StadtBlogs: Regionale deutsche Weblogs

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Die neuesten Artikel aus den StadtBlogs

Mo
21
Aug '06

Berlin-Blog: La Vela Puerca

Fast hätte ich vergessen, Euch folgenden Leckerbissen lateinamerikanischer Musikkultur anzubieten. La Vela Puerca, kommen aus Uruguay, und gelten dor nicht umsonst als Aushängeschild des Latin Ska. Teilweise die Ska-Rythmen hinter sich lassend, zeigen die Burschen allerdings auch, dass sie gern einmal die Rocksau rauslassen und dies praktischerweise auch noch können. Dabei kommen natürlich die Blasinstrumente nicht zu kurz.
Zu Gast sind La Vela Puerca heute Abend im SO36. Beginn ist um 21:00Uhr.

Berlin-Blog: Pennywise

Amipunk, ausnahmsweise auch mal mit Attitüde, gibt es Mittwochabend im SO36 auf die Mütze. Zu Gast sind die fast schon legendären (ja gut, wer ist das nicht?) Pennywise.
Hört sich doch gut an oder? Für alle die Punk amerikanischer in dem Falle sogar kalifornischer Machart nicht mögen oder gar total scheiße finden, denen möchte ich an dieser Stelle trotzdem noch mal kurz die Geschichte von dem Tod des Pennywise Gründungsmitglieds Jason Matthew Thirsk erzählen. Schlimm auf Drogen und besoffen noch dazu kam er am Abend des 9. Juli 1996 auf die, ob seines Zustandes, dumme Idee eine seiner Pistolen aus der Schublade zu nehmen und jene zu putzen. Dabei soll sich laut einer Pressesprecherin von Epitaph Records ein Schuss gelöst haben, welcher den Pennywise-Bassisten tödlich traf. Genauso plausibel war allerdings auch die Vermutung der Polizei, dass Thirsk sich mit Absicht selbst getötet habe, da er sehr unter Depressionen litt. Muss man wohl mit sich selbst ausmachen, was man da glauben möchte.
Soviel dazu.
Die verbleibenden Mitglieder sind allerdings immernoch als Pennywise unterwegs, und machen für meinen Teil zumindest, ganz passable Rockmusik. Wie schon erwähnt sind sie übermorgen live im SO36.
Karten gibt es für 17 Eurochens. Beginn ist um 21:00 Uhr im Vorprogramm spielen unter anderem Bouncing Souls, welche ebenfalls Punkmusik machen und übrigens auch nicht zu verachten sind.

Kiel-Blog: Nachts autolos und handylos am Ostufer – aufgeschmissen

Neulich, eines schönen Werktags, stieg ich in den Bus nach Dietrichsdorf.
Genauer gesagt: Es war nachts um kurz nach eins, es war einer dieser winzigen Nachtbusse, und ich gehörte nicht zu den Nüchternsten.
Immerhin bin ich mit meinen Grenzen, was den Genuß von Alkohol betrifft, einigermaßen vertraut, im Unterschied zu einer männlichen, schwankenden Gestalt mit glasigen Augen, die sich mit einiger Mühe beim Busfahrer nach der nächsten Fahrt nach Laboe erkundigte.
Die Auskünfte des Fahrers waren klar und eindeutig: Es gab in der ganzen Nacht keine Verbindung mehr nach Laboe; und der ungefähr zwölfte Erklärungsversuch war dann auch erfolgreich.
Nun lallte der Typ irgendwas von Beschwerde und torkelte davon.
Dabei war sein Problem meinem nicht unähnlich: Ich mußte noch bis Heikendorf, der Bus aber fuhr nur bis Dietrichsdorf.
Also nimmt man doch, zumal ohne Handy unterwegs, einfach den überall in den Bussen angepriesenen Service der KVG in Anspruch.
“Können Sie mir ein Taxi zur Hermannstraße bestellen?” fragte ich also den Busfahrer.
Das war noch vor dem nervenden Dialog mit dem schottendichten Menschen.
Den hätte ich übrigens am liebsten davon zu überzeugen versucht, daß es auch für ihn das beste wäre, mit diesem Bus nach D-Dorf zu fahren und dann ein Taxi zu nehmen.
Dann hätten wir uns eins teilen können, und es wäre für ihn wie für mich billiger geworden.
Aber er war eben so breit, daß es aussichtlos war, ihm das zu erklären.
Nun hatte ich den deutlichen Eindruck, der Fahrer hätte meinen Taxiwunsch wegen des Ärgers mit dem Volltrunkenen vergessen.
So war es auch, wie sich auf meine Nachfrage zeigte, und nun unternahm der Fahrer zwischen Hbf und Gablenzbrücke ein paar Versuche, die Vineta zu kontaktieren – vergeblich.
Vor der Haltestelle Hummelwiese öffnete er die Tür und schrie seinem Kollegen zu, er möge das Taxi bestellen.
So schien denn alles in Ordnung.
Zumindest bis der Bus irgendeinen Schnörkel durch Wellingdorf machte, der offenbar für diese Linie gar nicht vorgesehen ist.
Zwei Gäste machten den den Fahrer darauf aufmerksam, und der machte sich auf den Rückweg, um auch die Haltestelle Strohredder zu bedienen.
So kamen wir mit fünf Minuten Verspätung an der Haltestelle Hermannstraße an.
Nicht zum erstenmal hatte ich im Nachtbus ein Taxi bestellt, und der Wagen hatte immer schon gewartet, wenn wir ankamen. Diemal keine Spur davon.
Ich fragte natürlich den Busfahrer, ob er sicher sei, daß sein Kollege einen Wagen bestellt hätte. Das bejahte er, fügte aber die sonderbaren Worte hinzu:
“Aber vielleicht kommt der nicht.”
Ich war sogar fast sicher, daß der nicht mehr kommen würde.
Dennoch wartete ich noch ein paar Minuten, und fluchte auf KVG und Vineta abwechselnd.
(Da sich aber Vineta im Unterschied zur KVG immer als verläßlich erwiesen hatte, bin ich ziemlich sicher, wer für die Sache verantwortlich ist.)
Nach diesem hoffnungslosen Warten machte ich mich auf den Weg.
Nachts.
Zu Fuß.
Von Dietrichsdorf nach Heikendorf.
Da gibt es zwar ein paar beleuchtete Inselchen, aber den größten Teil des Weges muß man halt auf künstliches Licht verzichten.
Da bleibt nur der Sternenhimmel.
Der war immerhin klar.Wie schon angedeutet, war ich nicht ganz nüchtern, und hinzu kam nun die euphorisierende Wirkung der schaurig-schönen Nacht.
Da war der Ärger über das ausbleibende Taxi schnell vergessen (fürs erste wenigstens), und ich lauschte fasziniert den Geräuschen der Natur.
Das ist jetz ein wenig undeutlich, nicht wahr?
Ja, ich wünschte, ich könnte all diese Tiere anhand ihrer Lautgebung identifizieren, aber ich bin halt in einer Großstadt aufgewachsen, und was weiß denn ich.
Gern würde ich mich da mal kundig machen.
Einmal bemerkte ich vor mir ein kleines bewegtes Doppelblinken.
Und erst als das erstaunte Tier – wer erwartet denn auch um die Zeit einen Menschen zu Fuß in der Gegend – die Flucht ergriff, erkannte ich, was für einem Wesen ich begegnet war:
Gebuckelt, aber elegant, langgezogen, flink trippelnd:
ein Steinmarder eben.
Na, wenigstens etwas erkannt, und so ein Raubtierchen ist ja in jedem Falle nett anzusehen.

