD macht demnach Ärger. Schon wieder kritisierte sie, und sie wiederholte dabei, was sie schon bei anderer Gelegenheit gesagt hatte.
(Als wäre der Rat nicht das richtige Forum, um Kritik zu äuißern.)
Und dann ist sie so inkonsequent, doch mit JA zu stimmen.
(Inkonsequenz wird hier dem Leser nahegelegt. In der Sache ist keine zu erkennen.)
Herr Mix von der CDU dagegen ist erfreut. Das freut uns dann auch. Guter Mann. Und er sagt es, wie es ist: keine Kürzungen.
Daß die Kieler Nachrichten bei ihrer Werbung für die CDU so plump sind, ist wirklich recht komisch.
Sie übernehmen hier tatsächlich haltlose Propaganda der CDU.
Herr Mix behauptet, es gebe keine Kürzungen, und die KN beten das in ihrer Überschrift nach.
Dabei ist es nachweislich falsch.
Im vergehenden Jahr lag der Kultur-Etat bei 42 Millionen Euro.
Im kommenden Jahr sind es 42 Millionen Euro.
Auch in diesem Jahr schritt die Geldwertminderung, wenn auch nicht mit hoher Geschwindigkeit, fort.
Daraus folgt, daß sich hinter dem gleichbleibenden Betrag eine Kürzung verbirgt.
Ja, da kann man was erleben. Neulich saß mir gegenüber im Bus ein ca. siebzehnjähriger Junge, der mit grimmigem Blick versuchte, seine Unsicherheit in dieser Welt zu vergergen.
Auf dem Schoß hatte er einen Rucksack, der mit Aufnähern versehen war.
Die sah ich mir mal an.
Auf einem stand:
“Zahme Vögel singen von Freiheit.
Wilde Vögel fliegen.”
Nun ja. Ob er noch mehr drauf hat? Tatsächlich: Auf einem anderen Aufnäher stand nämlich das folgende:
“Alles geht in Arsch.
JESUS BLEIBT.”
Genauso stand das da: “in Arsch”!
So ein Mensch wird wahrscheinlich, obwohl starkgläubig, von egal welcher Kirche als verlorenes Schaf betrachtet.
Kennt Ihr die Zeitschrift Treffpunkt Kino (Version für das Cinemaxx)?
Dieses Werbeblatt liegt im Cinemaxx aus. Schlägt man es hinten auf, dann stößt man dort auf eine Liste aller Cinemaxx-Filialen mit Angaben der jeweiligen Kapazität.
Demnach hat das Cinemaxx Dammtor, eines von drei in Hamburg, 2700 Plätze; das Cinemaxx Kiel bringt es auf 3000 Plätze.
In erstgenanntem bin ich auch öfter mal und weiß daher, daß es dort schon um fünf, ja manchmal schon um drei hoch hergeht.
Es ist wirklich zu jeder Tageszeit gut besucht und zur Prime Time natürlich richtig voll.
Das Cinemaxx Kiel dagegen – ihr wißt ja, wie das ist. Wenn nicht gerade Donnerstag ist und ein Blockbuster anläuft, dann ist um drei sehr wenig los und um fünf nicht viel mehr.
Um acht schraubt sich das Ganze dann mühsam auf das Niveau hoch, das man in Hamburg/Dammtor um fünf hat.
Gern wüßte ich, ob sich das Cinemaxx Kiel trägt oder ob es, wie das Dargelegte nahelegt, Verlust macht und nur deshalb nicht geschlossen wird, weil eine Abwicklung noch teuer wäre.
Dort in der Flämischen Straße und so weiter, wo Damen ihr Geschlecht verleasen, wie Horst Tomayer sagt, befinden sich ja auch Kneipen. Mittendrin. Und es gilt auch irgendwie nicht als tabu, diese Kneipen aufzusuchen. Wenn das schon nicht bemerkenswert ist, dann ist es vielleicht der Umstand, daß einen Viertelsteinwurf entfernt von den Kopulationsbunkern die Debeka ansässig ist.
Eine Versicherung, die, wie es bei einer Versicherung sein muß, auf seriös macht.
Und wirkt das vielleicht seriös, seine Geschäfte in solcher Nachbarschaft abzuwickeln?
Und nicht mehr als einen halben Steinwurf von den Entsaftungszentren hat der NDR seinen Sitz.
Jessas, Herrschaften, ist denn das die richtige Voraussetzung für seiöse Berichterstattung?
Nun ja, wenn man es recht bedenkt, dann sind die Interviewer des NDR ihren Interview-Partnern aus Wirtschaft und Politik in ähnlicher Weise gefällig wie die geschlauchten Damen ihren Kunden.
