Aber vielleicht ist das nicht ganz die richtige Formulierung. Daher sagen wir es anders:
Die hiesige Pröpstin der evangelisch-Lutherischen Kirche, Juta Gross-Ricker, veabschiedet sich im kommenden Jahr in den Ruhestand.
Werfen wir einen Blick zurück auf die Ära Gross-Ricker … und wenden wir uns gleich wieder ab, denn es ist tatsächlich nichts Bedeutendes darin zu finden.
Die neuesten Artikel aus den StadtBlogs
Ein Norbert Wallet ist Autor eines bemerkenswerten Kommentars zum Parteitag der Grünen, den man im Flensburger Tageblatt vom 4. Dezember findet.
Ich zitiere:
“Losgelöst von den Zwängen der Macht wäre bei den Grünen nun hinreichend Raum für lustvollen Richtungsstreit.”
Das nun aber heißt, wenn wir den syntaktischen Bezug ernst nehmen, daß der nunmehr hinreichende Raum losgelöst ist von den Zwängen der Machet. Das ergibt offensichtlich keinen Sinn.
Weiter im Text:
” Doch den hat die Partei kaum in Anspruch genommen. Statt dessen legte sich die kleinste Oppositionspartei im Bundestag auf einen Kurs fest, der sich zwar `radikal´ und ´realistisch´ nennt, in Wirklichkeit aber ziemlich nüchterne Pragmatik bietet.”
Soso, er nennt sich realistisch, bietet aber Pragmatik. Was für ein Gegensatz!
Wallet weiter:
“Schrittweise soll der Klimaschutz ausgebaut werden, Fall für Fall sollen die Auslandseinsätze der Bundeswehr geprüft werden, und immer mehr soll der Kontakt zu Kleinunternehmern und Mittelständler als Träger des Fortschritts in der Umwelttechnik gesucht werden.”
Nein, “Mittelständlern” und “Trägern” muß es hier heißen.
Deutsch ist eben nicht die Stärke des Verfassers.
Politische Analyse aber offensichtlich auch nicht.
Hat er eine Stärke?
Wenn das der Fall ist, stellen Sie hier einfach einen Kommentar ein, Herr Wallet.
Der Flensburger Hof beherbergt ein Restaurant und demnächst auch noch ein zweites.
Aber damit nicht genug:
Im kommenden Jahr, ja schon zu Beginn des Jahres soll dort ein Feinkostgeschäft eröffnet werden.
An so etwas mangelt es ja in unseren Breiten immer.
Na, wollen wir mal hoffen, daß es ein Feinkostgeschäft sein wird, das diese Bezeichnung verdient.
Es war ein “Aktionstag”, und dahinter verbirgt sich , daß in den Praxen keine Aktion zu erwarten war.
Die gesundheitliche Grundversorgung blieb natürlich dennoch aufrechterhalten, als derart gegen die Gesundheitsreform protestiert wurde.
Und völlig zurecht wurde protestiert.
Ist übrigens mal jemandem aufgefallen, daß “Gesundheitsreform” nichts anderes als ein Euphemismus für “Krankmachung” ist?
Ein Mensch ist gesund.
Nun wird seine Gesundheit reformiert.
Wenn das nicht bedeuten soll, daß er krank gemacht wird, dann kann man sich gar nichts darunter vorstellen.
Jörg Sändig ist ein Bariton, der sich durchaus hören lassen kann.
Und ein Gesicht hat der Mann, das man eher bei einem Tenor vermuten würde.
Und eben die Tenöre sind es ja auch, die normalerweise mächtig “Schlag bei Weibern” haben, wie man zu sagen pflegt.
Ich distanziere mich natürlich von dieser Formulierung.
Wo war ich stehengeblieben?
Ach ja, Jörg Sändig kommt vor allem bei der weiblichen Zuhörerschaft gut an wegen seiner warmen Stimme und seines schönen Gesichts.
Da ist es dann doch kein Wunder, daß er unlängst die “Maske mit Vorhang in Silber” des Vereins Flensburger Theaterfreunde (und vor allem -freundinnen) erhielt.
Das Flensburg-Blog gratuliert herzlich.
Und zwar im von mir mit gebührender Skepsis beäugten Flensburger Tageblatt.
