Archiv für den Monat: Dezember 2006

Kiel-Blog: Lindscheid und die NATO

In den Kieler Nachrichten vom 22. Dezember meldet sich Frank Lindscheid mit einem Kommentar zum “Tornado-Einsatz” zu Wort.
Ich zitiere:

“Die NATO nimmt die Bundesregierung beim Wort. Berlin hat zugesagt, den Verbündeten in Afghanistan zu helfen, wenn es ohne massive Verlegung von Bodentruppen geht. Bereits vor dem NATO-Gipfel in Riga hat man deshalb den Einsatz deutscher Tornados erwogen.”

So weit, so mittelmäßig. Aber jetzt:

“Jetzt ist es soweit: Selbst wenn das Verteidigungsministerium offiziell noch prüft, muss man davon ausgehen, dass Piloten aus Schleswig-Holstein 2007 zu Aufklärungsflügen in Afghanistan abheben werden.”

Da ham was!
Ins Schriftdeutsch übertragen: Da haben wir es.

Was könnte netter wirken, was könnte bessere Stimmung verbreiten als das Wort “abheben”. Unsere Jungs sind endlich dabei, und wir können stolz auf sie sein.

Es ist zum Knochenkotzen.
Wie ja auch schon das Wort Tornado.
Die Bundeswehr versteht sich als Verteidigungsarmee, dennoch propagiert sie den Krieg als Naturereignis – als etwas, an dem kein Mensch Schuld trägt. Eben das ist die Funktion der Bezeichnung “Tornado”.
Nie wird man es erleben, daß in den Kieler Nachrichten derlei berechtigte Kritik geäußert wird.

Kiel-Blog: Wo ist der City-Park?

Wo man einkauft, das ist normalerweise keine Frage, über die man stundenlang nachdenkt.
Nun stellen wir uns mal vor, wir wären gerade nach Kiel gezogen und sähen eine aktuelle Anzeige des Citti-Parks. Da wird man darüber informiert, daß das Ganze jeden Donnerstag bis 22.00 Uhr geöffnet hat – das neue Gesetz macht es möglich. Nun möchte man also als Greenhorn (was Kiel betrifft) wissen, wo dieser Park sich befindet.
Und – in der ganzen Anzeige findet sich keine Adresse, geschweige denn ein Hinweis, wie man das Ziel erreicht.
Also, Herrschaften, wenn man viel Geld für Werbeplatz ausgibt, dann sollte man die Werbung professionell gestalten.
Den Tip gibt es hier sogar umsonst.

Kiel-Blog: Faszination Regenwald im Mediendom

So etwas ist da ja öfter mal, und das ist auch gut so. Die Faszination des Regenwaldes überträgt sich aber auch in Mel Gibsons jüngstem Film Apocalypto, der gerade in den Kinos läuft.
Und vor die Wahl gestellt, ob ich in den Mediendom gehe oder ins Cinemaxx, um mir dieses filmische Meisterwerk anzusehen, entschiede ich mich für den Film.
Stefan sagt das auch. Ihr wißt, jener Stefan, der hier auch hin und wieder mal schreibt, nein sogar ziemlich oft. Was aber Elena betrifft: Ihr ist leider unlängst eine Wurst sehr schlecht bekommen, und sie liegt darnieder. Wir hoffen, daß sie bald wieder für das Kiel-Blog schreiben wird.

Kiel-Blog: Vor Snakes on a Plane muß gewarnt werden

Die Brücke zeigt in dieser Woche Snakes on a Plane.
De Trailor dafür lief in diesem Jahr vor jedem Film des Hamburger Fantasy-Filmfestes.
So weichgeklopft, sah ich mir das Werk natürlich an.
Nein, im Ernst, der Trailor ließ hier Gutes erwarten: Die Vermählung von zwei Horrormotiven (Schlangen, Flugzeuge) – und Sam Jackson als idealer Hauptdarsteller, in dessen ausdrucksstarken, aber kalten, reptilienhaften Augen sich der animalische Gegener spiegelt.
Um so größer war die Enttäuschung. Das ist leider nur ein routuniert runtergedrehter Film, basierend auf einem ideenarmen Drehbuch.
Du bist mal wieder gewarnt, lieber Leser.
Wie? Du willst trotzdem hin? Weil der Titel doch echt cool ist und der Spaß in der Brücke ja so günstig ist?
Aber es kostet Deine Zeit.
Carpe diem!

Kiel-Blog: Wer geht denn Silvester schon ins Kino?

Das ist die Frage.
Und die Antwort:
Diejenigen, die die Rocky Horror Picture Show für einen Kultfilm halten und glauben, er sei diesem Anlaß gemäß.
Und die haben ja vielleicht sogar recht. Eine Zeitlang wurden immer wieder Partys um diesen Film herum zelebriert.
Das hat nachgelassen.
Denn der Vampir (gespielt von Tim Curry: “I´m just a sweet transvestite from transsexual Transsylvania!”) hat seine Zähne verloren.
Will sagen: Was damals provokant war, ist es heute nicht mehr.
Nostalgiker werden dennoch hingehen.
Beginn ist 21.00 Uhr im Neuen Studio.
Es bleibt also danach noch genügend Zeit, sich auf den Jahreswechsel einzutrinken