So brachte ich zwei Drittel der Strecke recht angenehm herum. Dann kam der schwierige Teil. Leider nüchterte ich langsam aus, und mit sinkendem Alkoholspiegel wuchsen die Sorgen:
Was, wenn man – denn ich befand mich jetzt eingangs des berüchtigten Kitzeberg Forest – was also, wenn ich einem hungrigen Wolf begegnete?
Oder einem Mann, der nicht die besten Absichten hat?
Ich versuchte mich zu beruhigen:
Wölfe sind doch in unseren Breiten längst ausgerottet, und wenn sich auch in den letzten Jahren wieder ein paar über die Oder nach Westen getraut haben – es ist doch längst erwiesen, das sie Menschen nicht angreifen, zumindest nicht, wenn sie Fluchtmöglichkeiten haben, und an solchen ist ja in so offenem Gelände kein Mangel.
Und was die Sache mit dem Mann betrifft:
Nachts schlafen die Männer doch!
Zumindest werktags.
Hätte ich da natürlich auch schon gerne, aber ein geselliger Abend forderte seinen Wuchertribut, und so stapfte ich in den dusteren Kitzeberg Forest hinein, durch dessen Baumkronen kaum Mond- und Sternenlicht dringt.
Es war nunmehr unmöglich, auf dem Fuß- oder Radweg zu gehen, ohne Gefahr zu laufen, sich etwas zu verknacksen oder gar zu brechen.
Also wechselte ich auf die Straße, wo die Richtung wenigstens noch zu erahnen war. In dieser Stille höre ich Autos ja rechtzeitig, dachte ich mir.
Nur zweimal, wurde ich von PKW-Lärm gzwungen, mich seitlich ins Dickicht zu schlagen.
Da ich nun fast gar nichts mehr sah, sah ich fast überall Gefahren:
Ein Ungetüm so groß wie der Hund der Baskervilles, tollwütige Füchse und was man sich sonst noch so einbilden kann.
Am Ausgang des sagenumwobenen Kitzeberg Forest (zumindest hätte er verdient, mit Sagen umwoben zu werden, aber den Menschen fehlt ja heute die Fantasie) traf ich dann auf ein gar zu niedliches Kätzchen.
“Sieh doch zu, daß Du nach Hause kommst!
Was kümmert dich jetzt eine Hauskatze?!”
sagte eine Stimme in mir, auf die ich selten höre.
So auch hier nicht. Ich kann nun mal schwer an einer Katze vorbeigehen, ohne wenigstens den Versuch zu unternehmen, sie zu streicheln. Außerdem brauchte ich Trost.
Leider war diese Katze allzu vorsichtig und hielt, so sehr ich sie auch lockte, immer ein paar Meter Abstand zu mir.
Also setzte ich meinen Weg fort:
Teichtor hoch, durch die Dorfstraße, am Rathaus vorbei, und das war´s dann auch schon fast.
Unbeschadet an Leib und Seele überstanden.
Davon werde ich irgendwann mal abends meinen Großnichten erzählen, damit sie fantsiebildende Albträume bekommen.

Kiel-Blog: Schneekaffebohnen – Delikatesse im Sophienhof

Unten im Sophienhof ist ja ein Bereich, wo einfach nur ein paar Stände sind.
Auf einem davon steht “Naturkost”.
Na ja, ein wenig irreführend ist das schon, denn es gibt dort Süßigkeiten.
Mehrheitlich sind es gedörrte Früchte.
Insofern ist die Bezeichnung Naturkost nicht falsch.
Also, es gibt dort gedörrte Feigen, Bananen (ja, das geht!), Maulbeeren und und und.
Das beste dort aber, DIE Delikatesse schlechthin, das sind die SCHNEEKAFFEEBOHNEN.
Weißbraune Kugeln sind das:
Außen ein wenig Puderzucker,
darunter zarte Schokolade
und von dieser umgeben ein geröstete Kaffeebohne.

Da kann man sich zwar erstmal lutschend zu der Kaffeebohne vortasten;
aber auch das Zerbeißen des Ganzen hat was für sich.
Die beiden unterschiedlichen Eßweisen führen hier tatsächlich zu zwei sehr unterschiedlichen Geschmackserlebnissen, die man nicht missen sollte.

Aber nun stelle ich mir die Frage: So schön das ist, kann es nicht manchmal noch netter sein, Schokolade und Puderzucker (der im übrigen hier geschmacklich kaum von Belang ist) einfach wegzulassen?
Mit anderen Worten:
Muß man denn immer Kaffee trinken?
Kann man ihn nicht auch mal essen?
Pur?
Daß ich noch nie davon gehört habe, daß jemand geröstete Kaffeebohnen als Snack ißt, heißt doch nicht, daß man es nicht tun sollte.
Der Linie wird es jedenfalls nicht schaden.

Kiel-Blog: Automatische Ansagen der KVG – lustig

Wer öfter mal mit KVG-Bussen fährt, der kann sich mitunter an den automatische Ansagen der jeweils nächsten Haltestelle erfreuen.
Meine Lieblingsansage lautet:
“Künstlermuseum”
Na, das sagt ja erstmal noch nicht viel, aber der Ton der Ansagerin macht die Musik.
Der ist nämlich spöttisch UND neidisch UND grollend.
Das soll der Frau erstmal einer nachmachen.
Der Ton scheint in diesem Zusammenhang zu sagen:

“Große Welt! Die halten sich für was Besseres da!”

