wer sitzt wo??
Die neuesten Artikel aus den StadtBlogs
Der Naturfotograf und ehemalige Biologielehrer Günter Hübner wird am 1. Dezember im Naturpark-Besucherzentrum in Milow einen Dia-Vortrag halten. Thema der Veranstaltung: “Ein märkischer See im Wandel der Jahreszeit”. Unter anderem wird der Brutplatz der Bartmeisen gezeigt werden. Ebenfalls zu sehen bekommen die Besucher der Veranstaltung den Zug der Wildgänse. Neben den Graugänsen werden sie seltene Arten wie Weißwangen- oder Ringelgänse betrachten können. Anmeldungen für diesen Vortrag sind unter (03386) 211227 möglich.
gelesen in der MAZ
Am Mittwochabend führte die Deutsche Verkehrswacht Westhavelland ihre Jahreshauptversammlung durch. Die havelländische Verkehrswacht setzt sich augenblicklich aus 75 Mitgliedern und 30 Mitarbeitern auf Ein-Euro-Basis zusammen. Zu ihren Aktivitäten gehören unter anderem die Verkehrserziehung in Schulen und Kitas, der Unterhalt der Fahrradwerkstatt und des Verkehrsübungsplatzes, die Ausbildung von Schülerlotsen, Schulbusbegleitung und die Erstellung von Wegeplänen für die einzelnen Grundschulen. Neben den bewährten Verkehrssicherheitstagen für Kinder sollen in Zukunft gleichwertige Veranstaltungen für Senioren organisiert werden.
gelesen in der MAZ
Für das kommende Schuljahr erhielt das Jahn-Gymnasium Rathenow die Erlaubnis zur Einrichtung einer Begabtenklasse. Das bedeutet, dass hier wieder Schüler für eine fünfte Klasse aufgenommen werden. Diese fallen in ihren Grundschulen schon durch besondere Leistungen auf und sollen am Gymnasium eine verstärkte Förderung erfahren. Das Jahn-Gymnasium hatte bereits viermal eine Schnellläuferklasse aufgenommen. Das waren Schüler, die mit der fünften Klasse zum Gymnasium wechselten (statt wie sonst mit der siebenten) und den Stoff in komprimierter Form vermittelt bekamen, um dann die achte Klasse zu überspringen. Das Jahn-Gymnasium wird in Zukunft das einzige im Westhavelland sein, denn zum neuen Schuljahr fusionieren Jahn- und Duncker-Gymnasium und das Premnitzer Humboldt-Gymnasium läuft aus. Dann gibt es nur noch eine gymnasiale Oberstufe an der Gesamtschule Bruno-H.-Bürgel.
Und schon wieder hat Klaus Kramer einen Kommentar geschrieben, und schon wieder kommentiere ich ihn.
Womit hat der Mensch nur meine Aufmerksamkeit verdient?
Oder die irgend eines anderen Menschen?
Aber es ist ja mein beständiges Streben, über die Kieler Nachrichten im allgemeinen und Klaus Kramer als Prachtexemplar jener Postille aufzuklären.
Also, 10. November, S. 2, oben links. Da schreibt Kramer:
“Der Nahe Osten steht vor einer neuen Eskalation der Gewalt. Auf die unablässigen Raketenangriffe der Hamas-Milizen reagiert Israel mit Gegenschlägen, die längst nicht so gezielt sind, wie die Armee beteuert. Das Bedauern Ohmerts über den Tod von 18 Palästinensern klingt hohl, solange Israel seine Raketenangriffe auf den dicht besiedelten Gazastreifen fortsetzt, bei denen fast zwangsläufig auch unschuldige Zivilisten in Mitleidenschaft gezogen werden. Mit seiner unkontollierten und unverhältnismäßigen Militäraktion spielt Israel den Extremisten unter den Palästinensern in die Hände, die nun mit neuen Selbstmordanschlägen drohen.”
Da haben wir sie mal wieder, die Gleichsetzung der Selbstverteidigung eines zivilisierten Landes mit den Attentaten barbarischer Terroristen.
Übrigens, ist Euch aufgefallen, daß das Zitierte keinen selbständigen Gedanken enthält?
Vielleicht finden wir ja im nächsten Absatz einen:
” Zugleich befindet sich die israelische Demokratie in einer schweren Krise. Die politische Klasse wird von Sex- und Korruptionsskandalen geschüttelt:
“There´s a whole lotta shaking going on”, sang Jerry Lee Lewis schon vor 49 Jahren.