Steht man vor der Gourmet-Kneipe in der Holtenauer Straße, dann fallen drei Dinge auf:
1. Von einem Gourmetgemäßen Bierangebot wird da zumindest nichts mitgeteilt.
2. Das Angebot an Speisen kann sich allerdings sehen lassen. Die Auswahl ist nicht groß, aber was da steht, das ist fein, sehr fein. Und, soweit man das, ohne selbst da gegessen zu haben, beurteilen kann, ist es günstig. Das hängt dann ja wohl mit der geringen Auswahl zusammen.
3. Als ich das letztemal da vorbeikam (und das vorletztemal und das vorvorletztemal), da war es dort nicht eben voll.
Aber ich glaube, das liegt nicht an schlechter Qualität, sondern daran, daß es den Kielern schwerfällt, sich mit so etwas Ungewohntem wie einer Gourmet-Kneipe anzufreunden. Also wollen wir sie doch mal probehalber aufsuchen, die Kneipe, und dort spachteln.
Den fälligen Erfahrungsbericht werde ich Euch hier nicht vorenthalten.
(I know you can hardly wait.)
Gutes über das neueröffnete Metro-Kino ist hier schon zuhauf gesagt worden. Und bevor ich zur Kritik komme, setze ich die Lobhudelei fort: Das Personal dort ist freundlich, und es werden einem da ein hübscher Espresso und ein ebenfalls nicht schlechter Milchsahke kredenzt (ihr merkt schon, mehr habe ich da bislang nicht probiert). Aber schon an der Kasse kommt das böse Erwachen:
Ich:
Haben Sie hier eine Ermäßigung für Studenten?
Sehr freundliches Mädchen:
Nein, leider nicht.
Ich:
Im Studio gibt es eine. Ich dachte, das gehört hier mit dem Studio zusammen.
Immer noch sehr freundliches Mädchen:
Nein, das sind ganz unterschiedliche Unternehmungen.
Ich:
Keine Ermäßigung für Studenten. Das schlägt dem Faß den Boden aus.
Nein, das letzte habe ich nicht ihr gesagt, sondern später meiner Begleiterin, aber es ist doch wahr. Nichts könnte kurzsichtiger sein: Da eröffnet man ein Kino neu und hat nichts besseres zu tun, als gleich das wichtigste Kundensegment zu verprellen. Studenten gehen dann eben meist nicht ins Metro, wenn es sich vermeiden läßt. Und es läßt sich eben oft vermeiden, da viele Filme, die im Metro laufen, gleichzeitig, früher oder etwa später auch in anderen Kinos gezeigt werden.
Wofür lösten wir an dem betreffenden Abend übrigens Karten?
Für “Goyas Geister” von Milos Forman mit der göttlichen Natalie Portman.
Großartig.
Aber das Metro machte es dem Zuschauer nicht leicht, den Film zu genießen:
Er wurde in dem kleinen Saal links von der Kasse gezeigt, und das erste Problem war, daß die Tür während der Anfangsszene offen blieb, so daß man all das Rumoren aus dem Verkaufsbereich mithören mußte.
Nach einigen Minuten wurde es mir zu bunt, und ich wandte mich schweren Herzens für zehn Sekunden von dem Film ab, um die Tür zu schließen. Der Klang des Türschließens wiederum erinnerte offenbar einen Angestellten daran, daß da noch etwas zu tun sei, das er schon einige Minuten zuvor hätte tun müssen. Die Tür wurde also wieder geöffnet, der Typ kam rein und justierte, wie üblich, an der Gerätschaft herum.
Dann ging er wieder.
Jetzt alles in Butter?
Leider nicht. Denn nebenan lief James Bond, nehme ich an, und die lauteren Szenen jenes Films verhagelten die leiseren von “Goyas Geister”.
Also, da kommt ganz schön was zusammen:
- Fehlende Ermäßigung für Studenten
- mangelhafte Schallisolierung zwischen den Sälen
- wenigstens in diesem Fall unaufmerksames Vorführpersonal.
Auf die ansonsten übliche Viertelstunde Werbung kann man sich übrigens im Metro ebensowenig verlassen wie im Studio.
Die Besucherzahlen sind ja auch nicht geeignet, die werbende Wirtschaft zu überzeugen.
Neulich hörte ich im Deutschlandfunk einen Beitrag über das Kieler Hartz-IV-Orchester.
Darüber kann sich, wer will, anderswo informieren.
Hier soll nur darüber informiert werden, daß es eine Band dieses Namens in Kiel wirklich gibt.
Wenn dieses Orchester seinem Namen Ehre machte, dann würde es dauernd jene garstige Jingle-Musik spielen, die man aus Fernseh-Quiz-Shows kennt – wenn man auch, um solche Musik zusammenzuflicken, kein Orchester braucht. Passend wäre es dennoch, denn das ist Musik der sozialen Kälte.
Musik hatte schon immer auch die Funktion, Menschen Trost zu spenden. Und jetzt das: Hartz-IV-Orchester!
Alsowissensenee!


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