Noch besser gefällt mit allerdings die männliche Busansage des Axel-Springer-Platzes in Hamburg. Die klingt nämlich geradezu angewidert, und so soll es ja auch sein.
Also, ein bißchen Subjektivität geht selbst bei automatischen Bushaltestellen-Ansagen.
Das ist doch schön.

Kiel-Blog: Heikendorf – “Brücke zwischen Großstadt und Landkreis”???

Drei Fragezeichen sind aber wirklich das Mindeste.
Es ist der Heikendorfer Bürgermeister Arnold Jesko, der für den in der Überschrift zitierten Slogan steht.
Was ist das denn für einer?
Also:
Die Großstadt ist Kiel,
der Landkreis ist der Kreis Plön,
der von CDU-Dissident Volkram Gebel auf das vorbildlichste verwaltet wird.

Und die Brücke soll Heikendorf sein.
Sagt der Bürgermeister.
Befindet sich aber zwischen Kiel und dem Kreis Plön – wie auch immer – ein Graben oder ein Fluß, den es zu überbrücken gälte?
Wohl kaum.

Und Heikendorf kann sich auch nicht zwischen Kiel und dem Kreis Plön befinden, da es eben zu diesem gehört.
Wie schon einmal erwähnt:
Jesko darf tatsächlich wählen.
Und gewählt werden.
Nicht zu fassen.

Kiel-Blog: Möwenschiß – kann man das essen oder trinken?

Wenn die Möltenorter Knochenbruchgilde feiert, dann gibt es nicht nur Grillwurst, Bier und Sekt, sondern auch Möwenschiß.
Habe ich gelesen.
Weiß einer, was das ist: Möwenschiß?
Vermutlich wäre auch eine Internet-Recherche nicht aussichtslos, aber verläßlichere Informationen kann man doch wohl von jener Elite erwarten, die von den Kiel-Blog-Lesern gebildet wird.

Kiel-Blog: Fischgeschäft in Heikendorf

Es lohnt sich, auch von Kiel nach Heikendorf rauszufahren, und sei es nur, um in der Dorfstraße 12 vorbeizuschauen.
Denn dort befindet sich das Fischgeschäft Barbara Rönnaus.
In einer Anzeige behauptet sie zwar: “Qualität ist unsere Werbung” und widerspricht sich damit, aber das kann ja schon mal vorkommen.
In diesem Geschäft ist wirklich Qualität Trumpf.
Das gilt für die ganzen Fische (Forellen, Lachse …), die man dort erstehen kann, ebenso wie für die Salate.
Das beste aber ist der Matjes dort.
Dieser ist tatsächlich um Klassen besser als der, den man anderswo so bekommt.

Also wirklich, selbst wenn ihr in der Wik wohnt: Der Weg lohnt sich.

Kiel-Blog: Die Polizeistation Heikendorf informiert

Und sie macht das großartig.
Es handelt sich bei Mitteilungen der Polizei um eine selbständige Art von Prosa, die am ehesten noch an die staubtrockenen Isländersagas erinnert.
Doch die polizeilichen Mitteilungen sind Kurzprosa, in höchstem Maße verdichtet, oft formvollendet.
Und es ist meisterhaft, wie die Autoren es verstehen, die chronikartige Berichtweise nicht teilnahmslos erscheinen zu lassen.
Zumindest in Heikendorf.
Ich zitiere aus dem Bericht der Polizeistation Heikendorf, die im aktuellen Heikendorfer Anzeiger abgedruckt ist:

“Herrliches Wetter, Deutschland ist WM-Dritter, der Bürger könnte zufrieden sein.”
Ein tarnkappenartiges Netz feinster Ironie, wie in den filmischen Meisterwerken William Lustigs.
Weiter:
“Leider ist es nicht so. Die Hitze steigt vielen Leuten zu Kopf. Das müssen wir in letzter Zeit häufiger feststellen.”
Ende der Exposition. Nu aber:
“So kam es am Strand in Möltenort zu einer massiven Auseinandersetzung mit einer 41-jährigen Mutter aus Kiel. Volltrunken hielt sie sich in Begleitung von 8 Kindernam Strand auf und bepöbelte die Strandbesucher auf das Übelste. Ihren Wodka teilte sie sich mit den Kindern. So kam es, daß ein elfjähriges Mädchen auf einen Alkoholwert von 0,8 Promille kam.
Letztendlich mußten wir gegen die Mutter Pfefferspray einsetzen und sie mit Handfesseln fixieren. Daß wir bei der Aktion getreten und bespuckt wurden, sei nur am Rande bemerkt.
Die Frau erwartet nun ein Strafverfahren wegen Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz.”
Man beachte, nur am Rande bemerkt, die Rangfolge.
“Eine Aufräumaktion der etwas anderen Art startete eine Heikendorferin im Büro ihres Mannes.
Nach einem Streit warf die betrunkene Frau sämtliche IT-Geräte aus dem 1. Stock in den Garten. Nachdem sie dann auch noch einen Großteil seiner Geschäftsunterlagen geschreddert hatte, endete die Nacht für sie im Polizeigewahrsam Kiel.
Die Urlaubsreise der Eltern nutzte ein 17-jähriger aus, der mit dem Mercedes Geländewagen seines Stiefvaters eine Spritztour nach Schönkirchen startete. Mit wesentlich überhöhter Geschwindigkeit verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug und stieß seitlich gegen einen hohen Bordstein. Dabei wurden die Seiten- und Kopfairbags ausgelöst.
Durch die Explosion der Airbags verlor er komplett die Kontrolle über das Fahrzeug und fuhr gegen einen Straßenbaum. Der Junge und sein Mitfahrer blieben unverletzt. Am Fahrzeug entstand erheblicher Sachschaden. Der Junge stand unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen.
Die in Spanien informierten Eltern waren schwer begeistert …”

Die Eltern waren gerade in Spanien,
der Filius ist 17 Jahre alt,
das Auto ist ein Geländewagen der Marke Mercedes.

Auf wieviele Heikendorfer Familien werden diese Informationen wohl zutreffen?
Wahrscheinlich nur auf eine.
Aber solange man keinen Namen nennt, ist ja alles in Ordnung, und die Diskretion bleibt gewahrt.

Betreffender Polizeiliterat, Sie sind sehr pflichtbewußt.

Und weggetreten!