Kiel-Blog: Michelle oder Swinglegenden

Man kann natürlich auch bei beiden vorbeischauen, jeweils in der Ostseehalle um 20.00 Uhr.
Die Schlager-Chanteuse Michelle, deren Prominentenstatus von der yellow press am Köcheln gehalten wird, tritt am 28.Januar auf.
Die Swinglegenden, und das sind immerhin Max Greger, Paul Kuhn und Hugo Strasser, werden sich am 15. Februar in der Heimstatt des THW einfinden. Den meisten Menschen sind diese Bandleader seit der Nachkriegszeit durch das Fernsehen bekannt geworden, wo sie bei Unterhaltungsshows für die musikalische Begleitung zuständig waren. Da mußten sie ihrem Talent auch schon mal Zügel anlegen, denn der Musikgeschmack deutscher Massen ist zurecht berüchtigt. Paul Kuhn verschlug es sogar an Schlagergestade (”Es gibt kein Bier auf Hawaii”, vgl. dazu die geniale Folge der auf Hawaii spielenden Fernsehserie Magnum, in der Düsseldorfer Altbier eine wesentliche Rolle spielt.)
Aber nun sind sie mit ihrer geballten Begabung wieder da und swingen, was das Zeug hält.
Also, schaut da mal vorbei!
Der Vorverkauf läuft:
Im Ticketcenter der Ostseehalle.

Kiel-Blog: Ein Angebot, dem man kaum widerstehen kann

In einem Stadtmagazin las ich jüngst eine Anzeige, in der es heißt:

“”Sie haben keine Zeit?
Wir haben Zeit für Sie!

Wir …
– kaufen nach Ihren Wünschen ein,
– sortieren Ihre Akten, …”

Scheint eine gute Sachge zu sein. Für Leute, die es sich leisten können, gewisse unliebsame Tätigkeiten zu delegieren – Leute, die dann aber doch nicht genügend Geld haben, um eine Privatsekretärin oder eine Haushälterin anstellen zu können.

Weiter heißt es dort:

“Sollten Sie noch andere Wünsche haben, die wir erfülen können, werden wir uns bemühen, Ihnen zu helfen.”

Das ist gut. “Erfülen” steht da übrigens tatsächlich. Ein kleiner Schönheitsfehler, aber was solls.
Ruft doch mal an:

0172/4102738

Kiel-Blog: Das Santa-Fe brummt

Das Santa-Fe New Mexican brummt richtig, da geht ja wohl spätestens ab 20.00 Uhr nichts mehr ohne Reservierung.
Was mich aber in diesem Beitrag umtreibt, ist die Frage:
Gibt es Leute, die dieses Knusperteig-Zeug, in dem die Salate serviert werden, tatsächlich mitessen?
Dran geknabbert habe ich natürlich auch mal.
Und es schmeckt nicht schlecht.
Genauer: Es schmeckt nach nichts.
Vielleicht essen es ja gerade deshalb manche, fällt mir gerade ein: Sie wollen das geschmackliche Nirwana erleben.

Kiel-Blog: Versteht Bärmann was von Filmen?

Im Monatsmagazin Kielerleben rezensiert ein Mensch namens Bärmann die Fluch-der -Karibik-2-DVD. Der abschließende Satz lautet:

“Denn nichts ist ärgerlicher im Homekino als ein Cliffhanger mit offenem Ende.”

Aber “Cliffhanger” ist doch ein Fachausdruck für ein offenes Ende, das auf ein Sequel hinweist und dafür wirbt.
Wie kommt es also, daß Bärmann einen Cliffhanger für etwas anderes hält?
Vielleicht glaubt er ja, der Film ende mit einer Szene, in der die Protagonisten an einer Klippe hängen.
Weil er seine Internetquelle oder was auch immer nur überflogen hat?
Warum nur erinnert mich das an den Fall eines schwedischen Kritikers, der ein Buch verriß, das er nicht gelesen haben konnte (in dem Fall, weil es nur angekündigt, aber noch nicht erschienen war)?
Aber wahrscheinlich hat Bärmann den Film doch gesehen und ist halt nur so schrecklich unbeholfen.

Kiel-Blog: Sodomie in Heikendorf?

Heikendorfer Anzeiger vom Dezember 2006, Seite 14.
Diese Seite wird komplett von den Beteibern des Künstlermuseums gestaltet.
Unten links sehen wir ein Gemälde vn einem Rudolf Behrend, das schlicht “Schafe” betitelt ist.
Daneben ein Zitat des Barockdichters Paul Gerhardt:

“Die Bächlein rauschen in dem Sand
und mahlen sich in ihrem Rand
mit schattenreichen Myrten;”

Hier muß ich kurz unterbrechen (die Pointe kommt noch). Vielleicht haben die Betreiber des Künstlermuseums das Gedicht tatsächlich so gefunden, nämlich: der heutigen Schreibung angeglichen. Bei solchen Angleichungen kann es zu Fehlern komen, wenn der Angleichende nicht versteht, wovon im Text die Rede ist.
Die Bächlein nämlich malen sich nicht mit Myrten.
Was sollte das auch heißen?
Nein, sie MAHLEN sich mit Myrten.
Tja, wir haben es hier mit einem anderen Sprachzustand zu tun, aber man kann sich erschließen, was das bedeutet.
Denn dieses Mahlen erinnert uns an das Mahlen (also Zerkleinern und damit Mischen) von Mehl, aber auch an das Vermählen. Man sieht, das Motiv der physischen Vereinigung klingt hier schon an, und es steigert sich im folgenden zu ohrenbetäubender Kakophonie:

“Die Wiesen liegen hart dabei
und klingen hell vom Lustgeschrei
der Schaf und ihrer Hirten.”