Am 30. November heißt es dort in einem Kommentar von ihm:
“Die Kanzlerin blieb hart in Riga. Es werde keine deutschen Kämpfer im Süden Afghanistens geben. Selbst eine mögliche “Nothilfe” für dort in Bedrängnis geratene NATO-Truppen will sie auf Unterstützungsaufgaben beschränken. Der Druck derjenigen Verbündeten, die im Süden des Landes Soldaten stationiert – und verloren – haben, prallte auch auf dem Gipfel in Lettland wirkungslos an Angela Merkel ab.”
Es ist wohl so bzw. eher doch nicht.
Denn was kann alles abprallen: Steine, Bälle, Gewehrkugeln (wenn auch diese nicht an Angela Merkel) usw.
Aber Druck kann eben nicht abprallen, wie doch eigentlich jedem Menschen klar sein sollte.
Was ist also dieser Stefan Petersen für ein Wesen?
Es ist eine rätselhafte Welt.
Es ist immer noch nicht bekannt, wer die erheblichen Schäden auf dem Garnisonsfriedhof in Schleswig angerichtet hat.
Derlei war in unserer Region bislang nicht üblich, und auch sonst sind es ja in Deutschland fast ausschließlich jüdische Gedenkstätten, die von diesen kreatürlichen Menschen beschädigt werden.
Stellen wir also mal das eine oder andere Faktum fest:
Nach der letzten Landtagswahl in Schleswig-Holstein hatte man sich zunächst auf eine Regierung aus SPD, Grünen und SSW geeinigt. Daß daraus nichts wurde, steht auf einem anderen Blatt.
Als sich aber diese Dreier-Koalition abzuzeichnen begann, wurden Stimmen prominenter Vertreter der Bundes-CDU laut: Dänen sollten nicht bestimmen, wer in einem deutschen Land das Sagen hat.
Es war abscheulich.
Heiligt der Zweck alle Mittel?
Und sehen wir jetzt auf dem von Dänen errichteten Garnisonsfriedhof das Ergebnis?
Schon damals waren ja SSW-Abgeordnete bedroht worden.
Und wenn man jetzt die Toten nicht in Ruhe schlafen läßt, dann ist zu befürchten, daß auch die quicklebendigen Dänen unserer Region bald von unverbesserlichen Deutschen molestiert werden.
Dabei schien schon alles in trockenen Tüchern.
Das ist alles sehr sonderbar.
Wie konnte es geschehen, daß man sich doch nicht einigen konnnte.
Nicht nur mir, sondern auch vielen anderen wäre ein Einkaufszentrum an dieser Stelle sehr gelegen gekommen.
Es wäre eine schlagartige Steigerung der Lebensqualität gewesen.
Aber nun heißt es mal wieder:
Pustekuchen.
Ein Satz mit x: Das war wohl nix.
Am 29. November erschien das Flensburger Tageblatt mit einem Kommentar eines Stephen Richter zur Lage in der CDU sowie in der Koalition.
Dort heißt es:
“Wenn die CDU ernstgenommen werden will, muss sie jetzt in Regierung und Parlament an die Umsetzung der Parteitagsbeschlüsse gehen.
Doch bevor überhaupt der Koalitionspartner SPD erneut abgewunken hat, erklären die CDU-Ministerpräsidenten von Thüringen und Sachsen, dass sie die Veränderung der Zahldauer des Arbeitslosengeldes I an langjährige Beitragszahler ablehnen und davon ausgehen, dass dieser Beschluss ´kurzfristig nicht konkrete Politik´ wird.”
Soso.
Beklagt wird also mal wieder eine Sozialdemokratisierung der CDU, obwohl doch im Gegenteil die SPD die CDU beinahe rechts überholt hätte.
Es ist eine Neuheit, zumindest in unserem Raum: Im Martin-Luther-Krankenhaus Schleswig werden seit einiger Zeit Fragebögen an die Patienten ausgegeben.
Die Patienten werden so in den Stand gesetzt, die Leitung des Krankenhauses über einiges zu informieren:
nämlich, was sie von Service, Qualität der Anlagen (Betten usw.), Essen und manchem anderen halten.
Das Ganze wird dann ausgewertet und kann zu Verbesserungen in allen Bereichen führen.
Sollte das nicht auch in Flensburg möglich sein?
Ich bin dafür, sich hier die kleinere Nachbarstadt zum Vorbild zu nehmen.