Hamburg-Blog: Intelligente Container

Den weltweit ersten Praxistest werden sogenannte ” Intelligente Container” zwischen Hamburg und Hongkong jetzt antreten.
Das Transportunternehmen Schenker will mit Computerprogrammen und speziell bestckten Sensoren in den Containern versuchen, Gefahren zu verhindern. Wie z.B. Terroranschlge, etc.
Die Sammelgut-Container werden nun ein Jahr lang auf Hapag-Llyod-Schiffen zwischen Asien und Hamburg transportiert werden und somit ihre Tauglichkeit unter Beweis stellen.
Seit den Anschlgen vom 11. September 2001 in New York drngen insbesondere amerikanische Behrden auf hrtere Sicherheitsbestimmungen. Auf Frachtschiffen und Terminals bezogen, wurden viele Forderungen bereits in EU Gesetze umgewandelt. Die Sicherheitsbestimmungen weisen jedoch was Containerberfhrungen betrifft, schwerwiegende Sicherheitsmngel auf.
Z.B. wei lediglich der Verlader was sich in den Containern verbirgt, Terminalbetreiber und Reeder mssen sich dabei auf die Ladepapiere verlassen.
Um u.a. solche Situationen zu verhindern, wird nun geschaut wie sich die neue Technik bewhrt.

Quelle: abendblatt.de

Potsdam-Blog: 2. Seifenkistenrennen in der Waldstadt II

Am 10. September lädt der Breitband e.V. zum 2. Seifenkistenrennen in der Waldstadt II ein. Kinder und Jugendliche ab 10 Jahren können auf der Buckelpiste “Brösinger” in ihren selbstgebauten Seifenkisten um die Wette fahren.
Ab 10 Jahre, heißt das etwa dass der erst dreißigjährige Benjamin Freddi auch mitmachen darf? Wohlkaum, in welche Seifenkiste würde ich schon reinpassen? Und mit nem Sarg würde ich wegen der ganzen Kinder und natürlich meines Aberglaubes auch nicht antreten wollen. Aber ansonsten finde ich, ist das ne tolle Sache, hoffen wir nur, dass auch genug Kiddies von der Playstation wegzulocken sind. Wie durch denVeranstalter bekanntgegeben wurde, sei für “die nötige Stärkung mit Getränken und Gegrilltem natürlich gesorgt.” Wenn auch außer Wertung, werde ich mich an deren Verstoffwechselung beteiligen.

Kiel-Blog: Abitur in Heikendorf

Die Heinrich-Heine Schule Heikendorf informiert im Heikendorfer Anzeiger die Öffentlichkeit wie folgt:
“In diesem Jahr beendeten 59 Abiturientinnen und Abiturienten erfolgreich ihre Schullaufbahn mit dem Bestehen des Abiturs. Dass ein Viertel des Jahrgangs mit einer sehr guten Gesamtleistung die Schule verließ, war im Vergleich mit den Vorjahren außergewöhnlich und natürlich auch besonders erfreulich.”

Heinrich Heine selbst hätte es nur um Nuancen besser sagen können.
Und der Freude über die Zensureninflation will ich mich natürlich uneingeschränkt anschließen.
Aber weswegen ich das überhaupt thematisiere:
Es werden im Anschluß an die zitierten Worte die Namen der maturierten Schüler genannt.
Und die schönsten sollen hier präsentiert werden.
Wer glaubt, es solle hier gespottet werden, der liegt falsch.
Hoffentlich teilen einige Leser meine Freude an schönen Namen.
Also, folgende Personen brieten im Jahre 2006 in Heikendorf ihr Abitur:

Daniel Guerrero einerseits,
andererseits aber auch Yannick Benjamin Oberst und Erik Haß.
No pasaran, Daniel.

Und die Mädels:

Jana Neele Malin Bäumer
Christine Mercedes Blad
Melanie Malaika Plager
und ganz besonders Naira Elin Hundt.

Auch ich gratuliere sehr herzlich.

Kiel-Blog: Notizen aus der Provinz

Nachdem ich mich andernorts bereits ausführlich Laboe gewidmet habe, soll es jetzt in einigen Beiträgen um Heikendorf gehen.
Denn das ist ja auch schön an Kiel:
Man hat die Provinz direkt vor der Haustür, und die ist, na vielleicht nicht gerade eine andere Welt, aber eine andere Hausnummer schon.
Nun nehmen wir doch einfach mal den aktuellen Heikendorfer Anzeiger zur Hand.
Da wird erstmal den neuen Gildekönigen gratuliert. Offenbar hat dieses Örtchen mit, wenn ich mich richtig erinnere, um die 8000 Einwohnern gleich drei Gilden:

- die Altheikendorfer Knochenbruchgilde
- die Neuheikendorfer Knochenbruchgilde
- die Möltenorter Knochenbruchgilde

Klingt ebenso gleichgeschaltet wie sadistisch. Aber das ist vermutlich die spezielle Witzigkeit der Provinz.

Witzigkeit kennt keine Grenzen.
Witzigkeit kennt kein Pardon.

wie Hape Kerkeling sagte.

Interessant dabei ist, wer neuer König der Heikendorfer Knochenbruchgilde ist.
Das ist kein anderer als Arnold Jesko, der Noch-Bürgermeister der Gemeinde.
“Noch” nicht etwa, weil er kein Chance hätte, wiedergewählt zu werden, sondern weil Heikendorf demnächst irgendwie von einer Gemeinde zu einem Amt mutiert, und ein Amt braucht eben keinen Bürgermeister.
Bleibt die Frage, wofür man den bislang brauchte.
Es ist tatsächlich die Frage, ob er je besseres zu tun hatte, als sich als Gildekönig mit einem Plakettenkettchen behängen und mit einem baumähnlichen Geflecht krönen zu lassen.
Auch ihm, wie gesagt, wird im Heikendorfer Anzeiger gratuliert.
Wer gratuliert denn da so?
Die Antwort auf diese Frage finden wir auf Seite 71:
“Redaktion: Bürgermeister Arnold Jesko, Heikendorf, Rathaus oder Vertreter im Amt”

So sieht es aus:
Der Bürgermeister gratuliert sich selbst.
Denn über der Gratulation steht nicht etwa “Mitteilungen der Gilden” oder ähnliches, wie es sonst üblich ist.
Nein, es handelt sich tatsächlich um einen redaktionellen Beitrag.

“Wir gratulieren den neuen Gildekönigen”

“Wir”, das sind Jesko und sein rätselhafter Vertreter im Amt.
(Frauen täten sowas nicht.)
Und solche Leute haben nicht nur das aktive, sondern auch das passive Wahlrecht.

Potsdam-Blog: Bitte keine Gehirntumor!