Also, Herrschaften, das geht doch nun wirklich zu weit. Will man mir etwa erzählen, man hätte sich nichts dabei gedacht?
Was damals nicht ungewöhnlich war, wirkt heute eben obszön.
So also stört man im Künstlermuseum den weihnachtlichen Frieden.
In dem Verhältnis Hirte-Schafe spiegelt sich ja offensichtlich auch die Beziehung der Pastoren zu ihrer Gemeinde.
So wird das Heikendorfer Gotteshaus hier als Ort der Sünde karikiert.

Kiel-Blog: Für die Ostseehalle findet man keine Worte

Die Ostseehale ist das häßlichste Gebäude Kiels.
Ich habe lange überlegt, wie man diese Häßlichkeit in Worte fassen kann.
Wie wäre es mit einem Vergleich?
Die Ostseehalle ist so häßlich wie der häßlichste Nacktmull.
Nein, das überzeugt noch nicht.
Die Ostseehalle ist so häßlich, wie die Seele von Geoge W. Bush schwarz ist.
Nein, die mag auch ihre helleren Ecken haben.
Also wieder kein passender Vergleich.
Nochn Versuch:
Die Ostseehalle ist so häßlich wie das Gesamtwerk Herbert Grönemeyers.
Obwohl, selbst dieses übertrifft sie noch.
Nein, wir müssen uns eingestehen:
Es gibt keinen Vergleich, es gibt keine Worte, die der Häßlichkeit der Ostseehalle gerecht werden.
Und jedesmal, wenn man an dieser Halle vorbeifährt, muß man das Gesicht abwenden, weil ihr Anblick einem sonst die Lebensfreude aussaugen würde wie die Dementors in den Harry-Potter-Romanen.
Und ausgerechnet diese Halle ist die Pilgerstätte der Kieler Handball-Fans.
Und überhaupt das Event-Zentrum unserer Stadt.
Das ist ein Übelstand, dem über ein kurzes nicht abgeholfen werden kann.
Was ist da zu tun?
Ich weiß leider auch nichts besseres zu empfehlen, als auf dem Weg in die Ostseehalle den Blick gesenkt zu halten, so daß man dieses Gebäude nur peripher sieht.
Und wenn die Volquartz endlich weg ist, kann man sich langsam Gedanken machen, was langfristig zu unternehmen ist.
Sage niemand, es bestehe kein Handlungsbedarf.
Gestattet mir, einen Vergleich anzubringen (nein, nicht mit der Ostseehalle selbst – die ist, wie wir feststellten, inkommensurabel).
Nehmen wir Erfurt.
Oder Emsdetten.
Ihr wißt, was ich meine. Ein jugendlicher Einzelgänger wird bis aufs Blut gereizt. Und schließlich schlägt er zurück.
Das Äquivalent wäre hier ein Bombenanschlag auf die Ostseehalle – das Gebäude, das dem Auge und der Seele des Verzweifelten jahrelang unaussprechliche Pein bereitet hat.
Seht Ihr, auf Dauer wird es lebensgefährlich.
Und eben daher muß gehandelt werden.

Kiel-Blog: Kälte in der Stadtbücherei

Es fällt ja zunächst nicht auf: Man kommt aus der Kälte in die Stadtbücherei, die sich dann erstmal wohlig warm anfühlt. Man recherchiert am OPAC oder am Bestand, sucht sich seine Bücher aus, entleiht sie und geht. Wenn das so sit, dann fällt es sogar überhaupt nicht auf, daß es in der Stadtbücherei recht kühl ist.
Erst wenn man einiges recherchieren muß, wie ich neulich, und dabei stundenlang an einem Fleck sitzt, dann wird es langsam unangenehm. Wenn man ganz hinten an den Fenstern sitzt, dann hat man die Möglichkeit, die Heizung aufzudrehen. Das tat ich. Mit dem Erfolg, daß mir auf der einen Seite warm wurde, ich aber auf der anderen Seite die Kälte um so deutlicher spürte.
Hat denn das Personal nicht darunter zu leiden?
Diejenigen, deren Job es ist, Entleihungen zu verbuchen und Bücher einzuordnen, wohl kaum: Für beständige leichte Bewegung ist die Temperatur in Ordnung. Aber was ist mit den Höhergestellten, den Bibliothekaren, die die ganze Zeit sitzen dürfen? Nun, die können sich hin und wieder aufwärmen, indem sie mit einem Besucher an den Bestand gehen.
Aber ich meine: Mit ein paar Grad mehr wäre miemandem dort wirklich geschadet, während den lange Sitzenden geholfen wäre.
Aber wie wir ja wissen, muß die Stadt sparen.
Und wenn gespart werden muß, dann trifft es für gewöhnlich auch den Büchereisektor.
Aber wie sollen denn da die Leute den Weg zurück in den “Arbeitsmarkt schaffen? Sie recherchieren stundenlang in der Bücherei, wie das zu bewerkstelligen sei, holen sich dabei aber eine Erkältung und machen infolgedessen beim Vorstellungsgespräch einen so schlechten Eindruck, daß sie nicht angestellt werden.
Das sind doch die Zusammenhänge!
Die muß man doch mal ganz klar sehen.