Gut, die Überschrift ist ein wenig übertrieben, aber es ist ja bislang wirklich zum Haareraufen, wenn man versucht, vor einem Spiel der SG einen Parkplatz zu finden.
So ist es konsequent, daß es die SG selbst ist, auf deren Initiative hin binnen kurzem Parkraum für 500 weitere Parkplätze geschaffen werden.
Bald kann man also wirklich auch dann, wenn es um die SG bzw. zur SG geht, vom ÖPNV auf das eigene Fahrzeug umsteigen.
Die Kontrolle des Flensburger Tageblatts im Flensburg-Blog geht weiter. Schauen wir doch mal, was ein Alf Clasen am 28. November in einem Kommentar über den CDU-Parteitag schreibt:
“Die CDU hat sich nahezu geschlossen hinter ihre Vorsitzende gestellt.”
Um ihr in den Rücken zu fallen?
“93 Prozent sind zweifellos ein sattes Ergebnis für Angela Merkel – und alles andere als eine Überraschung. Zwar wünschten sich viele Parteimitglieder eine straffere Führung, doch in Dresden konnte keinem Delegierten daran gelegen sein, die Chefin durch Stimmenentzug abzustrafen.”
Jeder hat nur eine Stimme. Deshalb kann man eben nur eine entziehen. Es müßte also statt “Stimmenentzug” “Stimmentzug” heißen.
“Ein Jahr nach der Regierungsübernahme hätte es die Kanzlerin in dem ungeliebten Zweckbündnis mit der SPD unnötig geschwächt.”
Ein Zweckbündnis hat nie etwas mit Liebe zu tun, und wenn dem so wäre, so würde nicht das Bündnis, sondern der Partner geliebt.
“Zudem hatte es Merkel im Streit um das Arbeitslosengeld (ALG) I vermieden, zwischen die Fronten zu geraten.”
Wohlgemerkt, das habe ich nicht mal hier, mal dort aus dem Text gepflückt, sondern das Zitierte ist der fortlaufende Text des ersten Absatzes.
Weitere Kommentare erspare ich mir an dieser Stelle.
Flensburger Strom ist ein Naturprodukt und eine Delikatesse, die weit über die Stadtgrenzen, ja weit über die Grenzen unseres Bundeslandes hinaus beliebt ist.
Daher kann es nicht verwundern, daß die Flensburger Stadtwerke den Auftrag erhalten haben, ab 2007 (vorerst bis 2009) Strom nach Nordrhein-Westfalen, unter anderem in den Kreis Herford zu liefern.
Denn in NRW … nun ja, man weiß ja um die Katastrophe im vergangenen Winter.
Aber ich fürchte, derlei ließe sich auch durch Stromlieferungen aus Flensburg nicht verhindern.
Nach rund 1 1/2 Jahren sind die Bauarbeiten der 900 Meter langen Promenade zwischen dem Hamburger Fischmarkt und den Landungsbrücken endlich fertig. Auch für Spaziergänger ist die beliebte Flaniermeile die dem Hochwasserschutz dient wieder freigegeben.
Um 90 Zentimeter wurde der Deich an der Hafenuferstraße erhöht und hat jetzt eine Gesamthöhe von stolzen 8.50 Meter.
Mit einem Investitionsvolumen von ca. 7,5 Millionen ist dieses Projekt nur ein kleiner Teil eines gewaltigen Bauprojekts zum Schutz vor Sturmfluten gewesen. Gerade der Hochwasserschutz hat in Hamburg höchste Priorität aber vor allem genießen die Hamburger den Spazierweg auf dem Schutzwall am St. Pauli Fischmarkt.
Quelle: hamburg1.de
Am 23. Dezember um 15.00 Uhr.
Für auswärtige Unkundige:
Das ist die Spitzenpaarung im deutschen Handball, und leider werdet Ihr, liebe auswärtige Unkundige, nicht dabei sein können, denn die Spiele des THW sind immer früh ausverkauft.
(Für die Bundesliga-Spiele gibt es sogar überhaupt keine Karten im freien Verkauf, wenn ich nicht irre, also eben nichts als Dauerkarten.)
Der THW wird übrigens deutlich gewinnen.
Ob sich seit dem ersten was geändert hat?
Der Sinn der Sache war und ist, daß man wohlig erschauernd durchfriert und sich dann ebenso wohlig erschauernd mehr schlecht als recht vom Glühwein aufwärmen läßt.