Sag mal geht es nur mir so, oder haut Euch das Wetter dieser Tage auch um. Ehrlich, ich renn rum wie Falschgeld. Vorhin auf Arbeit hab ich überhaupt gar keinen Durchblick gehabt. Und als ich mir gerade nen Kaffee kochen wollte, habe ich ewig auf den Wasserkocher gewartet, der dann wie sich heraus stellte überhaupt nicht an war. Sagt mir bitte, dass daran das Wetter schuld ist, und nicht etwa ein Apfel-großer Hirntumor.

Kiel-Blog: Teilerfolg gegen den Islamismus in Kiel

Natürlich habt Ihr es fast alle mitbekommen:
Am vergangenen Sonnabend wurde auf dem Kieler Hauptbahnhof der mutmaßliche Koblenzer Bombenleger festgenommen.
Oder besser gesagt: einer davon.
Und “mutmaßlich” muß man ja wohl sagen, aber das duldet doch inzwischen keinen Zweifel mehr: der DNA-Abgleich war positiv.
Also, wer sagt denn da noch , daß man dem Terror hilflos ausgeliefert wäre?
Da kann schon was getan werden, und die Polizei tut es auf allen Ebenen und hat sich dabei am Wochende als höchst effektiv erwiesen.
Das ist das eine, was man gegen den Terror tun muß (und einer Veränderung in Richtung Polizeistaat bedarf es dafür nicht).
Das andere ist:
Man muß die Ursachen des Terrors analysieren, um ihm das Wasser abgraben zu können.
Natürlich, was bei so einer Analyse herauskäme, dürfte auch für Europa und die USA wenig schmeichelhaft sein, aber da muß man durch.
Aber es sollten schon ernsthafte Analysen sein. Nicht ernst nehmen dagegen kann man Menschen, die die legitime israelische Politik der Selbstverteidigung mit dem barbarischen Terror der Hisbollah gleichsetzen.
Aber der Antisemitismus … ach jeh, na ja, ich schweife ab.
Auch auf die Gefahr hin, als pathetisch zu gelten:
Ich wäre dafür, daß am Bahnhof eine Gedenktafel angebracht wird, die an diesen Erfolg im Kampf gegen den islamistischen Terror erinnert.
Da sagen zwar einige, es sei voreilig, hier von einem islamistischen Motiv zu sprechen.
Na, dann bin ich eben voreilig:
Welche andere Motivation eines Bombenlegers aus dem Libanon wäre denn wohl vorstellbar?
Ich lasse mich ja gern eines anderen belehren, aber der Fall scheint doch klar zu sein.

Kiel-Blog: Meine Lieblings-Supermarkt-Angestellte

Ich weiß nicht, wie sie heißt, aber jedenfalls arbeitet sie in einem Markt in unmittelbarer ZOB-Nähe.
Die Angestellten dort haben es oft mit Obdachlosen zu tun und daher auch häufig mit Diebstahl.
Damit will ich natürlich nicht sagen, daß Obdachlose grundsätzlich kriminell seien.
Aber es ist doch nun einmal so, daß Not Diebe macht.
Also, nun war da gerade einer erwischt worden, der schon reichlich alkoholisiert war und entsprechend aggressiv.
Unsere Heldin dachte aber gar nicht daran, nach der Polizei zu rufen.
- -
Sondern: Sie redete auf das Übeltäterchen ein, und sie fand nicht nur die richtigen Worte, sondern auch den richtigen Ton:
Dieser Ton wirkte – wie schafft man das bloß – sowohl streng zurechtweisend als auch beschwichtigend.
Da konnte und kann ich nicht anders, als sie zu bewundern.
Denn der so Angesprochene trollte sich dann tatsächlich friedlich.
Da gibt es Akademiker, die jahrelang die Psychologie der Deeskalation studieren, oder wie sie das sonst nennen mögen, die dann aber in der Praxis keinen solchen Erfolg hätten.
Die Frau ist eben ein Naturtalent, wie es nur selten vorkommt.
Und das bei uns in Kiel.

Kiel-Blog: Gaardener fahren nach Kiel

Gaardener und Ellerbeker sagen doch tatsächlich, wenn sie sich auf den Weg in die Innenstadt machen:
“Ich fahr nach Kiel!”
Ist das nicht süß?
Irgendwann waren Gaarden und Ellerbek wohl mal selbständige Gemeinden, aber das werden diejnigen, die sagen, sie würden nach Kiel fahren, ja nicht mehr miterlebt haben.
Aber es hat sich eben gehalten.
Außenstehende könnten jetzt denken, das wären alles Separatisten, so wie die Wattenscheider in Bochum. Aber das stimmt nicht.
Es ist halt nur so ein Schnack.

Kiel-Blog: Vorschlag an die KVG

Leider bin auch ich manchmal auf die KVG angewiesen.
Und bisweilen bin ich dabei eben auch mit drei oder vier Taschen (Gesamtgewicht ca. 20 kg) unterwegs.
Da wäre es doch selbstmörderisch, mit diesen Taschen schon während der Fahrt – vor der Haltestelle – aufzustehen.
Man wäre schließlich, mit vollen Händen, bei einer Bremsung so ganz und gar hilflos.
Wartet man aber, bis der Wagen steht, dann braucht man eben ein paar Sekunden, bis man zur Tür kommt, je nachdem, wo man sitzt. Und dann ist die Tür eben möglicherweise schon wieder geschlossen und der Bus fährt weiter.
Außerdem gibt es ja auch Menschen, die auch wenn sie nicht schwer bepackt sind, langsam unteregs sind.
Das gilt natürlich vor allem für alte Menschen.
Da wird die KVG schon sehr viele verprellt haben.
Dabei fällt auf, daß sich alte Menschen oft wohlweislich nach vorn setzen.
Denn wenn sie dann an der Haltestelle aufstehen, (vorher können sie eben nicht, weil sie zu unsicher auf den Füßen sind), sieht der Busfahrer das und wartet.
Würden sie an der mittlerern oder hinteren Tür auszusteigen versuchen, würde es gefährlich.
Und es kommt noch ein weiteres Problem hinzu: Steht man nicht bereits an der Tür, wenn der Wagen hält, und befindet man sich dabei an einer vielfrequentierten Haltestelle, dann kommt man nicht raus, weil man von rücksichtslos Reinschneienden umgenietet wird.
Wie ließen sich die genannten Probleme lösen?
Ganz einfach indem man es so einrichtet, daß die Türen erst, sagen wir mal, vier Sekunden nach dem Halten des Busses öffnen.
Das sollte doch technisch kein Problem sein.
Und es ginge nicht viel Zeit verloren.
In manchen Fällen würde dadurch sogar Zeit gewonnen, denn es fiele dadurch langes Hin und Her von Aus- und Einsteigenden weg (“Erst austeigen lassen!” – “Woher soll man denn wissen, daß da jetzt noch einer kommt!” usw.)