Kiel-Blog: Antiquariate in Kiel

Welche Antiquariate vor Ort sind, das ist uns doch wurst und latte, werden jetzt einige sagen: Wir haben ja das gute ZVAB (Zentralverzeichnis Antiquarischer Bücher) und Amazon online, da brauchen wir sowas nicht mehr.
Das ist wohl wahr, wenn man gezielt sucht.
Aber ich und wahrscheinlich nicht nur ich will ja auch mal stöbern, und außerdem kann es in einem solchen Antiquariat recht gemütlich sein.
Schauen wir uns also mal die Kieler Antiquariate der Reihe nach an, und beginnen wir im Osten.
Dort, genauer in Gaarden, finden wir das Zapata. Der Name deutet auf sozialistischen Hintergrund hin, und auch sonst spricht einiges dafür.
Die Regale sind voll, davor stapelt es sich bereits, und mittendrin sitzt ein freundlicher Mensch, der auf jede Frage eine Antwort weiß.

Das Antiquariat in der Dänischen Straße ist anders.
Diese ist keine Bücherkiste, sondern ein geräumiges Geschäft, in dem alles und jeder aristokratisch zurückhaltend wirkt.
Das Angebot ist exquisit. Es reiht sich eine antiquarische Kostbarkeit an die andere.
Für den schmalen Geldbeutel ist weniger dabei.
Das ist eben ein Geschäft, wie man es in der Dänischen Straße, Kiels edelster Meile, erwarten kann.
Begeben wir uns nun in die Holtenauer Straße.
Dort finden wir gleich drei Antquariate. Eines davon, das übrigens eine Filiale am Knooper Weg hat, lassen wir wegen der Unfreundlichkeit der blonden Dame dort rechts liegen und wenden uns dem Buntspatz zu.
Dort sind, wie der Name nahelegt, Kinderbücher ein Schwerpunkt. Aber auch aus allen anderen Bereichen findet man dort einiges.
Eine Zeitlang habe ich Bücher, die ich nicht mehr gebrauchen konnte, verkauft und dabei einige Erfahrungen mit hiesigen Antiquariaten gemacht:
Die Dame im Buntspatz, die übrigens recht scheu und niedlich ist, sieht den Bücher Anbietenden fragend an, während sie in zaghaftem Ton ihr Preisangebot macht. Sie merkt nicht, daß sie damit ihrem Gegenüber mitteilt, daß sie ohne weiteres bereit wäre, wesentlich höher zu gehen. Also geht man um 40 Prozent höher, sie von da aus wiederum um 20 Prozent runter, und so pendelt sich das ein.
Ganz anders Herr Eschenburg in seinem Antiquariat (ebenfalls in der Holtenauer Straße).
Eines Tages sichtete er mein reichhaltiges Angebot, sonderte einiges aus, die er nicht gebrauchen konnte, berechnete den Rest und sagte in festem Ton:
“138.”
Da wollte ich mal auf den Busch klopfen und erwiderte:
“Dafür wären aber 160 durchaus angemessen.”
Darauf er, immer noch feundlich, aber bestimmt:
“Ich passe schon bei 139.”
So willigte ich denn ein. Ehrlich gesagt, erschien mir der Betrag von Anfang an nicht zu gering.
Wenn Ihr Eurerseits etwas verkaufen wollt, das keinen Seltenheitwert hat, könnt Ihr damit rechnen, daß es angemessen ist, wenn ihr dafür vom Antiquar ein Viertel bis ein Fünftel des ursprünglichen Kaufpreises bekommt.
Geht der Antiquar beständig deutlich darunter, dann seid Ihr bei Ihm an der falschen Adresse.
An der richtigen Adresse ist man in jedem Fall bei dem hochintelligenten Herrn Eschenburg, auch dann, wenn es darum geht, zu erfragen, was er alles hat. Er hat seinen ganzen großen Bestand im Kopf. Einmal fragte ich, ob er Isländersagas habe.
Darauf er:
“Nein, nur zwei Ausgaben der Edda.”
Die Antwort ist gleich dreifach gut.
Erstens zeigt sie, daß er den Begriff Isländersagas literaturhistorisch richtig enordnet. Die meisten Antiquare könnten das nicht.
Zweitens verbindet er seine Absage sofort mit einem Angebot. Denn es liegt nahe zu vermuten, daß jemand, der Isländersagas sucht, auch an der (Jüngeren oder Älteren) Edda interessiert ist.
Und schließlich drittens ist seine Antwort Beleg dafür, daß er tatsächlich seinen Bestand im Kopf hat.

Nachdem er aber so geantwortet hatte, ging er kurz an den Bestand, schaute nach und bestätigte dann seinen ursprünglichen Befund.
Er checkte den Bestand aber wohl nicht deshalb, weil er unsicher war, sondern weil er in solchen Fällen denkt:
“Die Kunden werden meinen, diesen beständig sie wandelnden großen Bestand könne einer allein nicht im Kopf haben. Deshalb schaue ich in solchen Fällen noch mal nach oder tue zumindest so als ob, weil die Leute meine Antwort sonst als abweisend interpretieren und nicht wiederkommen.”