Natürlich möchte man sich auch unterhalten, aber die Artikulation fällt schwer, weil man seine Lippen nicht mehr spürt.
Spät abends kommt man dann nach Hause, wärmt sich RICHTIG auf und wartet auf den Schnupfen, der es einem zu Sylvester unmöglich macht, glückzumneuenjahrwünschend durch die Gegend zu küssen.
Tja, so war es immer.
Aber jetzt?
Bei diesen spätsommerlichen Temperaturen?
Da isses Essig mit dem Glühweintrinken.
Tatsächlich wird der Weihnachtsmarkt unter der Wärme zu leiden haben. Aber schön und viel wichtiger ist doch, daß bei diesem Wetter – anders als in manchen vergangenen Jahren – kein Obdaschloser erfrieren wird, während die anderen ihr Fest der Liebe feiern.
Das Schloß überrascht mit einem Elvis Christmas Special. Wenn man sich schon an diesem Christenfest beteiligen muß, dann kann man nichts besseres tun, als am 22. im Schloß zu erscheinen, um dem König, nein dem Gott der Rockmusik seine Reverenz zu erweisen, dem neben Dean Martin und Al Green größten Sänger seit Beginn der Tonaufnahmen.
Das Billig-Kino Brücke wird hier öfter mal erwähnt. Das liegt daran, daß ich als wöchentlich zwei- bis dreimaliger Kinogeher die jeweiligen Filme für Euch in den aktuellen Kinos schon vorgekostet habe.
Wenn sie dann im Kino mit dem erfreulich kleinen Preis ankommen, kann ich Euch also den Daumen zeigen, der entweder nach oben oder nach unten weist.
Im Fall von Bandidas, der in dieser Woche läuft, weist er allerdings zur Seite, mit leichter Tendenz nach oben.
Ein typischer Fall von Luc-Besson-Unterhaltungsfilm (im Unterschied zu Luc-Besson-Kunstfilmen) ist das.
Luc Besson (Leon, der Profi) führte hier zwar nicht Regie, war aber im Hintergrund maßgeblich tätig.
Das Ergebnis ist ein Western um zwei Frauen (Penelope Cruz, Salma Hayek), die in widerrechtlicher Weise dem Recht auf die Sprünge helfen.
Manchmal kühn und drastisch, das Ganze, routiniert auf Hochglanz inszeniert – und manchmal albern, dann aber auch wieder wirklich witzig.
Und natürlich wurde darüber im Rat kontrovers diskutiert.
Was aber sagen die Bürger?
Was sagen die Leser dieses Blogs?
Seid Ihr denn so entpolitisiert, daß Ihr davon nichts wissen wollt?
Wenn Ihr Vorschläge habt, wo gespart werden sollte und welcher Bereich andererseits noch finanziell ausgebaut werden sollte, dann stellt hier Kommentare ein.
Ich bin übrigens dafür, den Theaterbereich zu kürzen.
Und ich war nicht dabei. Ds erfüllt mich mit Ohnmacht und Bitternis.
Denn ich verehre Piet Klocke sehr.
Wie ich aber hörte, ist immer noch alles beim Alten.
Und es ist wohl auch immer noch so, daß die Leute sich seines zentralen Kunstgriffs nicht bewußt sind.
Daher soll er hier kurz erklärt werden:
Gewissermaßen stammt das Ganze von Cervantes´ berühmtem Roman Don Quijote ab. Der Held jenes Romans wähnt sich in einem idealisierten Mittelalter und interpretiert alles, was er wahrnimmt, in diesem Sinne um.
Klocke verfährt ähnlich:
Er hat es zwar mit einem Comedy-Publikum zu tun, aber er behandelt die Zuschauer wie Besucher einer Vorlesung.
Und nicht nur das: Er resp. seine Kunstfigur Professor Schmidt-Hindemith von der Tannhäuser-Universität, der nach eigenem Bekunden von Musik keine Ahnung hat, wähnt sich in den siebziger Jahren, jener Zeit also, als es in den Hörsälen sehr hoch und sehr politisch herging.
Dabei ist der Professor einer von der alten Schule, aber gutwillig und bereit, auf die Belange der Studenten einzugehen. Natürlich ist er der Situation nicht gewachsen. Auch das Gelächter in seinen Vorlesungen setzt ihm mächtig zu.