Weiter im Text:
“Die Regierung hat jegliches Ansehen in der Bevölkerung verloren. Eine Opposition, die politische Alternativen aufzeigen könnte, ist nicht in Sicht. Nicht weniger dramatisch ist die Lage in den Palästinensergebieten. Die gerade angekündigte Meldung einer Einheitsregierung von Fatah und Hamas liegt schon wieder auf Eis. Die Lage der Bevölkerung ist katastrophal, nachdem die internationale Gemeinschaft die Hilfslieferungen eingestellt hat.”
Usw.
Es sind alles Standardsätze und Worthülsen. Alles ist so unpräzise, daß sich fast jede Aussage auch auf Dutzende andere Länder beziehen ließe.
Der Grund dafür ist offensichtlich: Kramer versteht einfach nichts von der Sache, er kennt die tatsächlichen Verhältnisse ebensowenig wie die Leser seiner Zeitung sie kennen, wenn sie tatsächlich nichts anderes über Weltpolitik lesen.
In Neumünster gibt es einen Zweitligisten in Sachen Kegeln. Und dieser befindet sich immerhin auf dem sechsten Tabellenplatz. Unlängst gewann diese Mannschaft sogar mir 3:0 gegen Goldene Neun Bremerhaven.
In der Rudi-Kreimsen-Arena.
Vor 120 Zuschauern.
Und einer war begeisterter als der andere.
Aber was heißt das überhaupt in diesem Fall, 3:0?
Spielen die da nach Sätzen, wie im Tennis?
120 Zuschauer, das ist allerdings nicht von schlechten Eltern für eine Stadt dieser Größe und eine Sportart, die nicht als Zuschauersport bekannt ist.
Die Begeisterung sollte die Mannschaft in die Erste Liga tragen.
Vorgestern gewann der THW gegen Kronau-Sonstwas mit 37:32.
Warum nicht höher?
Diese Frage wird hier im folgenden beantwortet:
Mannschaften von der Spielstärke Kronaus haben normalerweise in Kiel keine Chance.
Das wissen sie und spielen daher in Kiel nur mit halber Kraft, um die andere Hälfte für entscheidende Spiele zu sparen und außerdem das Verletzungsrisiko niedrig zu halten.
Beim THW weiß man das und spielt seinerseits nicht mit voller Kraft.
Und am Ende hat man dann das Spielergebnis, das man auch hätte, wenn sich beide hundertprozentig angestrengt hätten, ungefähr jedenfalls.
Daß so eine Mannschaft in Kiel tatsächlich mal alles gibt – wer soll denn damit rechnen?
Eben das aber taten der Trainer von Kronau und seine Jungs, und der THW wurde kalt erwischt.
Nie gelangte der THW zu gewohnter Souveränität, und eben weil die Kieler überrascht wurden, gewannen sie mit nur fünf Toren Differenz, obwohl sie Heimspiele gegen Kontrahenten dieser Stärke sonst mit 15 Toren + beenden.
In den Kieler Nachrichten vom 16. November findet sich ein Kommentar über den “Regionen-Vergleich” von Cornelia Müller.
Dort heißt es:
“Die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft legt ein Regionalranking unter dem Hauptaspekt ´Wirtschafgtstandort´ vor. Das Gesicht, das die Forscher von Kreisen, kreisfeien Städten und damit auch von den neuen Bundesländern zeichnen, muß naturgemäß unvollständig bleiben und spiegelt nicht immer das, was deren Einwohner als Qualität empfinden. Auch bleibt die Untersuchung, die ohne Zweifel eine Fleißarbeit ist, manche schlüssige Herleitung der Ergebnisse schuldig.”
Was ich dagegen wieder einzuwenden habe?
Nichts, das ist ja das Sonderbare.
Die Frau hat wirklich was zu sagen, und sie kann es auch.
Cornelia Müller – den Namen muß man sich merken: die einzige fähige KN-Redakteurin, die ich kenne.
Der Lübecker FDP-Fraktion war zu Ohren gekommen, daß künftig zur Finanzierung von Kindertagesstätten Falschparker intensiver bejagt und daher öfter überführt werden sollen. Daher kritisierte die FDP Bürgermeister Saxe, was das Zeug hielt. Es stellte sich freilich heraus, daß der entsprechende Vorschlag nicht von Saxe, sondern von der CDU gekommen war.