Tja, der langhaarige Herr Eschenburg denkt immer an alles. Und er ist, wie gesagt, fair gegenüber den Anbietenden. Außerdem ist sein Angebot immer hochinteressant.
Daher ist für dieses unser Blog dieses Antiquariat
DAS
Antiquariat Kiels.

Kiel-Blog: Zeitungsangebot in der Stadtbücherei

Eine gute Sache ist die Presseschau im Deutschlandfunk. Man erhält da einen interessanten Überblick über das, was in unterschiedlichen Medien und unterschiedlichen Ländern über ein politisches Ereignis gesagt wird.

Eine noch bessere Sache ist, daß man sich in der Stadtbücherei Kiel seine eigene Presseschau zusammenstellen kann, zu welchem Thema auch immer. Was die Tagespresse betrifft, so hat man dort die Zeitungen, die in der Region relevant sind, also neben den Kieler Nachrichten die Lübecker Nachrichten, das Hamburger Abendblatt und das Flensburger Tageblatt.

Daneben, und das ist für mich das wichtigste, bietet man dort die drei renommiertesten Tageszeitungen Deutschlands:Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung und Frankfurter Allgemeine Zeitung.

Ergänzt wird das Angebot deutscher Tagespresse – denn die Hauptstadt soll ja auch vertreten sein – durch taz und Tagesspiegel.

Schaut man sich dieses Angabot nun unter dem Aspekt der politischen Ausrichtung an, dann muß man feststellen:

Von FAZ bis taz ist das Wesentliche dabei. Dr Stadtbücherei ist also weder Links- noch Rechtslastigkeit vorzuwerfen.

Neben der deutschen Tagespresse sind dort auch andere europäische Zeitungen, etwa El Pais aus Spanien und der britische Guardian.

Die Ausgaben der letzten vierzehn Tage sind jeweils im Freihandbestand, so da es mit der Recherche nicht eilt.

An Wochenpresse finden wir dort das Übliche:

Spiegel, Stern, Zeit, Focus …

Focus übrigens – muß das sein? Man führt dort doch auch nicht die Bild-Zeitung.

Wie, bitte?

Die kann man nicht abonnieren?

Na, das wird nicht der Grund dafür sein, daß man in Büchereien auf sie verzichtet.

Nein, ich finde, für Markworts Fakten-Fakten-Fakten-Gekläff sollte eine Bücherei kein Geld ausgeben.

Und Monatspresse gibt es in der Stadtbücherei natürlich auch. Eine große Menge sogar. Größtenteils Fachmagazine. Die älteren Ausgaben von Zeitschriften darf man übrigens entleihen.

Was fehlt?

Leider die beiden besten deutschen Publikationen:

Konkret und Titanic.

 

Daher mein Vorschlag:

Man bestelle einfach FOCUS ab, dann hat man Geld für die beiden besten Printmedien im Land.

Kiel-Blog: Kieler Hartz-IV-Orchester

Neulich hörte ich im Deutschlandfunk einen Beitrag über das Kieler Hartz-IV-Orchester.
Darüber kann sich, wer will, anderswo informieren.
Hier soll nur darüber informiert werden, daß es eine Band dieses Namens in Kiel wirklich gibt.
Wenn dieses Orchester seinem Namen Ehre machte, dann würde es dauernd jene garstige Jingle-Musik spielen, die man aus Fernseh-Quiz-Shows kennt – wenn man auch, um solche Musik zusammenzuflicken, kein Orchester braucht. Passend wäre es dennoch, denn das ist Musik der sozialen Kälte.
Musik hatte schon immer auch die Funktion, Menschen Trost zu spenden. Und jetzt das: Hartz-IV-Orchester!
Alsowissensenee!

Kiel-Blog: Mängel im Metro

Gutes über das neueröffnete Metro-Kino ist hier schon zuhauf gesagt worden. Und bevor ich zur Kritik komme, setze ich die Lobhudelei fort: Das Personal dort ist freundlich, und es werden einem da ein hübscher Espresso und ein ebenfalls nicht schlechter Milchsahke kredenzt (ihr merkt schon, mehr habe ich da bislang nicht probiert). Aber schon an der Kasse kommt das böse Erwachen:

Ich:
Haben Sie hier eine Ermäßigung für Studenten?

Sehr freundliches Mädchen:
Nein, leider nicht.

Ich:
Im Studio gibt es eine. Ich dachte, das gehört hier mit dem Studio zusammen.

Immer noch sehr freundliches Mädchen:
Nein, das sind ganz unterschiedliche Unternehmungen.