Folge: Er, der es mit einem entpolitisierten Comedy-Publikum zu tun hat, das er für eine großenteils sozialistische Studentenschaft hält, ist nervlich ein Wrack.
Vielleicht ist der eine oder andere noch nicht überzeugt, daß Klockes Figur sich in den siebziger Jahren wähnt.
Doch, genau so ist sie konzipiert.
Seht Euch doch nur mal Anzug und Frisur an!
Eine Verballhornung des Siebziger-Jahre-Outfits (nicht eines damals schrill-modischen natürlich, es handelt sich ja hier um einen Professor, sondern des üblichen).
Und dann die Worte:
“Sozialkritisch”!
Wer sagt das heute noch?
Noch deutlicher:
“Spätkapitalismus”!
(Na, wenn das in den Siebzigern Spätkapitalismus war, wie man damals sagte, dann müßten wir ihn heute schon hinter uns haben.)
Und das Wort “Sex” spricht Klocke / Schmitt-Hindemith mit stimmhaftem s, wei es damals eben noch im Schwange war.
Auch das sagt heute kein Mensch mehr.
Immer noch Einwände?
Na, dann seht Euch beim nächstenmal die Auftritte dieser herrlich fahrigen Person auch unter diesem Aspekt an.
Schnappt mir aber nicht wieder die letzten Karten weg.
(Nein, ich werde mich nächstesmal früher darum kümmern.)
Der Bunte Kreis der Uniklinik, dessen Aufgabe in sozialmedizinischer Nachsorge besteht, hat eine prominente Schirmherrin:
Die bekannte Profi-Tänzerin Heide Simonis, die mit ein wenig mehr Glück immer noch Ministerpräsidentin Schleswig-Holsteins wäre.
Diese hatte die Teilnahme an einer adventlichen Veranstaltung des Kreises jüngst zugesagt, zog es dann aber doch vor, fernzubleiben.
Was halten wir denn von einer solchen Schirmherrin?
Eine Schirmherrin ist doch wohl dazu da, die betreffende Organisation zu beschirmen, wie der Name sagt.
Auf eine Schirmherrin, die im entscheidenden Moment abwesend ist, kann man gut und gern verzichten.
In einem Kommentar der Lübecker Nachrichten vom 15. Dezember schreibt ein Jens Ehlers:
“Bundeskanzlerin Merkel hat ihre internationalen Auftritte beeindruckend absolviert. Eben erst im Amt, legte sie vor einem Jahr auf einem EU-Gipfel in Brüssel in einem zerstrittenen Männerhaufen ein meisterhaftes Solo hin.”
Das soll ihr erstmal jemand nachmachen: in einem Haufen ein Solo wohin auch immer zu legen.
Ehlers weiter:
” Kein Wunder also, wenn von Merkel im kommenden Halbjahr als Repräsentantin der Gemeinschaft der dann 27 Länder einiges erwartet wird.”
Es ist offenbar nur der Kommentator, der von Merkel einiges erwartet. Von anderen hörte ich derlei nie über die garstige Repräsentante.
Lübeck fühlt sich seit langem mit dem HSV verbunden. Gründe dafür sind natürlich die Nähe und der fußballerische Mißerfolg Lübecks.
Na gut, der VfB hat die Chance, aufzusteigen, aber erinnert sich noch jemand an die Zeit, als der VfB in der Verbandsliga spielte, dort zwar erfolgreich war, aber dann regelmäßig bei dem Versuch scheiterte, in die Oberliga aufzusteigen, weil man sich erstmal gegen norddeutsche Verbandsligisten aus anderen Bundesländern hätte durchsetzen müssen? In jenen bitteren Jahren, in denen der VfB-Bus über die Dörfer rumpeln mußte, haben sich viele von ihrem Heimatverein ab- und dem HSV zugewandt.
So kommt es auch, daß die Lübecker Nachrichten besonders ausführlich über den HSV berichten und auch kommentierend am Geschehen beim derzeit wankenden hanseatischen Fußballgiganten teilnehmen.
