Zu Lebzeiten sind sie einander nie begegnet, jetzt, nach ihrem Tod, treffen sie in einem Zimmer aufeinander: der Journalist Garcin, die luxusverwöhnte Estelle und lesbische Ines, die sich vom Leiden anderer nährt. Drei Personen mit völlig unterschiedlichen Lebensgeschichten, die einander nun ausgesetzt sind: auf ewig.
Als die drei in diesem Raum, in dem es mit symbolischem Bedacht keinen Spiegel gibt, sich ineinander spiegeln, werden sie zur Wahrheit vor sich selbst gezwungen. Der Blick der anderen ist erbarmungslos, doch bietet er auch die Möglichkeit, sich selbst zu erkennen: eine Hölle, aber auch eine Chance…
Jean-Paul Sartre gelang mit seinem Stück „Huis clos” der Durchbruch als Dramatiker. Er ist heute als einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts und wichtigster Vertreter des Existentialismus bekannt. Sartre glaubte an die absolute Freiheit des Menschen im Sinne einer sinnfreien Existenz, die sich erst durch ihre Handlungen selbst erfindet. Das bekannteste Zitat aus dem Stück: „Die Hölle, das sind die anderen”, ist insoweit zu ergänzen um die Freiheit, sich aus dieser Hölle in eigener Verantwortung zu befreien. 1964 erhielt Sartre den Nobelpreis.
Derzeit wird “Geschlossene Gesellschaft” in der Inszenierung von Carl Philip von Maldeghem in der Komödie im Marquardt gezeigt. Beginn der heutigen Veranstaltung ist um 20:00 Uhr.
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