Ich:
Keine Ermäßigung für Studenten. Das schlägt dem Faß den Boden aus.
Nein, das letzte habe ich nicht ihr gesagt, sondern später meiner Begleiterin, aber es ist doch wahr. Nichts könnte kurzsichtiger sein: Da eröffnet man ein Kino neu und hat nichts besseres zu tun, als gleich das wichtigste Kundensegment zu verprellen. Studenten gehen dann eben meist nicht ins Metro, wenn es sich vermeiden läßt. Und es läßt sich eben oft vermeiden, da viele Filme, die im Metro laufen, gleichzeitig, früher oder etwa später auch in anderen Kinos gezeigt werden.
Wofür lösten wir an dem betreffenden Abend übrigens Karten?
Für “Goyas Geister” von Milos Forman mit der göttlichen Natalie Portman.
Großartig.
Aber das Metro machte es dem Zuschauer nicht leicht, den Film zu genießen:
Er wurde in dem kleinen Saal links von der Kasse gezeigt, und das erste Problem war, daß die Tür während der Anfangsszene offen blieb, so daß man all das Rumoren aus dem Verkaufsbereich mithören mußte.
Nach einigen Minuten wurde es mir zu bunt, und ich wandte mich schweren Herzens für zehn Sekunden von dem Film ab, um die Tür zu schließen. Der Klang des Türschließens wiederum erinnerte offenbar einen Angestellten daran, daß da noch etwas zu tun sei, das er schon einige Minuten zuvor hätte tun müssen. Die Tür wurde also wieder geöffnet, der Typ kam rein und justierte, wie üblich, an der Gerätschaft herum.
Dann ging er wieder.
Jetzt alles in Butter?
Leider nicht. Denn nebenan lief James Bond, nehme ich an, und die lauteren Szenen jenes Films verhagelten die leiseren von “Goyas Geister”.
Also, da kommt ganz schön was zusammen:
– Fehlende Ermäßigung für Studenten
– mangelhafte Schallisolierung zwischen den Sälen
– wenigstens in diesem Fall unaufmerksames Vorführpersonal.

Auf die ansonsten übliche Viertelstunde Werbung kann man sich übrigens im Metro ebensowenig verlassen wie im Studio.
Die Besucherzahlen sind ja auch nicht geeignet, die werbende Wirtschaft zu überzeugen.

Kiel-Blog: Gourmet-Kneipe in der Holtenauer Straße

Steht man vor der Gourmet-Kneipe in der Holtenauer Straße, dann fallen drei Dinge auf:

1. Von einem Gourmetgemäßen Bierangebot wird da zumindest nichts mitgeteilt.
2. Das Angebot an Speisen kann sich allerdings sehen lassen. Die Auswahl ist nicht groß, aber was da steht, das ist fein, sehr fein. Und, soweit man das, ohne selbst da gegessen zu haben, beurteilen kann, ist es günstig. Das hängt dann ja wohl mit der geringen Auswahl zusammen.
3. Als ich das letztemal da vorbeikam (und das vorletztemal und das vorvorletztemal), da war es dort nicht eben voll.

Aber ich glaube, das liegt nicht an schlechter Qualität, sondern daran, daß es den Kielern schwerfällt, sich mit so etwas Ungewohntem wie einer Gourmet-Kneipe anzufreunden. Also wollen wir sie doch mal probehalber aufsuchen, die Kneipe, und dort spachteln.
Den fälligen Erfahrungsbericht werde ich Euch hier nicht vorenthalten.
(I know you can hardly wait.)

Kiel-Blog: Friedliche Koexistenz von Kneipen und Puffwesen

Dort in der Flämischen Straße und so weiter, wo Damen ihr Geschlecht verleasen, wie Horst Tomayer sagt, befinden sich ja auch Kneipen. Mittendrin. Und es gilt auch irgendwie nicht als tabu, diese Kneipen aufzusuchen. Wenn das schon nicht bemerkenswert ist, dann ist es vielleicht der Umstand, daß einen Viertelsteinwurf entfernt von den Kopulationsbunkern die Debeka ansässig ist.
Eine Versicherung, die, wie es bei einer Versicherung sein muß, auf seriös macht.
Und wirkt das vielleicht seriös, seine Geschäfte in solcher Nachbarschaft abzuwickeln?
Und nicht mehr als einen halben Steinwurf von den Entsaftungszentren hat der NDR seinen Sitz.
Jessas, Herrschaften, ist denn das die richtige Voraussetzung für seiöse Berichterstattung?
Nun ja, wenn man es recht bedenkt, dann sind die Interviewer des NDR ihren Interview-Partnern aus Wirtschaft und Politik in ähnlicher Weise gefällig wie die geschlauchten Damen ihren Kunden.

Kiel-Blog: Cinemaxx Kiel schlecht ausgelastet?

Kennt Ihr die Zeitschrift Treffpunkt Kino (Version für das Cinemaxx)?
Dieses Werbeblatt liegt im Cinemaxx aus. Schlägt man es hinten auf, dann stößt man dort auf eine Liste aller Cinemaxx-Filialen mit Angaben der jeweiligen Kapazität.
Demnach hat das Cinemaxx Dammtor, eines von drei in Hamburg, 2700 Plätze; das Cinemaxx Kiel bringt es auf 3000 Plätze.
In erstgenanntem bin ich auch öfter mal und weiß daher, daß es dort schon um fünf, ja manchmal schon um drei hoch hergeht.
Es ist wirklich zu jeder Tageszeit gut besucht und zur Prime Time natürlich richtig voll.
Das Cinemaxx Kiel dagegen – ihr wißt ja, wie das ist. Wenn nicht gerade Donnerstag ist und ein Blockbuster anläuft, dann ist um drei sehr wenig los und um fünf nicht viel mehr.
Um acht schraubt sich das Ganze dann mühsam auf das Niveau hoch, das man in Hamburg/Dammtor um fünf hat.
Gern wüßte ich, ob sich das Cinemaxx Kiel trägt oder ob es, wie das Dargelegte nahelegt, Verlust macht und nur deshalb nicht geschlossen wird, weil eine Abwicklung noch teuer wäre.