So am 13. Dezember auf Seite 20 (Kommentar von Jürgen Rönnau):
“Es hat wohl nicht gereicht, dass sich der ruhmreiche Hamburger SV zuletzt sportlich in Deutschland und Europa lächerlich gemacht hat. Was man bisher vor allem aus Schalke kannte, ist also auch in Hamburg möglich: Eine Jahreshauptversammlung wird zur Karnevalsveranstaltung. Die johlenden Mitglieder, der rat- und hilfesuchende Vorstand, ein überforderter Aufsichtsrat – dazu die erwähnten Darbietungen auf dem Fußballplatz: Der HSV 2006 bietet ein jämmerliches Bild.”
Tja, man nimmt Anteil.
Und man ist kritisch.
Aber was man da schreibt, ist einfach nicht sinnvoll.
Sinngemäß steht da nämlich (verkürzt, aber nicht verfälscht), daß der HSV nicht nur schlecht gespielt habe, sondern auch, wie erwähnt, schlecht gespielt habe.
Und ist das wirklich der “HSV 2006″?
Vergißt man bei den LN so schnell?
Schließlich hat sich der HSV in der ersten Hälfte des jahres 2006 für die Champions League-Qualifikation qualifiziert.
Und zu Saisonbeginn diese Qualifikation erfolgreich bestanden.
Kritik darf sein, aber dabei sollte man doch die Fakten zur Kenntnis nehmen.
Ex-St. Paulianer Bernd Hollerbach ist zweifellos einer der sympathischsten Trainer im Lande.
Und er führt die Mannschaft bedächtig, ruhig, aber stets zielbewußt.
Meiner Auffassung nach könnte sich der VfB keinen besseren Trainer wünschen.
Sollte der Aufstieg gelingen, ist er Hollerbach zu verdanken.
Elena Eglitis von der SG Lübeck ist eine der großen Schwimm-Hoffnungenin diesem Land, wie sich jüngst bei den Landesmeisterschaften zeigte.
Und es muß gesagt sein, daß sie nicht nur eine Schwimmerin für gute Zeiten ist.
Sondern sie ist auch eine hervorragende Stilistin – wie einst Franziska van Almsick, die sich ja schon stilistisch von ihrer Konkurrenz abheben konnte.
Natürlich gibt es einen Zusammenhang zwischen stilistischem Niveau und Erfolg – aber leider gibt es ja immer wieder auch weibliche Kraftprotze, die bessere Stilistinnen abhängen.
“Die sind alle gedopt”, werden jetzt einige sagen.
Na, wir wollen mal nicht übertreiben.
Nicht alle kräftig gebauten Frauen trifft dieser Verdacht zurecht.
Und bei der schlanken, ja geradezu fragil wirkenden Elena würde man ohnehin nicht auf diese Idee kommen.
Hochsympathisch ist die hübsche Lübeckerin übrigens obendrein.
Dazu habe ich eine durchaus andere Meinung als ein Kai Dordowsky, dessen Kommentar dazu man am 13. Dezember in den Lübecker Nachrichten lesen konnte.
Ich zitiere:
“Lübeck wagt ein Experiment – die plebiszitäre Stadtplanung. Bürger, Anwohner, Geschäftsleute und Eigentümer sollen mitreden, wenn die Innenstadt umgebaut wird.”
Geschäftsleute haben immer ein entscheidendes Wort. Außerdem bestehen plebiszitäre Elemente nicht im Mitreden, sondern im Abstimmen.
Der Kommentator weiter:
“So etwas hat es in der altehrwürdigen Hansestadt noch nicht gegeben. Bürgerbeteiligung ist durchaus nicht neu. Die sieht aber üblicherweise so aus: Die Verwaltung lädt ein, um die Bürger über ihre Vorhaben zu informieren (…)
Bei der Erweiterung der Fußgängerzone sollen die Hanseaten mitreden, bevor die Experten sich über Möblierung, Aufenthaltsqualität und Pflasterung ausgelassen haben.”
Die Bürger reden mit, die Experten lassen sich aus.
Woher die Expertenfeinlickeit?
Aber nein, es ist keine wirkliche Feindschaft, es ist nur Populismus.
Da ich kein Populist bin, verttrete ich die Auffassung, daß Lübeck so wie es jetzt ist am schönsten ist.
Punkt.
Was ist überhaupt mit der vielzitierten Armut Lübecks?
Wäre nicht auch die Argument gegen die Erweiterung?
In den Lübecker Nachrichten vom 11. Dezember steht ein Kommentar von einem Michael Berger unter der Überschrift “Arm und reich”.