Daraufhin zogen die Freien Demokraten die Schwänze ein und entschuldigten sich.
Selbst die Kieler Nachrichten berichten davon:
“Das Überqueren der Bus-Spuren zur ZOB-Insel ist eine Mutprobe – es gibt keinen Zebrastreifen. Blinde und Sehbehinderte fordern jetzt von der Stadt einen sicheren Übergang.”
Es ist traurig, daß es überhaupt einer solchen Forderung bedarf.
Behindertengerechtes Bauen und behindertengerechte Einrichtung des Straßenverkehrs sollten Selbstverständlichkeiten sein.
In Lübeck ist das offenbar nicht der Fall, und vielleicht würde die Stadt ja erst nach einem tödlichen Unfall tätig, wenn sich nicht die Medien der Sache angenommen hätten.
Ein-Euro-Jobs für an und für sich Arbeitslose sind sind ganz und gar keine feine Sache, sondern ein Mittel des Sozialabbaus.
Klar, daß die Lübecker Nachrichten diese Jobs propagieren.
Sie tun das am 9. November auf Seite 16 unter der Schlagzeile
“Die gelben Müllengel sollen Lübeck sauberer machen”.
Neuerdings sind nämlich in Lübeck 20 Ein-Euro-Jobber als Müllsammler tätig.
Und natürlich sind sie angeblich begeistert davon.
Die LN präsentieren Fallbeispiele:
“Eine Ausbildung hat Frank Ignatz nie gemacht. Mit Jobs auf dem Bau und auf dem Schrottplatz hat er sich über Wasser gehalten – bis er vor zehn Jahren arbeitslos wurde.
`Als Ungelernter findet man keine Arbeit mehr. Der Ein-Euro-Job ist meine Chance, wieder in der Gesellschaft Fuß fassen zu können´, sagt er. Für ihn ist es eine sinnvolle Aufgabe. `Ich will für mein Geld arbeiten – und auch für das von Arge – dass brauche ich für mein Ego.`”
Jemand, der nie eine Ausbildung genossen hat, spricht von einer “Chance, wieder in der Gesellschaft Fuß fassen zu können”?
Formuliert man so als “Ungelernter”?
Unmöglich ist es nicht, aber sehr unwahrscheinlich.
Wahrscheinlich ist, daß die Lübecker Nachrichten in Gestalt ihres Redakteurs Sebastian Meyer hier ein wenig nachgeholfen haben.
Und in der Sache ist das mit dem Fuß Fassen in der Gesellschaft ja einfach nur grober Unfug.
Wird man ihn höher achten, weil er für einen Euro in der Stunde Müll aufliest?
Werden sich damit seine Chancen verbessern, wieder einen Job zu bekommen?
Wohl kaum.
Aber die Lübecker Nachrichten bringen ein weiteres Fallbeispiel:
“Sein Zuhause ist schön. Aber den ganzen Tag dort zu sein, ohne Beschäftigung – das hat Axel John (55) gehaßt. 35 Jahre lang hatte er einen Jab, dann wurde er vor zwei Jahren arbeitslos.
´Nichtstun war furchtbar´, sagt er. Als ihm der Job beim ´Bündnis für Arbeit´ angeboten wurde, hat er sofort ja gesagt. `Ich bin froh, wieder arbeiten zu dürfen.´ Was ihm allerdings nicht gefällt: ´Es gibt Leute, die uns bei der Arbeit dumm anmachen. Was soll das?´”
Nein, wirklich, diese Fallbeispiele sind zu nah daran, im Sinne der Lübecker Nachrichten zu sein, um wahr zu sein.
lauerte hinter jeder Straßenbiegung gelbes, rotes Laub und prächtige, tiefstehende Eigentlich-Oktobersonne. Heute meist nur noch 12 Grad und das graue Grauen eines November-17.
Die alte Bahnbrücke an der Kronsfelder Allee war wirklich nicht mehr das, was man bestens in Schuß nennt.
So betagt wie sie war, so marode war sie auch, und jetzt wird sie demontiert.
Instandhaltung käme ja nur dann in Frage, wenn das Bauwerk architektonisch wertvoll wäre.
Aber das ist natürlich nicht der Fall.
Das einzig Gute, was sich über sie sagen läßt, ist, daß sie nicht IM NÄCHSTEN MOMENT von allein zusammengekracht wäre.