Kiel-Blog: Typen in Bussen der KVG

Ja, da kann man was erleben. Neulich saß mir gegenüber im Bus ein ca. siebzehnjähriger Junge, der mit grimmigem Blick versuchte, seine Unsicherheit in dieser Welt zu vergergen.
Auf dem Schoß hatte er einen Rucksack, der mit Aufnähern versehen war.
Die sah ich mir mal an.
Auf einem stand:

“Zahme Vögel singen von Freiheit.
Wilde Vögel fliegen.”

Nun ja. Ob er noch mehr drauf hat? Tatsächlich: Auf einem anderen Aufnäher stand nämlich das folgende:

“Alles geht in Arsch.
JESUS BLEIBT.”

Genauso stand das da: “in Arsch”!
So ein Mensch wird wahrscheinlich, obwohl starkgläubig, von egal welcher Kirche als verlorenes Schaf betrachtet.

Kiel-Blog: Kieler Nachrichten informieren (vorsätzlich) schlecht über den neuen Kulturetat

Auf Seite 24 der Kieler Nachrichten vom 15. Dezember finden wir einen Artikel mit der Überschrift “Kultur-Etat ohne Kürzungen”.
Darin heißt es:

“Als der Haushaltsplan für Kultur im Rat an die Reihe kam, herrschte bei allen Zufriedenheit: Denn mit den Ausgaben von 42 Millionen Euro blieb die Stadt auf dem Niveau des vergangenen Jahres. Also keine Kürzungen, registrierte Günter Mix (CDU) erfreut. Cathy Kietzer (SPD) ließ es sich nicht nehmen, noch mal die Streichungen bei den Stadtbüchereien zu registrieren, doch als der Vertrag mit dem Büchereiverein zur Abstimmung kam, hoben alle die Hände.”

Frau Kietzer von der SPD macht demnach Ärger. Schon wieder kritisierte sie, und sie wiederholte dabei, was sie schon bei anderer Gelegenheit gesagt hatte.
(Als wäre der Rat nicht das richtige Forum, um Kritik zu äuißern.)
Und dann ist sie so inkonsequent, doch mit JA zu stimmen.
(Inkonsequenz wird hier dem Leser nahegelegt. In der Sache ist keine zu erkennen.)

Herr Mix von der CDU dagegen ist erfreut. Das freut uns dann auch. Guter Mann. Und er sagt es, wie es ist: keine Kürzungen.

Daß die Kieler Nachrichten bei ihrer Werbung für die CDU so plump sind, ist wirklich recht komisch.
Sie übernehmen hier tatsächlich haltlose Propaganda der CDU.
Herr Mix behauptet, es gebe keine Kürzungen, und die KN beten das in ihrer Überschrift nach.
Dabei ist es nachweislich falsch.
Im vergehenden Jahr lag der Kultur-Etat bei 42 Millionen Euro.
Im kommenden Jahr sind es 42 Millionen Euro.
Auch in diesem Jahr schritt die Geldwertminderung, wenn auch nicht mit hoher Geschwindigkeit, fort.
Daraus folgt, daß sich hinter dem gleichbleibenden Betrag eine Kürzung verbirgt.

Kiel-Blog: Zipner haut in den Sack

Der Küchenchef des Landeshauses, Helmut Zipner, hat Ähnlichkeit mit dem genialen US-amerikanischen Filmregisseur John Carpenter. Das macht ihn sympathisch. Jetzt haut er in den Sack.
Er ließ zum letztenmal seine Kochkunst den Politikern zugute kommen.
Aber was heißt schon “zugute kommen”?
Die meisten Politiker verstehen nichts von Kunst, also auch nichts von der kulinarischen.
Natürlich hatte Zipner in den letzten Jahren vielfach Gelegenheit, Kubicky zu vegiften.
Er unterließ es.
Damit muß er jetzt leben. (War doch nur Spaß.)

Kiel-Blog: Salvator im Löwenbräu

Im Löwenbräu am Alten Markt, da gibt es den Salvator.
Das oder auch der Salvator (denn Salvator bedeutet Erlöser) ist ein wohlschmeckendes Starkbier, aber dazu später.
Das Löwenbräu jedenfalls ist ein gmütliches und geräumiges Kneipenrestaurant mit Großbildfernseher.
Dieser dient natürlich dazu, die Leute bei großen Sportveranstaltungen anzuziehen.
Das Essen im Löwenbräu ist gut und preiswert.
Und man bietet dort, wie gesagt, den Salvator an. Zugegeben, der Name ist für ein Bier ein wenig zynisch: Erlöser!
Jaja, der Alkohol, er nimmt die Sorgen.
Nein, wirklich!
Aber die Hauptsache ist doch, daß es schmeckt. Und es schmeckt ausgezeichnet. Vorzüglich.
Ein dunkles, untergäriges Bier ist dies, und es hat annähernd 8 Prozent.
Natürlich schmeckt man diese Stärke, die dem Bier Tiefe verleiht und seine Röst- und Fruchtaromen noch besser zur Geltung bringt.
Sicher, man bekommt diesen Gerstensaft sogar in Sky-Märkten, aber ich weiß von keinem anderen Restaurant in Kiel, das dieses Bier führt.
Es ist bemerkenswert, daß es in Kneipen und Restaurants ohnehin kaum Starkbiere gibt. Entsprechend sind die Toiletten immer hochfrequentiert.
Sagt doch mal selbst: Ist Euch das nicht lästig?
Man sitzt in einer Kneipe, trinkt und diskutiert, und jede Stunde muß man zweimal zur Toilette.
Würde man von Holsten auf Salvator umsteigen, wäre das nicht nur geschmacklich eine erhebliche Verbesserung, sondern man müßte eben auch nur halb so oft “nach Tanter Meier”, wie alte Kieler sagen.