Ich zitiere:
“Die Stadt Lübeck ist einerseits arm wie eine Kirchenmaus, wenn man ihre Finanzen bilanziert. Doch sie ist reich wie der Vatikan, wenn man ihre Kunstschätze taxiert. Das Bewerten der Bestände wird demnächst auch von den Museen verlangt. Mit der Einführung der so genannten doppelten Buchführung wird ab 2009 jeder Besitz mit einem – virtuellen – Preisschild versehen, und man muss kein Prophet sein, daß dieser Vorgang Begehrlichkeiten wecken wird.”
Wie es weitergeht, läßt sich denken. Berger vermutet, daß einige der Auffassung sein werden, man sollte manche Kunstschätze veräußern, um Geld für anderes zu haben.
Und er wendet sich entschieden gegen diese Auffassung, und zwar mit der Begründung, daß Kunst für alle zugänglich sein müsse.
Nun, das ist doch endlich mal ein brauchbarer Kommentar in den Lübecker Nachrichten.
Würde Berger mir aber zustimmen, wenn ich sagen würde, dieser Kommentar sei kapitalismuskritisch?
Das würde er vermutlich nicht.
Aber es ist doch durchaus ein Mißstand, daß es viele Menschen gibt, die sich Eigentümer und Sammler von Gemälden nennen und die es einer kunstinteressierten Öffentlichkeit schwer oder gar unmöglich machen, sie zu betrachten.
Und eben dagegen wendet sich Berger in seinem Kommnetar.
Schauen wir doch mal auf Seite 27 der Lübecker Nachrichten vom 10. Dezember nach. Dort finden wir einen Artikel, einen Kommentar, man kann auch sagen, ein Geleitwort, kurz ein Wort zum Sonntag von keinem Geringeren als Propst Franz Mecklenfeld, ja sogar von Propst Franz Mecklenfeld selbst.
Da fange ich gleich mal an zu zitieren:
“Sie sitzen zu Hause oder im Cafe am Frühstückstisch? Sie sind unterwegs? Sie sind Patient oder Besucherin in einer Klinik?”
Denn krank werden ja die Männer, die von ihren Frauen erst umsorgt und dann überlebt werden.
Mecklenfeld weiter:
“Wo immer Sie diese Zeilen lesen: Zunächst wünsche ich Ihnen von Herzen einen gesegneten 2. Adventssonntag.
Der ganze Advent, die Wochen vor Weihnachten, sind eine Zeit der Sehnsucht – nicht die Zeit der Erfüllung. `In der Sehnsucht bin ich groß`, schreibt der Dichter Peter Handke.”
Der diese Bezeichnung ebensowenig verdient wie Mecklenfeld.
Dieser fährt fort:
“Der Advent mit seinen Gottesdiensten, Liedern, Gebeten und Lesungen aus der Heiligen Schrift hält die Sehnsucht wach als eine ganz entscheidend wichtige, lebensnotwendige Kraft des Menschen.”
Ganz entscheidend wichtig?
Warum nicht “entscheidend”?
“Ganz” und “wichtig” ändern hier nichts an der Bedeutung.
“Die Sehnsucht nach Leben, nach Zukunft, nach Frieden …”
Oh nein, da hören wir doch lieber mit dem Zitieren auf.
Es ist eben das Übliche.
Es gab ja durchaus Ärger wegen dieser Brücke.
Nun steht sie also seit über zwei Wochen.
Einige werden sagen, sie sei nicht schön.
Andere werden erwidern, sie sei eben rein funktional.
Beide haben recht.
Es ist schon bemerkenswert, daß in Lübeck vor drei Wochen ganze 2500 Realschüler gegen die geplante Regionalschule protestierten.
Die älteren dieser Schüler wird es ja gar nicht mehr betreffen.
Und was die Jüngeren angeht:
Wie kommt es, daß die auf einmal so hoch poloitisiert sind, obwohl die meisten in dem Alter sich normalerweise gar nicht für derlei interessieren.?
“Aber doch wohl, wenn es sie selbst angeht”, höre ich da den einen oder anderen Leser murmeln.
Das mag sein, aber es ist zu berücksichtigen, daß den meisten Schülern des betreffenden Alters einfach die Urteilskraft fehlt.
Wie kommen sie also zu ihrer Meineung?
Nun, es werden ihnen da wohl die Eltern und die Lehrer auf die Sprünge geholfen haben.


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