Da fällt mit übrigens ein Witz ein:
Ein Obdachloser legt sich zum Schlafen unter eine Brücke.
Da wird die Brücke gesprengt.
Der Obdachlose befreit sich mit Mühe aus den Trümmern und ruft:
“Warum habt Ihr das gemacht?
Die war doch noch gut!”
Aber zurück zur Sache. Es gab ja erheblichen Ärger, weil die Stadt vor Beginn der Abbauarbeiten nur die unmittelbaren Anwohner informiert hatte, nicht aber die, die in einiger Entfernung wohnen. Als Begündung gab man an, die Bauarbeiten würden gar nicht so laut.
Aber stimmt denn das?
Vielleicht kann ja mal jemand, der da in der Nähe wohnt, hier einen Kommentar einstellen.
In den Lübecker Nachrichten vom 9. November findet man auf Seite 2 einen Kommentar einer Josephine von Zastrow zu “Lübecks Rohstoff-Programm”.
Ich zitiere und kommentiere:
“Wenn man ganz ehrlich ist, ist es die Wahl zwischen Pest und Cholera.”
Und wenn man nicht ehrlich ist?
Was ist es dann?
Es ist eben, was es ist, unabhängig davon, ob man ehrlich ist.
“Um bei den Kindertagesstätten nicht sparen zu müssen, will der Senat jetzt bei Mädchen sparen, bei der Jugend, beim Service, bei der Kultur. Und das ist unpopulär. Deshalb ist das Schwarze-Peter-Spiel absehbar, welches losgehen wird.”
“… welches losgehen …” – deutlicher kann ein Stilbruch nicht sein.
“Die Bürgerschaft sagt: Die Vorschläge sind schlecht, der Senat soll neue machen. Der Senat macht neue, die von der Bürgerschaft wieder verworfen werden. So drehen sich alle im Kreis.
Denn die Stadt kann kaum sparen: Wo nix is, da is nix.”
Isses wahr!
“Und die Bürgerschaft dürfte kaum Schließungen von Einrichtungen absegnen – anderthalb Jahre vor der nächsten Kommunalwahl.”
Als wären anderthalb Jahre für den Bürger nicht genügend Zeit, um zu vergessen
Frau von Zastrows Kommentar enthält keinen Gedanken.
Die Kieler Nachrichten berichteten am 13. November auf Seite 15 von einer einen Tag vorher frühmorgens stattgehabten Schlägerei zwischen Rechtsradikalen und Türken vor einer Gaststätte in der Gasstraße.
Die Kieler Nachrichten sprechen in diesem Zusammenhang von “verfeindeten “Gruppen” und lassen auch sonst nicht erkennen, wer der Aggressor gewesen sein könnte.
Offenbar sind KN-Redakteuren Türken genauso mißliebig wie Neonazis.
Von wem aber in solchen Fällen grundsätzlich die Aggression ausgeht, dürfte klar sein:
Machen Türken Front gegen Rechtsradikale?
Brüllen sie “Blonde und Blauäugige raus” und “Deutschland den Türken”?
Wie, nie gehört?
Seht Ihr?
Folgendes ist in den Kieler Nachrichten vom 13. November auf Seite 8 zu lesen:
“Amerika öffnet das Tor für einen Unterricht, in dem Jungen und Mädchen getrennt lernen. Ein entsprechendes Gesetz tritt Ende November in Kraft. Demnach dürfen reine Mädchen- und Jungenschulen – über die privaten Schulen hinaus – gegründet werden. Außerdem haben Schulleiter die Möglichkeit, einzelne Fächer nach Geschlecht getrennt unterrichten zu lassen, was bisher allenfalls in Ausnahmen erlaubt war. Doch Frauenrechtlerinnen laufen Sturm. Auch in Deutschland gibt es Vorbehalte und Vorurteile gegen Mädchen- und Jungenschulen. Dabei haben viele Pädagogen und Schülerinnen gute Erfahrungen mit der Geschlechtertrennung gemacht, auch eine Reihe von Studien beweisen die Vorzüge.”
Eine Reihe beweisen Vorzüge?
Beweist der Umstand, daß Annette Göder, die Verfasserin des Artikels, kein Deutsch kann, daß Koedukation Mist ist?