Kiel-Blog: Suche Lieder über Kiel

Biete Dank als Gegenleistung.
Diese Stadt ist doch wirklich nicht der kleinsten und unbedeutendsten eine.
Als ich aber neulich aus privatem Anlaß anfing, Lieder zu sammeln, in denen Kiel zumindest vorkommt, da war schnell das Ende der Fahnenstange erreicht.
Mike Krüger hat mal eins geschrieben und aufgenommen, das war Mitte der Achtziger.
Da heißt es:

“Ich steh da so an Tresen –
kommen zwei Typen rein.
Der eine nur einszwanzig groß,
der andre eher klein.
Zwei halbe, ruft der eine.
Da sagt der Wirt zum Linken:
Das seh ich, Jungs -
was wollt Ihr trinken.

(Refrain)
Denn so ist das hier in Deutschland, von München bis nach Kiel:
Wir trinken wenig, aber oft und dann viel.”

Noch eine Strophe gefällig?

“Kommt einer an die Theke.
Bestellt sich 40 Korn
und schnasselt die in einem weg
von hinten bis nach vorn.
Mensch, das ja doll, Mann, sagt der Wirt, komm her mit deinem Glas.
Er sagt: Willst Du mich jetzt betrunken machen, oder was?

(Refrain)
Denn so …”

Na, das ist doch schon mal was. Und es ist ja tatsächlich nicht unkomisch.
Und was gibt es sonst noch?

Was ganz Altes:

Schorschi, komm fahr mit mir im Automobil,
Kost ja nicht viel, kost ja nicht viel.
Schorschi, komm fahr mit mir im Automobil,
kost ja nicht viel nach Kiel.”

Das ist leider gar nicht komisch.
Und auch sonst nichts Gescheites.
Und was ist die Gemeinsamkeit der beiden zitierten Lieder?
Natürlich daß Kiel hier nur ein Notbehelf ist:
Es reimt sich halt auf “viel”.
Aber gibt es denn auch mehr oder weniger bekannte Lieder, in denen Kiel um seiner selbst willen vorkommt?
Ich nehme auch Lieder von lediglich regionaler Bedeutung.
Sagt mal was dazu.

Kiel-Blog: Penalty am Ziegelteich

Dort am Ziegelteich befindet sich tatsächlich ein Geschäft, wenn man es so nennen will, das Penalty heißt.
Da werden Sportwetten angeboten.
Ist das ein Geschäft für Verlierer, die unbewußt partout Verlierer bleiben wollen?
Die Frage muß doch wohl gestellt werden.
Denn Penalty bedeutet eben Strafe.
Auch kurz für Penalty Kick: Strafstoß.
So hat man den Bezug zum Sport, der natürlich bei der Benennung eines solchen Geschäfts nicht fehlen darf.
Aber warum denn Strafe?
Ich glaube tatsächlich, aus genanntem Grunde.
Das ist ein Geschäft, daß sich an die Verzweifelten wendet, die ihre Verzweiflung vervollständigen wollen.
Menschen, denen eingebimst worden ist, sie seien alle kleine Sünderlein, und die daher, wenn sie schon sündigen (und das Wetten begreifen sie natürlich als solches), die Strafe in Form des Verlustes ihres Einsatzes gleich mitgeliefert bekommen wollen.
Der Mensch ist eben kein so ganz und gar rationales Wesen.

Luebeck-Blog: Zonenrandgebietskörperschaft Lübeck

Bis vor 16 Jahren gehörte Lübeck zum Zonenrandgebiet.
Da war es schon lange her, daß die Deutsche Demokratische Republik die SBZ, die Sowjetisch Besetzte Zone gewesen war.
Auch galt es als unfein, von der DDR als Zone oder Ostzone zu sprechen.
Das taten nur Menschen der Unterschicht.

Und nun hält Euch kein Stacheldraht, kein Dum-Dum-Geschoß (schreibt man das so?) mehr die Mecklenburger vom Hals.

War doch nur ein Scherz.

Kiel-Blog: Architektur in Kiel

Was ist die Gemeinsamkeit von Ostseehalle und dem Kupfergebirge unweit der Hörn?
Beide haben mit der Provinzial-Versicherung zu tun.
Die Provinzial ist bekanntlich Sponsor des Turnvereins Hassee-Winterbek, im Volksmund THW Kiel genannt , und das, was ich Kupfergebirge nannte, ist halt die Zentrale der Versicherungsgesellschaft.
Ist das überhaupt Kupfer, was da so matt und dennoch prächtig glänzt?
Jedenfalls ist das eine kühne, abenteuerliche Architektur, die wir da bewundern dürfen.
Von der Ostseite her immer wieder ein schöner Anbick.
Von Ost wie West schön anzusehen ist ein Gebäudekomplex, der gar nicht mal so weit von der Provinzial-Zentrale entfernt liegt (aber am Ostufer), und der noch nicht vollendet ist.
Wenn man auf der Werftstraße daran vorüber fährt, wird einem “Wohnen mit Traumblick” verheißen.
Zugegeben, das ist ein wenig übertrieben, aber ein Traumblick ist der Blick auf den Komplex selbst mit seinen in den Sonnenenuntergängen schimmernden und blitzenden Glasfronten, mit seiner Umspielung und dennoch Vermeidung von Symmetrie.
Und die entscheidende Idee sind die dunkel-orangefarbenen Ziegelreihen, die den hohen Teil vertikal, die anderen Teile auch horizontal durchziehen.
Auf solche Architektur hat nicht nur Kiel lange warten müssen.
Nun, da sie endlich da ist, sollten wir echt mal applaudieren.

Kiel-Blog: Wählt das Kiel-Blog den Kulturschaffenden des Jahres?