Dresden-Blog: Letztes Spiel des Jahres

Nachdem die Dresdner Eislöwen nun leider gestern und auch am vergangenen Freitag die Spiele verloren haben, gilt es am kommenden Freitag das Jahr versöhnlich abzuschließen. Das Spiel gegen Bremerhaven kann man mal verlieren, zumal es auch noch auswärts war. Aber gegen Landsberg gestern. Das muss man doch gewinnen. Aber wie erwartet war die Stimmung nicht ganz so gut. Und mir kam es so vor, als hätten die Spieler alle noch eine Weihnachtsgans im Bauch. Durch die Niederlage haben wir den Anschluß zur Spitze etwas verloren. Aber Kassel ist sowieso ziemlich weit weg. Egal, jetzt muss wieder gewonnen werden. Auch auswärts gegen Crimmitschau. Oder gerade gegen Crimmitschau. Die sind hnäämlich ziemlich weit weg. Das muss also klappen. Also Daumen drücken.

MFG
Gandalf

Neumuenster-Blog: Die Titte der Kellnerin auf der Schulter des Gastes

Es soll hier davon berichtet werden, was mir in einem Neumünsteraner Cafe geschah.
Den Namen werde ich nicht verraten, sonst könnte es rechtliche Probleme geben, was weiß denn ich!

Also: In recht großer Gesellschaft befand ich mich neulich nachmittags in diesem Cafe.
Kaffee und Kuchen waren gut, das muß man sagen, und die Kellnerin war durchaus nicht unfreundlich. Aber eins fiel doch auf: Diese recht kleine Person parkte beim Eingießen immer ihre linke Titte auf der rechten Schulter des Gastes. Ob sie sich, so abgesichert, eine höhere Zielgenauigkeit beim Eingießen erhoffte?
Das wird es wohl kaum gewesen sein.
Aber es war wirklich offensichtlich: Sie machte ihre Runde um den großen Tisch, und bei jedem Eingießen küßte ihre linke Milchdrüse die Schulter eines dürstenden Gastes.

Warum machen Frauen sowas?
– –
Wie bitte?
Die Frage wäre pauschal und daher sexistisch?

Ich sage ja nicht, daß alle Frauen das machen.
Aber ich habe es auch vorher schon bei anderen gesehen. Nötig ist das wohl kaum, um eingießen zu können. Und hier war es eben besonders auffällig.
Es bleibt also die Frage: Warum?
Da habe ich eine Theorie:

Wenn Kellnerinnen Gäste bedienen, ergibt sich daraus an sich kein hierarchisches Verhältnis:
Die Kellnerinnen arbeiten eben, während die Gäste ihre Freizeit gestalten.
Dennoch wirken die alten Verhältnisse, in denen der Bedienende eben ein Dienender war, ein Mensch, der zum Personal gehörte, während der Bediente ein Herr war oder eine Herrin, im Geiste fort.
Das heißt, die Bedienende fühlt sich auch heute noch den Gästen untergeordnet, und dieses Gefühl ist gewiß kein angenehmes.
Was ist dagegen zu tun?
(Wohlgemerkt, wir sprechen hier nicht von bewußten Prozessen und Entscheidungen: Das Gefühl, untergeben zu sein, ist der Kellnerin ebensowenig vollständig bewußt wie ihre Art des Eingießens.)
Die Kellnerin beginnt, sich als Ernährende zu begreifen und die Gäste als ihre Kinder.
Genauer: Sie ist die Mutter, die Gäste bilden ihr ideelles Gesamtbaby.
Daher berührt ihre Dudel den Gast, während sie eingießt.
Beide Vorgänge zusammengenommen, ist das, als würde sie einem Säugling Milch geben.
Auf diese Weise kehrt sie das von ihr angenommene hierarchische Verhältnis um.

Koeln-Blog: Rekordbaum in Köln

Am Kölner Dom steht er… der Rekordbaum mit den Weltweit meisten Lichtern. Die rund 150.000 Lichter haben dem Baum zum dritten Male in folge einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde gesichert. Hintergrund des Lichtermeeres ist die Hilfsaktion von dem Kölner Sender RTL gewesen. Jeder Zuschauer konnte für 99 Cent ein Licht am Baum anzünden lassen. Das Geld wird natürlich gespendet. Der “ChariTree” wird noch bis Mittwoch am Kölner Dom stehen.

Quelle: express.de