Also, Damen und Herren, die Koedukation ist eine wesentliche Errungenschaft des Zwanzigsten Jahrhunderts, und wenn es grundsätzliche Unterschiede in der Begabungsstruktur von Jungen und Mädchen gibt, dann ist das kein Argument gegen, sondern eines für Koedukation. Schließlich lernen Schüler in hohem Maße auch von Mitschülern, also nicht nur von Lehrern.
Die Kieler Nachrichten fügen dem wahnwitzigen, antifeministischen Propagendaartikel ein Foto aus einer Mädchenklasse im Physikunterricht bei, um die Leser davon zu überzeugen, daß in solchen Schulen nicht nur gehäkelt wird.
Das Ganze läuft übrigens unter “Familienseite”, was uns zu der Überzeugung führt, daß Mädchen und Jungen auch schon in der familiären Erziehung getrennt werden sollten.
Mädchen essen anders als Jungen, das ließe sich sicher mittels fundierter Studien belegen.
Es ist also unverantwortlich, Mädchen und Jungen an einem Tisch sitzen zu lassen.
Die Unterüberschrift der Kieler Nachrichten zum Bundesparteitag der NPD lautet:
“NPD vergewissert sich stolz ihrer NS-Wurzeln”
Ich weiß nicht, was sie damit meinen. Was sie damit sagen, ist jedenfalls, anders formuliert, folgendes:
Die NPD war sich bislang über ihre Wurzeln im Unklaren. Auf dem Bundesparteitag aber wurde ihr klar, was vorher nur zu ahnen war: daß sie nationalsozialistische Wurzeln hat.
Und darauf sind die Mitglieder der Partei stolz.
Seht Ihr, das ist natürlich wieder Unsinn, denn selbstredend waren die NPD-Leute schon immer Nazis, und ihr Bewußtsein war nicht so weit getrübt, daß ihnen das nicht klar gewesen wäre.
Was nun aber die Kieler Nachrichten betrifft:
Die sind ja wenig mehr als ein Werbeblatt für die CDU.
Und daher thematisiert dieses Blatt natürlich ungern die NS-Wurzeln der Union.
Nehmt nur mal den Umstand, daß der ehemalige stellvertretende Leiter der Rundfunkabteilung im Reichsaußenministerium des Hauptkriegsverbrechers Ribbentrop später Bundeskanzler wurde: Kurt Georg Kiesinger.
Natürlich ein NSDAP/CDU-Mann.
Und ich fresse einen Besen, wenn Kiesingers NS-Wurzeln damals in den KN skandalisiert wurden.
Noch ein Beispiel:
Als der erste Mission-Impossible-Film mit Tom Cruise in die Kinos kam, startete die Junge Union Schleswig-Holstein ein Aktion dagegen:
Man stellte sich vor das Cinemaxx und rief zum Boykott des Films auf.
Begründung:
Tom Cruise ist Mitglied von Scientology.
Daß Cruise nicht das Drehbuch zu dem Film geschrieben und auch nicht Regie geführt hatte, war den Leuten von der Jungen Union ebneso klar wie der Umstand, daß der Film in keiner Weise die Lehre von Scientology spiegelt.
Die Scientology-Church fungierte hier als Ersatz-Judentum.
Und die Boykott-Aktion hatte größte Ähnlichkeit mit dem nationalsozialistischen “Kauft nicht beim Juden”.
Selbstredend wurde diese Aktion in den KN nicht skandalisiert.
Selbstredend aber wäre das geschehen, wenn es sich um eines Aktion der NPD gehandelt hätte.
Was lehrt uns das?
Daß es in Basis und Mittelbau keinen Unterschied zwischen CDU und NPD gibt.
Die Medien tun eben nur beständig so als ob.
Wenn die Politiker der CDU-Spittze mitunter leidlich zivilisiert wirken, dann deshalb, weil sie Rücksicht auf Reaktionen “des Auslands” (mittelbar: auf die deutsche Exportwirtschaft) nehmen müssen.
Was schreibt Klaus Kramer in einem Kommentar der Kieler Nachrichten vom 13. November?:
“Hat Roland Koch versucht, die Freien Wähler zu bestechen? Der Vorwurf ist schwer wiegend, ja geradezu ungeheuerlich. Sollte er sich als wahr erweisen, wäre der hessische Ministerpräsident erledigt.
Dass es soweit kommt, ist allerdings unwahrscheinlich. Im Moment steht Aussage gegen Aussage. Die Faktenlage ist recht dünn.