Oder eben die Kultureschaffende?
Oder weder noch?
Nach letzterem sieht es aus.
Was ich damit sagen will, ist
Sowas sollte man doch mal machen.
Den Künstler, Musiker, die Band des Jahres in Kiel wählen.
Einer macht Vorschläge per Artikel, und die anderen stimmen per Kommentarfunktion ab.
Das könnte dann eine Riesenlatte von Kommentaren geben.
Aber ach – die Kieler Kulturschaffenden, das ist mal wieder so eine Sache für sich.
Es gibt halt leider so wenige, die erwähnenswert sind, oder?
Wenn also so eine Umfrage mit Glanz und Gloria scheitert, dann wahrscheinlich deshalb, weil die meisten Kieler keine Kieler Kulturschaffenden kennen, und das zurecht.
Aber da kann ich mich auch täuschen.
Was solls, ein Versuch kann ja nicht schaden.
Also, wie wärs, macht das mal einer?

Kiel-Blog: “Ihr Platz” in meinem Herzen

Inmitten der Kieler Woche tummelte auch ich mich eines Tages in dem auf dem Haptbahnhofsgelände liegenden Laden mit dem Namen “Ihr Platz”, unten rechts, da wo es zu den Taxis rausgeht.
Die gesetzlichen Ladenschlußzeiten haben übrigens wohl für dieses Geschäft keine Geltung (warum eigentlich nicht? Gibt es Sonderregelungen für Geschäfte auf Bahnhöfen und Flughäfen? Na ja, ist ja auch sinnvoll).
Die Waren sind da zwar teurer als in anderen Geschäften, aber längst nicht so teuer wie an Tankstellen.
So.
Ich hatte nur eine Kleinigkeit zu kaufen, und als ich endlich an der Reihe war, sagte die Kassiererin, ein liebliches, engelsgesichtiges Mädchen, zu mir:
“Wenn Sie jetzt auch noch mit ´nem Fünfziger zahlen, dann muß ich Sie hauen.”
Und das mit der schönsten, sanftesten Stimme unter der Sonne.
Bedauerlicherweise hatte ich es passend, und es war kein Fünfziger in meinem Portemonnaie.
Sonst hätte ich doch gern mal die Probe aufs Exempel gemacht.
Leider war das Mädchen offenbar nur vorübergehend wegen des erhöhten Andrangs zur Kieler Woche eingestellt worden.
So habe ich denn nun einen Teil meines Herzens dort verloren, und ich muß (“leider” muß ich sagen, obwohl ich kein Masochist bin) womöglich für immer die Erfahrung missen, wie es ist, von einem Engel geschlagen zu werden.

Salzgitter-Blog: Kein Schwein ruft mich an

Kein Mensch liest diesen Blog bzw. dieses Blog. Laut neuem Duden ist sowohl das Blog als auch der Blog erlaubt.

Kiel-Blog: Cinemaxx schickt offenen Verteiler

Vor ca. zwei Jahren ließ ich meine Mail-Adresse in den Verteiler des Cinemaxx Kiel aufnehmen.
Der Sinn der Sache war, daß ich im Fall von OV-Vorführungen rechtzeitig informiert würde.
Das geschah auch.
Aber eines Tages kam es zu einem Unfall:
Die Brüder und Schwestern dort schickten doch tatsächlich einen offenen Verteiler!
Ca. 300 Adressen hatte ich da nun, und die zu diesen Adressen gehörigen Personen hatten natürlich auch alle in diesem Verteiler enthaltenen Adressen.
Wenn das nicht grob fahrlässig ist!
Man kann sich eben auf die Diskretion dieser Leute nicht verlassen.
Und ist denn das ein Kavaliersdelikt?
Vermutlich könnte man das Cinemaxx Kiel nun rechtlich mächtig in Schwierigkeiten bringen.
Aber warum sollte man so etwas tun?
Viel wichtiger ist doch, daß ich nun diese 300 Adressen habe.
Also:
Wenn Sie, lieber Leser, zum Beispiel Eigentümer einer auf englische Literatur spezialisierten Buchhandlung sind, dann wären Sie doch sicher daran interessiert, die 300 Menschen, die hinter den Adressen im Cinemaxx-Verteiler stehen, regelmäßig über Ihr Angebot zu informieren.
Und zum einmaligen Spottpreis von 500 Euro überlasse ich Ihnen diese Adressen.

Das war doch nur ein Witz, Mensch!
Würde ich doch nie machen, sowas!
Es ist einfach nicht fair.
Wahrscheinlich auch illegal.

In letzter Zeit schickt das Cinemaxx übrigens keine News mehr per Verteiler.
Offenbar haben sie die OV eingestellt.
Dabei ist Kiel doch Universitätsstadt.
Und fast alle Stufenten müßten in der Lage sein, Forschungsliteratur in englischer Sprache zu lesen. Dann sollten sie doch an sich auch einer OV folgen können.
Daneben ist zu berücksichtigen, daß Studenten ein paarmal so oft ins Kino gehen wie der Durchschnittsbürger.
Und dennoch lohnt es offenbar für das Cinemaxx Kiel nicht, Originalversionen zu zeigen.
Sehr sonderbar.

Da ich übrigens von M. Night Shyamalans Film The Village begeistert war – er lief vor über anderthalb Jahren in den Kinos -, entschloß ich mich, das Angebot des Cinemaxx Kiel anzunehmen und mir nach der deutschen Fassung auch noch die OV anzusehen.
Die war eine große Überraschung.
Und keine freudige.
Zwar bekam man nun einige Feinheiten des Dialogs mit, die in der deutschen Fassung versemmelt worden waren, aber:
Die Kopie war Schwund.
Ich meine nicht die technische Qualität der Kopie, die war in Ordnung.
Nein, sie enthielt minderwertige Takes:
schauspielerische Schwächen, verwackelte Bilder; Menschen, die beim Dialog erst acht Meter auseinander stehen, nach einem Schnitt aber nur noch vier Meter, ohne daß ein zeitlicher Bruch erkennbar wäre oder die Figuren sich aufeinander zu bewegt hätten.
Und eine großartige, rührende Dialogszene wurde dadurch im ganzen Kinosaal zum Lacherfolg, daß sich am oberen Bildrand überdeutlich das Richtmikrofon von einer Darstellerin zur anderen bewegte.

Ich mailte daraufhin dem Cinemaxx Kiel und stellte die Sache dar, machte aber auch klar, daß das keine Beschwerde sein sollte, sondern daß ich aus Interesse an dieser ja doch erheblichen Kuriosität fragte.
Denn der hier eingetretene Fall ist doch wirklich sehr unwahrcheinlich: der nämlich, daß so etwas überhaupt in Umlauf gelangt.
Und erhielt ich eine Antwort?
Nein, auch nach mehrmaliger Versendung nicht.
Und die Leutchen vor Ort zu fragen, wäre sinnlos. Die versehen da ihren Dienst und wissen erfahrungsgemäß von nichts weiterem.