Einerseits sind der hessischen CDU die Wählergemeinschaften tatsächlich ein Dorn im Auge.”
Oder vielmehr die Wählergemeinschaften der CDU.
Das wäre deutsche Syntax.
Wie, bitte?
Dann könnte man den Satz dahingehend mißverstehen, daß die Wählergemeinschaften zur CDU gehörten?
Nein, ein solches Mißverständnis läßt der Zusammenhang nicht zu. Es gibt also keinen Grund, von der korrekten Syntax abzuweichen.
Und die “Faktenlage ist recht dünn”?
“Lage” also im Sinne von “Situation”. Und eine Situation hat keine Ausdehnung, kann also nicht dünn sein.
Ach, Herr Kramer, Sie schreiben wirklich nur Unfug.
Der Hamburger Senat will sich zukünftig für kleinere Klassen, mehr Lehrer sowie kostenlose Vorschulen einsetzen.
Für das nächste Jahr nimmt sich der Senat vor, ungefähr 80 Millionen Euro in Problem-Stadtteile zu investieren.
Davon profitieren sollen Dulsberg, Lohbrügge, Billstedt, Wilhelmsburg, Altona-Nord sowie Steilshoop. Auf einer Klausurtagung soll dieses Projekt namens “Lebenswerte Stadt” am Wochenende beschlossen werden.
Mit 42 Millionen Euro soll vor allem der Bildungssektor abgedeckt werden. Momentan sind durchschnittlich 26,8 Schüler in einer Klasse, vorgesehen ist eine Schüleranzahl von 18 Schülern pro Klasse. Zudem sollen rund 35 Ganztags-Grundschulen pro Jahrgang einen Erzieher dazu bekommen und alle fünfjährigen Kinder die speziellen Förderbedarf in Deutsch haben, sollen die Vorschule kostenlos besuchen dürfen.
Quelle: abendblatt.de
Aber das stand ja schon vor dem Sieg gegen Constanta fest.
Es gilt also bloß noch vier Hürden zu nehmen, und schon hat der THW jenen Titel, der mindestens fünfmal soviel wert ist wie der Titel des Deutschen Meisters. Aber manche Menschen sind ja derart Bundesliga-fixiert, daß sie diesen Werunterschied nicht einsehen.
Dabei ist es doch sonnenklar, daß der THW es gegen die Spitzenteams aus Spanien schwerer hat als gegen die Bundesliga-Konkurrenz.
Und dennoch: In dieser Saison klappt es.
Und dann auch noch zwei Sperren.
Wie soll das nur weitergehen?
Holstein gehörte doch zu Beginn der Saison zweifellos zu den Aufstiegskanddaten.
Und die Mannschaft ist einfach zu gut, um da unten drin zu stehen.
Spätestens jetzt muß man also die Frage stellen:
Spielt die Mannschaft gegen den Trainer?
Wie Hannover 96 zu Beginn dieser Saison gegen Neururer?
Vielleicht sollte man da mal investigativ recherchieren.
Aber von den Kieler Nachrichten kann man derlei natürlich nicht erwarten.
In Heikendorf sah ich schon öfter mal einen PKW, auf dessen Heckkscheibe in dicken Lettern steht:
Abi 2008?
Das hat doch was.
Der Mensch hat Humor.
Und er ist vorsichtig optimistisch.
Wir dürfen wohl übrigens davon ausgehen, daß der Mensch einen Führerschein hat, also mindestens 18 Jahre alt ist.
Wenn er ein Abitur im Jahre 2008 anstrebt, hat er vielleicht schon die eine oder andere Ehrenrunde gedreht.
Na, dann wollen wir doch mal hoffen, daß der Mensch in anderthalb Jahren Grund hat, nicht die 8 durch eine 9 zu ersetzen, sondern das Fragezeichen zu entferenen.
Op ewig ungedeelt!
Oder für Menschen, die des Niederdeutschen nicht mächtig sind:
Auf ewig ungeteilt!
So lautet der Wahlspruch der Schleswig-Holsteiner, bezogen auf die beiden Landesteile.
Aber “ungeteilt” heißt nicht “ununterscheidbar”.
Kieler, Itzehoer usw. sind eben eindeutig Holsteiner.
Was aber sind wir Flensburger dementsprechend?
Schleswiger!?
Das ist doch gar zu irreführend.
Das klingt ja so, als wäre Flensburg ein Stadtteil von Schleswig.
Oder als gehörte es zum Landkreis Schleswig.
Also was sagen wir statt dessen?
Wie nennen wir uns?
Bürger des Landesteils Schleswig?
Das ist zu förmlich und außerdem zu sperrig.
Also bleibt uns nur, uns dazu zu bekennen, daß wir eben Schleswig-Holsteiner sind.
Op ewig ungedeelt.
Das Off-Kino in der Traum GmbH ist schlecht beheizt. Und das ist noch vorsichtig ausgedrückt. Aber warum sollte man immer vorsichtig sein?
Also anders: Man friert sich da echt einen ab!
Im Restaurant dagegen, wo der Ofen als Attraktion im Zentrum steht, fühlt man sich wie in einer Sauna.
Für manche ist das vermutlich ein guter Test:
Wenn da eine Frau und ein Mann ein sogenanntes oder auch Date haben und der Mann schon in der Traum GmbH ins Schwitzen gerät, dann weiß die Frau, daß sie sich doch lieber einen anderen suchen sollte.
Aber sollte sie das nicht schon vorher wissen?
Von einem Mann in die Traum GmbH eingeladen zu werden, ist nicht gerade schmeichelhaft.
Schließlich handelt es sich um ein Restaurant der unteren Preisklasse.
Und romantische Stimmung mag da so gar nicht aufkommen, so voll und laut wie es da ist.
Was aber ist das wirkliche Motiv der Betreiber dieses Restaurants, den Gästen derart einzuheizen?
Folgendes:
Die Hitze und die Schärfe der Speisen sollen die Leute dazu bringen, mehr zu trinken.
Die Preise für die Speisen dürften knapp kalkuliert sein – den Gewinn macht man mit den Getränken.
Und da dürfte es sich eben lohnen, mehr für die Beheizung des Raumes auszugeben.
Die Schärfe der Speisen hat natürlich noch eine andere Funktion:
Das Fleisch schmeckt mitunter gar nicht gut, und dieser Geschmack soll von scharfen Gewürzen überdeckt werden.
Neulich hatte ich Medallions vom Schweinefilet, und von den drei Medaillons waren nur zwei genießbar.
Natürlich habe ich nicht das dritte in Würztunke gesuhlt, um es essen zu können.
Außerdem war und bin ich im Zweifel, ob es sich tatsächlich um Filetstücke handelte.
Aber es gibt natürlich auch Gutes in der Traum GmbH, und es ist schön, bei der wohligen Wärme einen Schwarzen Steiger nach dem anderen zu trinken … also, wie gesagt, die Rechnung des Wirts geht auf.
Immer wieder ist es in Bussen, auf der Straße oder sonstwo zu beobachten – zumindest in Neumünster, aber wahrscheinlich nicht nur hier:
Die Menschen lassen ihre Handys fallen und müssen sie dann im Stück, wenn sie Glück haben, ansonsten eben in verstreuten Einzelteilen aufsammeln.
Zugegeben, das passiert nicht alle paar Minuten, aber es kommt vor.
Vor zwei Jahren noch konnte man dieses Phänomen kaum je beobachten.
Was ist inzwischen geschehen?
Ganz einfach: Die Menschen haben sich an ihre Handys gewöhnt.
Vor ein paar Jahren noch behandelten sie ihr Handy wie ein rohes Ei und saßen davor, wie andere vor einem Altar knieen.
Heute ist das Handy zur Selbstverständlichkeit geworden, die entsprechend achtlos behandelt und eben auch mal fallengelassen wird.
An der Bushaltestelle vor dem Sophienhof ist eine Mitteilung der Polizei Kiel in mehrfacher Ausfertigung angebracht. Der Text beginnt wie folgt:
“Im Bereich des Bussteiges vor dem Sophienhof ist es in den letzten Monaten zu einer Vielzahl von Straftaten aus dem Betäubungsmittelrecht gekommen.”
Ist das nicht niedlich?
Sind denn im Betäubungmittelrecht Straftaten vorgesehen?
Wäre das nicht ein Widerspruch in sich?
Ein Recht, daß Unrecht vorsieht? Gemeint sind natürlich Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz.
Der Text informiert desweiteren darüber, daß manche der Dealenden (und Kaufenden / Konsumierenden) des genannten Ortes verwiesen worden seien und sich dort nicht mehr aufhalten dürften.