Karlsruhe-Blog: Haftbefehl erlassen

Gegen den am Samstag festgenommenen Youssef Mohamad E. wurde Haftbefehl erlassen.
Der 21-Jährige Student wird der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und des vielfach versuchten Mordes beschuldigt. Der mutmaßliche Bombenleger soll am 31. Juli mit weiteren unbekannten Mitgliedern einer terroristischen Vereinigung in zwei Regionalzügen in Koblenz und in Dortmund versucht haben, die Züge in die Luft zu sprengen.
Auf Grund eines technischen Fehlers kam es jedoch “nur” zu der Zündung und nicht zu einer Explosion. Der Tatverdacht erhärtete sich auf Grund von Videoaufnahmen sowie DNA-Spuren ,welche sich auf dem Bomben-Koffer befanden, so Generalbundesanwältin Monika Harms in Karlsruhe. Er wurde am Nachmittag von einem Hubschrauber der Bundespolizei vor der Bundesgerichtshof geflogen. Sehr schnell wurde dann der Haftbefehl ausgestellt.
Die Fahndung nach dem zweiten Täter blieb bislang erfolglos.

Quelle: spiegel.de

Kiel-Blog: Frohsinn und Sportschießen

In Gaarden gibt es einen Verein für “Frohsinn und Geselligkeit sowie für Sportschießen”, wenn man den Kieler Nachrichten trauen kann, was hier wahrscheinlich der Fall ist.

Frohsinn und Geselligkeit sowie Sportschießen

Das muß man sich mal auf der Zunge vorstellen, wie Piet Klocke sagt.
Seit 1870 existiert dieser Verein, er hat also drei Kriege erlebt, einer größer als der andere.
Und Frohsinn und Geselligkeit sind ja auch soldatische Tugenden, nicht wahr?
Frohsinn – im Unterschied zu Humor.
Denn Soldaten haben, wie Wiglaf Droste feststellte, grundsätzlich keinen Humor.
In der Bundeswehr wie auch in diesem Gaardener Verein werden verläßlich die Gegensätze Frohsinn und Humor gleichgesetzt.
Oder sollten sich Verantwortliche des Vereins ausdrücklich für Frohsinn und gegen Humor ausgesprochen haben?
Ich glaube, das kann man ebenso ausschließen wie die Möglichkeit, daß der Verein in der NS-Zeit in den Widerstand ging.

Kiel-Blog: Werbung für Dr. Marion Scupin, genannt Old Odd Surehand, jedenfalls von mir

Was für eine seltsame (englisch: odd) Überschrift mal wieder.
Man kann es auch übertreiben.
Aber nun zur Sache.

“In ihrer Werkstatt bemalt die Kieler Ärztin Marion Scupin Porzellan nach individuellen Kundenwünschen”

Das dürfte die Wahrheit sein, obwohl, nein, sagen wir mal: unabhängig davon, daß es in den Kieler Nachrichten stand, und zwar am 18. August auf Seite 24.
Die KN, deren großer Blickfang-Artikel über die malende Ärztin unter der Überschrift

“Unikate auf Tasse und Teller”

steht, fährt fort:

“Ein feiner Pinselstrich in Rot, einige federleichte Tupfen aus dem Handgelenk – und unter den Händen von Dr. Marion Scupin erblüht eine Rose auf einer Kaffeetasse. Seit sieben Jahren kreiert die 58-Jährige (da sollte man doch besser, Anmerkung des Verfassers, “58jährige” schreiben) `Wunschporzellan` mit mit Bildern von Tieren, Pflanzen, Wappen und Monogrammen. Unter dem Markenzeichen `Kieler Schwan` entstehen in der Werkstatt der Porzellanmalerin echte Unikate.”

Echte Unikate – so ´n Quatsch!
Als wäre Echtheit nicht Wesenszug eines Unikats.
Der Artikel posaunt übrigens gleich viermal aus, daß die malende Ärztin 58 jahre alt ist.
Geht man denn so mit einer Dame um?
(Mal im Ernst: Das ist von einem Professionalitätsmangel sondergleichen. Ihr könnt ja selbst mal nachzählen: es stimmt.)

Aber das ist nicht das Entscheidende.
Entscheidend vielmehr ist – und ich werde nicht müde, darauf hinzuweisen -, daß die Kieler Nachrichten mal wieder Werbung für einen unabhängigen redaktionellen Beitrag ausgeben.
Dabei sieht die Ärztin nicht so aus, als würde sie für einen solchen Beitrag zahlen, und ich bin sicher, daß sie das tatsächlich nicht tat:
Wie matronenhaft und lieblich zugleich, wie leuchtend mildäugig und vertrauenerweckend doppelkinnig blickt sie dem KN-Leser entgegen!
Aber dann: Wie bieder, wie naiv, wie uninspiriert sind doch die Motivchen, die sie auf das Porzellan pinselt.
Gern würde ich Vorteilhaftes über die Arbeiten der Dame sagen, aber die Beispiele, die in der KN zu sehen sind, lassen das leider nicht zu.

Kiel-Blog: Kieler Nachrichten und Joachim Löw

Was schreiben die Kieler Nachrichten am 18. August auf Seite 8 unter der Überschrift

“Kapitel Klinsmann abgeschlossen”?

Folgendes:

“Joachim Löw schlüpfte nahtlos in die Rolle des Bundestrainers”
Man kann sich ungefähr vorstellen, was gemeint sein könnte.
Der Autor seinerseits kann sich aber offenbar nicht denken, was er da gesagt hat.
Denn warum sollte jemand nahtlos, also offenbar unbekleidet in eine Rolle schlüpfen?
Das Ganze wirkt doch in der Tat reichlich schlüpfrig.
Außerdem:
Mit “Rolle” ist ja hier eine Figur, ein Theatercharakter, gemeint, was natürlich wiederum irgendwie metaphorisch zu verstehen ist.
Aber das würde ja bedeuten, daß Löw gar nicht Bundestrainer ist, sondern ihn nur spielt.
Ein Hochstapler, der sich nahtlos, also nackt als Übungsleiter der DFB-Auswahl ausgibt.
Was hält man davon?
Ist das nicht üble Nachrede?
Aber wahrscheinlich bleibt der verantwortliche Redakteur mal wieder ungeschoren.
Weil der gute Löw im Unterschied zu uns Kielern nicht darauf angewiesen ist, die KN zu lesen.
Und wer nicht darauf angwiesen ist, der tut es nicht, es sei denn, er ist Masochist.