Der Gebrauchswert dieser Bekanntmachung für die Bevölkerung ist gleich null.
Die Polizei scheint nur vermitteln zu wollen, daß sie nicht untätig ist.
Oder sollte das Ganze noch einen weiteren Zweck haben?
Sollte die Polizei die Bürger damit anspitzen wollen, die Freunde und Helfer bei gewissen Beobachtungen zu informieren?
Aber warum sagt sie das dann nicht direkt?
Denunziation war doch in diesem Lande immer eine hochrespektable Tätigkeit.
Renate Schröder wohnt zwar in Eckernförde, aber sie wirkt als Tennisspielerin für den (im Bereich Damen 50) mehrfachen Mannschaftsmeister Olympia Neumünster.
Und eben diese Renate Schröder errang bei den Weltmeisterschaften in der Türkei zweimal Silber.
Und zwar im Einzel und im Doppel.
Da gibt es überhaupt nichts zu grinsen, liebe Leser. Ich weiß, Ihr seid alle noch jung, aber respektiert doch bitte auch die Leistungen der älteren Semester.
Ich bin sicher, daß ich gegen diese Dame völlig chancenlos wäre.
Und sehen lassen kann sich ihr Spiel auch:
Sie ist eine wirklich gute Stilistin.
(Tja, rein stilistisch dürfte John McEnroe auch heute noch allen Top-Ten-Spielern wolkenkratzerhoch überlegen sein.)
Die FDP Neumünster will folgende Möglichkeit prüfen lassen:
Die Stadtbücherei könnte ins Gebäude des Capitol-Kinos umziehen; der somit freigewordene Platz soll von der Norddeutschen Retail-Service (NRS) genutzt werden.
Die Stadtbücherei aufs Abstellgleis, so hätten es die Liberalen gern.
Die FDP ist die Partei des Sozialabbaus, und die Stadtbücherei ist ja AUCH eine soziale Einrichtung.
Sie wird nicht ausschließlich, aber doch zu einem guten Teil von Menschen aufgesucht, die es sich nicht leisten können, alles, was sie lesen, selbst zu kaufen.
Und eben die sind der FDP schnurz, auch wenn es aufgrund neoliberaler Politik auch anderer Parteien immer mehr davon gibt.
Die FDP ist Feind aller öffentlichen Büchereien.
Soviel sollte jedem bei Kommunalwahlen klar sein.
Ich zitiere aus den Kieler Nachrichten vom 9. November, S. 35:
“Einen kurzen Überblick über die Geschichte des Islam und eine Einführung in die Glaubensgrundsätze dieser Weltreligion wird am 16. November um 19.00 Uhr in Neumünsters Volkshochschule Muammar Muslu geben, Imam aus Neumünster geben.”
(Das steht da wörtlich so, mit falscher Wortstellung im Satz und doppeltem “geben”.)
Man zeigt sich also auch in Neumünster außerordentlich verständnisvoll, wenn es um den Islamismus geht.
Wie bitte, ich hätte Islam und Islamismus verwechselt?
Verzeihung, soll nicht wieder vorkommen. Sie sind ja so leicht auseinanderzuhalten, denn sie unterscheiden sich so deutlich voneinander (da hat H. G. Gremliza zweifellos recht) wie die Armut von der Powerteh.
Am Donnerstagmorgen sind wegen des Verdachts der Untreue bei “Lustreisen” verschiedene städtische Firmen unter die Lupe genommen worden. Seit 2002 waren deren Aufsichtsräte mit Kölner Kommunalpolitikern regelmäßig an interessante Orte gefahren. Dies waren natürlich Privatreisen, welche nicht versteuert wurden. Viele Kölner Politiker müssen nun mit einem Strafverfahren rechnen. Ein Großaufgebot von Staatsanwaltschaft und Polizei waren zu der Razzia ausgerückt.
Während einerseits die Firmen durchsucht wurden, geschah dies gleichzeitig mit privaten Wohnungen, damit niemand wichtiges Informationsmaterial beseitigen, sowie sich gegenseitig warnen konnte. Betroffen waren das Versorgungsunternehmen Rheinenergie, die Kölner Verkehrsbetriebe, die Kölner Stadtwerke, die Wohnungsbaugesellschaft GAG sowie die Kölner Stadtwerke.
Quelle: wdr.de


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